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Kampagne gegen Lichtverschmutzung geplant

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Kann aus dem Bolzplatz im »Erle« in Annerod ein Festplatz, ein Sportplatz, ein Platz der Begegnung werden? Dies soll der Gemeindevorstand nach einstimmigem Parlamentsbeschluss prüfen.

Fernwald (vb). Kann aus dem Bolzplatz im »Erle« in Annerod ein Festplatz, ein Sportplatz, ein Platz der Begegnung werden? Dies soll der Gemeindevorstand nach dem einstimmigen Parlamentsbeschluss prüfen. Der Antrag kam von den Freien Wählern (FW).

Der Platz soll auch künftig für die Kirmes genutzt werden. Es wird aber vorgeschlagen, ihn zu befestigen, damit die Veranstaltung auch bei Regen stattfinden kann. Außerdem soll auf dem Platz ein ganzjährliches Sportangebot für Jung und Alt gemacht werden. Dazu schlagen die FW vor, Basketballkörbe, eine Halfpipe, einen Soccer-Court und Sitzgelegenheiten aufzustellen. Dabei sollten die Sportgeräte wegen der Kirmes transportabel sein. Feste sanitäre Anlagen werden ebenfalls vorgeschlagen.

Rainer Müller, der Fraktionsvorsitzende der Grünen, lehnte eine komplette Versiegelung des Platzes ab und schlug alternativ Schotterrasen vor. Dadurch könne Feuchtigkeit versickern und der Platz sei trotzdem stabil. In den Antrag aufgenommen wurde sein Vorschlag, nur im Bereich der Sportgeräte Asphalt oder Beton zu verwenden. Jens Zahrt (FW) gab zu bedenken, dass Dribbeln auf Schotterrasen eher schwer möglich sei.

FW-Fraktionsvorsitzender Stefan Becker erklärte, ähnliche Konzepte wünsche man sich für die anderen Ortsteile. Auch bei der Umgestaltung des Areals an der Fernwaldhalle sollte man dies einplanen.

Harald Hahn (SPD), der auch Ortsvorsteher ist, sprach die im Antrag genannten sanitären Anlagen an. Bürgermeister Manuel Rosenke (parteilos) erklärte, dass man dies nach Vorlage des Konzepts und der Kosten entscheiden solle.

Mehr Transparenz für Bürger

Den Haushalt der Gemeinde verständlich darstellen - darum geht es den Grünen in einem Antrag, der bei Nein-Stimmen der SPD sowie einer Enthaltung beschlossen wurde. Der Gemeindevorstand soll die Beteiligung an der Plattform haushaltsdaten.de der Firma eOpinion prüfen. Die Plattform biete eine grafisch ansprechende Darstellung des Haushalts einer Kommune. Dies bedeute mehr Transparenz für die Bürger und könnte das Interesse an der Gremienarbeit fördern, so die Hoffnung. Lich ist bereits auf der Plattform zu finden.

Einstimmig steht die Gemeindevertretung hinter dem Ziel, Lichtverschmutzung zu reduzieren. Der Antrag stammt von den Grünen. Der Gemeindevorstand soll in einer Kampagne Bürger und Firmen über die Folgen von Lichtverschmutzung informieren. Wenn Veranstaltungen genehmigt werden, sollen energieeffiziente und insektenfreundliche Beleuchtungskonzepte umgesetzt werden. Beim Austausch von Leuchtmitteln in kommunaler Zuständigkeit soll darauf geachtet werden, dass diese insektenfreundlich sind. Das heißt, sie haben einen geringen unnatürlichen Blauanteil und eine warmweiße Lichtfarbe.

In der Begründung wird darauf verwiesen, dass helle LED-Beleuchtung durch den hohen Blauanteil für Menschen und nachtaktive Tiere schädlich sei. Folgen von Lichtverschmutzung seien massives Insektensterben und Schlafstörungen.

Bei geplanten Einnahmen von 129 611 Euro und Ausgaben von 134 344 Euro wird im Wald für 2023 mit einem kleinen Defizit von 4733 Euro gerechnet. Wie unsicher diese Zahlen angesichts des Zustandes des Waldes sind, zeigen die vergangenen Jahre. Für 2021 war mit einem Defizit von fast 20 000 Euro gerechnet worden. Am Ende lag dieses bei 1745 Euro. Sowohl Ein- als auch Ausnahmen lagen viel höher als geplant. So war es auch dieses Jahr. Zum Zeitpunkt Mitte Oktober hatte sich ein Defizit von 980 Euro ergeben, nachdem ein Minus von fast 5900 Euro vorhergesagt war.

Bei der Aufforstung soll bei den Kulturen nachgebessert werden, die in den vergangenen drei Jahren gepflanzt wurden. Trotz des sehr trockenen Sommers sei der Zustand der Neuanpflanzungen befriedigend, heißt es im Waldwirtschaftsplan. Bis die Standorte der geplanten Windräder im Fernewald feststehen, werden auf den zu Steinbach gehörenden Flächen keine neuen Bäume gepflanzt, um Fehlinvestitionen zu vermeiden.

Auch Buche geschädigt

Für den Holzeinschlag konzentriert man sich auf Bereiche, auf denen die Bäume wegen Trockenheit oder Käferbefall am Absterben sind. Dies betreffe inzwischen auch die Buche. Die Fichten seien fast vollständig vom Borkenkäfer vernichtet worden, heißt es in der Vorlage.

Nachdem wegen der Schäden viel eingeschlagen worden war, ist der Einschlag für 2023 geringer angesetzt worden. Es sei aber gewährleistet, dass die Fernwälder weiterhin Brennholz bekommen können. Der Waldwirtschaftsplan wurde einstimmig beschlossen.

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