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Rosenke kassiert

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Marktleiter Michael Simon (l.) und Mitarbeiterin Snezana Miljkovic (r.) unterstützen Manuel Rosenke bei seinem Job an der Kasse. © Schäfer

1300 Euro kamen für die »Ukraine-Hilfe« zusammen. Fernwalds Bürgermeister Manuel Rosenke saß für den guten Zweck an der Kasse.

Fernwald (rrs). Ausgerechnet am Samstagvormittag, der wöchentlichen »Rushhour« im Supermarkt, hatte Manuel Rosenke seinen ersten »Arbeitstag« im Steinbacher Rewe-Markt. Pünktlich um 10 Uhr tauschte Fernwalds Bürgermeister seinen Schreibtisch gegen eine Supermarktkasse ein.

Eine volle Stunde lang zog er dort Brot, Wurst, Schokolade, Joghurt und andere Lebensmittel über den Scanner, zählte Kleingeld, gab Wechselgeld heraus, beantwortete geduldig die Fragen der Kunden und achtete nebenbei noch darauf, dass die Schlange an seiner Kasse nicht zu lang wurde. Durch nichts ließ er sich aus der Ruhe bringen und äußerte hinterher Respekt vor den Profis. Die Plackerei diente einem guten Zweck, denn seine gesamten Einnahmen während dieser Arbeitsstunde werden von Marktleiter Michael Simon an die »Ukraine-Hilfe« Fernwald gespendet.

Dreh raus

Nein, vorbereitet habe er sich auf seinen befristeten neuen Job nicht, gab Rosenke zu. Marktleiter Simon habe ihn etwa 15 Minuten eingewiesen und ihm dann die versierte Mitarbeiterin Snezana Miljkovic zur Seite gestellt, die alles im Auge behielt und auf Richtigkeit kontrollierte. Schließlich sollte kein Kunde falsche Beträge zahlen müssen. Schnell hatte dann Rosenke den Dreh raus. Zügig die Waren über den Scanner ziehen, die Summe-Taste drücken, den Kunden fragen »Karte oder bar?«, und schon wechselte das Geld den Besitzer. Klingt einfach, wären da nicht noch Gurken, Tomaten, Wirsing oder Bananen. Das lose Gemüse und Obst hat, wie auch die Blumensträuße, keinen Code, der über den Scanner gezogen werden kann. Neben der Kasse gibt es dafür eine lange Liste mit PLU-Nummern, die der »Kassierer auf Zeit« Rosenke fein säuberlich auf seinem Bildschirm eintippen musste. Aber auch diese Hürde meisterte er ganz gut, nur manchmal ging sein fragender Blick zur Mitarbeiterin Miljkovic, die ihm dann schnell die passende Nummer verriet. So mancher Kunde bemerkte gar nicht, wer ihn da bediente. Viele aber erkannten den Bürgermeister, sprachen ihn mit einem flotten Spruch an oder wechselten sogar die Kasse, um von ihm abgerechnet zu werden. Der Aushilfskassierer grüßte freundlich und wünschte nach dem Bezahlvorgang ein schönes Wochenende. Die Kunden waren begeistert und verließen fröhlich lachend den Markt. Zum Schluss ging Rosenke sogar in die Verlängerung und hängte noch zehn Minuten dran. Dann verschwand er mit Marktleiter Simon in dessen Büro zum Kassensturz. »Es ist vollbracht und der Umsatz von 1316,95 Euro kann sich sehen lassen«, freute er sich. »Das Kassieren hat Spaß gemacht, aber es war nicht ganz einfach und ziemlich stressig. Ruhe gab es nicht eine einzige Minute. Die Arbeit geht richtig in die Arme und ist dadurch körperlich sehr fordernd, vor allem bei schwereren Waren.« Jetzt wisse er, was eine Verkäuferin an der Kasse leisten muss, äußerte er seine Hochachtung und Simon gab zu bedenken: »Gerade der Samstags-einsatz war ein Sprung ins kalte Wasser und den hat unser Bürgermeister mit Bravour bewältigt«.

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