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Tänze vor dem Rathaus

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Die Landjugend tanzte vor dem Rathaus. Foto: Schäfer © Schäfer

Feierlichkeiten zum Jubiläum: Albach, Annerod und Steinbach schlossen sich 1972 zusammen.

Fernwald (rsa). Der seit Anfang des Jahres amtierende Bürgermeister Manuel Rosenke hatte noch nicht das Licht der Welt erblickt, als am 1. Januar 1972 im Rahmen der damaligen Gebietsreform die Gemeinde Fernwald, bestehend aus den ehemaligen selbstständigen Dörfern Albach, Annerod und Steinbach, aus der Taufe gehoben wurde. So konnte der jetzt knapp 40-jährige derzeitige Bürgermeister auch damals nicht miterleben, dass diesem Zusammenschluss ein anderes Ansinnen eines Ortsteiles vorausgegangen war. Albach hatte nämlich in einer Gemeinderatssitzung beschlossen, sich der Stadt Lich anzuschließen. Nachdem unlautere vorausgegangene Abmachungen nach diesem Beschluss ans Tageslicht gekommen waren, wurde die Entscheidung für Lich wieder aufgehoben. Der Weg des Zusammenschlusses mit Steinbach und Annerod war frei. Die neu entstandene Großgemeinde Fernwald mit Hauptverwaltungssitz in Steinbach wurde benannt nach dem Fernewald, der Annerod von den beiden anderen Ortsteilen geografisch trennt. Geblieben ist trotz des verwaltungstechnischen und gesellschaftlichen Zusammenwachsens mit den anderen beiden Ortsteilen der völlig andere Dialekt, der in Annerod gesprochen wird. Rosenke bezog sich wohl auch deshalb in seiner Eröffnungsrede auf ein bezeichnendes Schlagwort der Presse »Ohne Liebesheirat zur Erfolgsgeschichte«. Diese Erfolgsgeschichte bezeichnete er so: »Fernwald hat sich zu einer modernen, familien-, kinder- und zukunftsorientierten Kommune entwickelt«. Sein Wunsch: »Dies wollen wir gemeinsam bewahren«. Besonders hervor hob er die 90 Kuchenspenden für das kostenlose Nachmittagsbüfett. Alle Bürger, Kinder und Jugendliche, Vereine, Kirchen, Verbände, Organisationen und Initiativen der Gemeinde dürften mit Stolz sagen: »Wir erfüllen eine wichtige gesamtgesellschaftliche Aufgabe und leisten einen unersetzlichen Beitrag zum Funktionieren unseres Gemeinwesens.« Das sollte nicht nur mit dem Vereins- und Familientag gezeigt werden. In der Tat: Die Ehrenamtlichen in vielen Vereinen und Institutionen der Gemeinde hatten sich stark ins Zeug gelegt, um sich den Fernwalder Mitbürgern, von denen wohl die Hälfte an diesem Tag der Veranstaltung beiwohnte, zu präsentieren. Allein die Fernwaldhalle war mit zwei Dutzend Ständen voll belegt.

Auf der Außenfläche präsentierten sich auch einige Albacher Vereine. So der mit Kleintierzucht und der mit Obst- und Gartenbau. Hier wurde speziell für Senioren und auch für alle, die sich nicht bücken wollen oder nicht mehr können eine Fallobst-Sammelmaschine für die Apfelernte vorgeführt. Der Feuerwehrverein Albach zeigte beim historischen »Einst« auch einen mehr als zwei Jahrhunderte alten Pumpenwagen der Gemeinde Albach aus dem Jahr 1802. Während der einstigen Albacher Feuerwehr nach deren Auflösung nur noch die Erinnerung an ein »Einst« als ehemalige Ortsteilfeuerwehr bleibt und als Feuerwehrverein in der Gegenwart allein das Oktoberfest, wurde in einer spektakulären »Showübung« gezeigt, wie die Wehren der übrigen zwei Ortsteile einen verunglückten Pkw mit einer Rettungsschere auseinandernehmen, um darin eingeschlossene Menschen bergen zu können. Auf der Freifläche spielte das Blasorchester der TSG Steinbach auf und die Trachtentanzgruppe Annerod zeigte ihr Können.

Für die Kinder war in erster Linie Showclown Ichmaeil zuständig, der sie prächtig unterhaltend in seinen Bann zog. Daneben gab es für die Kleinen eine Hüpfburg, ein XXL-Dart, Schminken, Basteln und einen ausgedehnten Bewegungsparcours. Busse standen bereit, um interessierte Besucher zur Kläranlage und zum Solarpark in Albach zu bringen. Mit großem Enthusiasmus führte die junge Moderatorin Celina Schmitt durch das Bühnenprogramm. Da gaben zuerst die Kita-Kinder aus Albach und Steinbach gemeinsam einige Lieder zum Besten. Die Kinder aus der Albacher Wald-Kita, verkleidet als Bäume, sangen »Stark wie ein Baum will ich sein«. Es folgten die Kinder- und Jugendtanzgruppe Annerod, die Kinder- und die Erwachsenentanzgruppe des TSV Albach, die Kindertanzgarden und Kinder- und Jugendtanzgruppe sowie eine Karate-Vorführung des SV Annerod. Stark musikalisch wurde es dann zum Abschluss hin. Zuerst der Gospelchor »Gospel and more«, danach die Gesangvereine »Heiterkeit Annerod« und »Eintracht Steinbach« sowie der Kinderchor »Steinbacher Spatzen«.

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Bürgermeister Manuel Rosenke bei seiner Eröffnungsrede. Foto: Schäfer © Schäfer
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Clown Ichmael unterhielt die Kinder. Foto: Schäfer © Schäfer

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