1. Startseite
  2. Kreis Gießen
  3. Fernwald

Kunst aus alten Autoreifen

Erstellt:

gikrei_1108_up_vb_110822_4c
Jugendpflegerin Laura Jäger (2.v.r., hintere Reihe) bastelt mit den Kindern »Minions« aus alten Autoreifen. Foto: Schäfer © Schäfer

Fernwald (rrs). Dreizehn Jungen und Mädchen zwischen acht und elf Jahren wuselten geschäftig über das Gelände und werkelten mit bunten Farben, Styroporkugeln, Rohren und borstigen roten Pfeifenputzern um aufgestapelte Autoreifen herum - der Bauhof der Gemeinde Fernwald fest in Kinderhand. Im Rahmen der Ferienspiele Fernwald setzte hier der zweitägige Workshop »Upcycling - aus Alt mach Neu« ein Zeichen gegen die Wegwerfgesellschaft.

Skulpturen erschaffen

»Wir wollen zeigen, dass nicht alles, was von uns im Alltag oft als Abfall deklariert wird, auch wirklich zu nichts mehr zu gebrauchen ist und wie viel Spaß man haben kann, wenn man den Dingen eine andere, neue Funktion gibt«, klopft Jugendpflegerin Laura Jäger die Intention dahinter fest. Unter Anleitung und Mithilfe der Bauhofmitarbeiter Uwe Ranz, Marius Karpe und an einem Tag auch Luke Theshome sowie den Ferienspielbetreuern Celina und Julia Christ zusammen mit Jugendpflegerin Laura Jäger, bauten die Kinder aus alten Autoreifen die Schlange »Schnitzel44«, einen namenlosen Marienkäfer, den großen »Minion« namens »Kevin«, den kleinen einäugigen »Minion« namens »Carl« und eine kunterbunte Pyramide. Hübsch bepflanzt mit Blumen und Gräsern aus dem Blumenladen Balser wurden die neu erschaffenen Skulpturen zum Schluss in den Fernwälder Ortsteilen an Spielplätzen und am Rathaus aufgestellt.

Am frühen Freitagmorgen startete der Workshop. Die Bauhofmitarbeiter hatten schon mal Vorarbeit geleistet, die Autoreifen aufeinander gestapelt und fest miteinander verbunden. Die Kids mussten sich nun für eine der drei Arbeitsgruppen Schlange, »Minions« oder Marienkäfer entscheiden. Spontan wollten fast alle zu den »Minions«, wurden aber dann doch gleichmäßig auf die Projekte verteilt.

Fünf Autoreifen bildeten den langen aufgewickelten Körper der Schlange. Daran befestigt ein langes, hoch aufragendes Rohr, das in einem rund gebogenen und aufgesteckten Rohrstück als Kopf endete. Aufgesetzte Styroporhalbkugeln dienten als Augen und ein roter Pfeifenputzer als lange Schlangenzunge. Dann ging es ans Anmalen mit wetterfester Farbe in einem kräftigen Türkis.

»Minions« sind kleine gelbe Wesen, erstmals 2010 im Animationsfilm »Ich - Einfach unverbesserlich« zum Leben erweckt, seitdem in diversen Filmen im Mittelpunkt zu sehen. Die gelben putzigen Kerlchen sprechen eine fiktive Sprache, gespickt mit teilweise erfundenen Wörtern, und tragen fast alle Latzhosen. Allerdings sind sie wegen ihres ähnlichen Aussehens schwer auseinanderzuhalten, was aber ihrer Beliebtheit keinen Abbruch tut.

Die Kinder entschieden sich Kevin, einen »Minion« mit zwei Augen, schlaksigem Körper und einer Vorliebe für Golf(-kleidung) sowie den kleinen Carl mit nur einem Auge, einem Bürstenhaarschnitt und meist als Feuermelder unterwegs, nachzubauen. Die Reifen wurden gelb angemalt, beide »Minions« erhielten eine grellblaue Latzhose, einen schwarzen Mund und große, runde Glubschaugen aus Styropor, stilecht umrundet von schwarzen Kreisen. Einfacher war der Marienkäfer, der aus zwei leuchtend rot angestrichenen Reifen mit dicken schwarzen Punkten entstand. Wer Zeit hatte, strich nebenbei Pyramiden-Reifen farbig an und zum Schluss tobten sich alle gemeinsam mit Jäger bei Spielen wie Fangen, Verstecken, »Billi-Billi-Bob« und »Zungenkiller« aus.

In jedem Ortsteil aufgestellt

Am Samstagmorgen wurde zunächst die Erde für die Pflanzen gemeinsam besorgt, wobei die Kids staunend dem Radlader beim vermischen der Erde mit Sand, Dünger und Torf zusahen. Dann ging es mit einem Neun-Sitzer-Bus und zwei Bauhof-Autos zu den Aufstellorten.

Als Attraktion durften immer abwechselnd zwei der Kids in den Bauhof-Autos vorne neben dem Fahrer mitfahren. Die Pyramide wurde vor dem Rathaus aufgestellt, die Schlange in Annerod am Spielplatz »Auf der Platte«, die »Minions« in Albach direkt am Rondell vor dem Kindergarten und der Marienkäfer am Spielplatz in der Eisenacher Straße in Steinbach.

Nach der Aufstellung wurde erst Sand, dann Erde in die Skulpturen eingefüllt und festgedrückt, bevor bunte Geranien für einen Blickfang sorgten. Bei den »Minions« wurden lange Gräser als struppiges Kopfhaar eingesetzt.

Zwischendurch vergnügten sich die Kids auf den angrenzenden Spielplätzen und waren sichtlich stolz auf ihr Werk.

»Es war mir wichtig, dass in jedem Ortsteil eine Skulptur steht, damit die Kinder ihren Eltern, Freunden und Verwandten ihr Werk jederzeit präsentierten können«, betonte Jugendpflegerin Jäger, bevor der Workshop mit 13 zufriedenen Kindern zu Ende ging.

Auch interessant