1. Startseite
  2. Kreis Gießen
  3. Fernwald

Vorzeigeobjekt für 74 Mädchen und Jungen

Erstellt:

Von: Rose-Rita Schäfer

gikrei_2710_kiuta_vb_271_4c
Bürgermeister Manuel Rosenke (vorne l.) und Dirk Oßwald von der Lebenshilfe unterschrieben den Betreibervertrag im Beisein von Maren Müller-Erichsen (vorne r.) sowie (hinten v.r.) Rebecca Neuburger-Hees, Johanna Hennemuth, Gerhard Pitz, Nicolai Zinkler und einer Mitarbeiterin von Zinkler. Foto: Schäfer © Schäfer

Für die neue Kindertagesstätte in Annerod wurde der Betreibervetrag mit der Lebenshilfe unterschrieben.

Fernwald (rrs). Da in Annerod durch vermehrten Zuzug immer mehr Eltern für ihre Kleinkinder einen Betreuungsplatz suchen, wurde der Bau einer weiteren Kita unverzichtbar. Diese ist nun seit einiger Zeit im Bau. Am Mittwoch wurde mit Vertretern der Lebenshilfe der Betreibervertrag für den neuen Kindergarten sowie den Waldkindergarten in Albach unterschrieben.

Erste Planungen für eine neue Kita am Kreisel in der Großen-Busecker Straße gab es schon 2018. Ursprünglich sollten der Kindergarten und das Gebäude für den Discounter Norma von einem Investor gemeinsam hochgezogen werden. Aber dazu kam es nicht, da der Investor keine Fördergelder bekommen konnte. Kurzerhand nahm die Kommune den Kita-Bau selbst in die Hand, beantragte die erforderlichen Fördergelder beim Landkreis Gießen sowie über das Investitionsprogramm Kinderbetreuungsfinanzierung beim zuständigen Regierungspräsidium in Kassel.

Fertigstellung im Juni 2023

Nachdem alles in trockenen Tüchern war, begannen die Bauarbeiten und Mitte April wurde Richtfest gefeiert. Für Dezember soll in beiden Stockwerken der Estrich verlegt werden. Die Fertigstellung ist für Juni 2023 geplant.

Bürgermeister Manuel Rosenke (parteilos) und Dirk Oßwald, Vorstand der Lebenshilfe Gießen, unterschrieben den ab 1. April 2023 über zehn Jahre laufenden Betreibervertrag für die beiden Kitas. Dabei waren auch Maren Müller-Erichsen, Aufsichtsratsvorsitzende der Lebenshilfe, Dr. Rebecca Neuburger-Hees, Bereichsleiterin Kindertagesstätten, Architekt Nicolai Zinkler, Erster Beigeordneter Gerhard Pitz (Freie Wähler) und die zukünftige n Leiterin beider Kitas, Johanna Hennemuth.

Die Gemeinde ist als Trägerin der Kitas für alle anfallenden Sachverhalte, auch die Löhne der Mitarbeiter, verantwortlich, während die Lebenshilfe für das Betreuungsangebot zuständig ist und die Mitarbeiter einstellt.

»Da wir mit den Bauarbeiten trotz vieler Widrigkeiten wie Corona oder Lieferengpässen immer noch im Zeitplan liegen, kann der versprochene Fertigstellungstermin im Juni 2023 gehalten werden. Die Inbetriebnahme ist für den 1. August 2023 geplant. Dann werden hier 74 Kinder einziehen, aufgeteilt in vier Gruppen: zwei altersübergreifende Gruppen mit jeweils 25 Kindern und zwei Krippengruppen mit je zwölf Kindern. Um eine gute Altersdurchmischung zu erreichen, werden wir auch Mädchen und Jungen aus anderen Fernwälder Kitas einen Wechsel anbieten«, erklärte Rosenke.

Baukosten um 1,2 Prozent höher

Architekt Zinkler zeigte sich stolz: »Trotz steigender Preise liegen wir mit den Brutto-Gesamtbaukosten in Höhe von knapp 5,4 Millionen Euro nur 1,2 Prozent über dem Kostenvoranschlag, Ausstattung natürlich nicht mit inbegriffen.« Die Ausstattung wird die Gemeinde in Absprache mit der Lebenshilfe nach Fertigstellung besorgen und getrennt finanzieren. Das Land hatte 1,2 Millionen Euro Förderung bewilligt, will heißen 300.000 Euro pro Gruppe.

Während der Begehung des Rohbaus hob Zinkler die ökologische Bauweise hervor. Außer der Betongrundplatte sei alles aus Holz, nichts wurde gemauert. Das Flachdach werde später begrünt. Dies sei schon wegen des überlasteten Kanalsystems vonnöten, denn die Pflanzen halten das Wasser zurück und verbrauchen auch einen Teil davon. Das gesamte Gebäude sei hoch gedämmt, mit einer Solaranlage ausgestattet und werde mit Fernwärme geheizt. Außen werde es nur unten herum verputzt, oberhalb werde es ganz mit Holz verschalt. Außenliegende Sonnenschutz-Raffrollos sorgen für einen optimalen Sonnenschutz und ein ausgeklügeltes Belüftungssystem gewährleiste einen gesunden Luftwechsel, erklärte der Architekt.

Alles sei barrierefrei, das Obergeschoss per Aufzug zu erreichen. Die Aufenthaltsräume seien wie kleine Wohnungen aufgebaut: Neben einem großen Raum - immer mit Zugang nach draußen - seien Schlafraum, Toiletten und Wickelmöglichkeiten direkt angegliedert. Der Balkon im ersten Stock gehe mit seinen zwei Fluchtwegen über die gesamte Gebäude-Längsseite und habe als Attraktion für die Kids eine Rohrrutsche in den Außenbereich.

Der ist mit fast 2400 Quadratmetern riesig und nehme etwa zwei Drittel der 3200 Quadratmeter großen Gesamtfläche der Kita ein. Geplant ist dort neben einer gepflasterten Terrasse eine große Wiese mit Naschgarten und Obstbäumen sowie natürlich Spielgeräte für die Mädchen und Jungen. Vertreter der Gemeinde und der Lebenshilfe sehen die neue Kita mit dem großzügigen, hellen, freundlichen und vor allem ökologischen Platzangebot als ein echtes Vorzeigeobjekt in der Region.

Auch interessant