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1250 Euro für Kinderhospizarbeit

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Manfred Vallen, André Fritsch, Elke Pot und Kevin Uhlschmid (v.l.) bei der Spendenübergabe zum »Tag der Kinderhospizarbeit«. © Schäfer

Grünberger Firma spendet am Tag der Kinderhospizarbeit 1250 Euro an den Kinder- und Jugend Hospizdienst Gießen/Marburg

Grünberg (rrs). Der »Tag der Kinderhospizarbeit« wurde am 10. Februar 2006 vom Deutschen Kinderhospizverein bei seiner Gründung ins Leben gerufen und findet seitdem jährlich an diesem Tag statt. Er hat das Ziel die Inhalte und Angebote der Kinder- und Jugendhospizarbeit einer breiteren Öffentlichkeit bekannt zu machen, Menschen für ehrenamtliches Engagement zu gewinnen, finanzielle Unterstützung sowie Spenden zu erhalten und letztendlich das Thema »Tod und Sterben von jungen Menschen« zu enttabuisieren. Grüne Bänder dienen dabei als sichtbare Solidaritäts-Zeichen ähnlich der roten Schleife am Welt-Aidstag.

Am vergangenen Donnerstag, dem Tag der Kinderhospizarbeit, erstrahlte das Gebäude der im Grünberger Gewerbegebiet ansässigen eCommerce-Firma AFB eSolutions GmbH & Co. KG in sanftem grün und es gab Grund zu großer Freude. André Fritsch, Geschäftsführender Gesellschafter von AFB überreichte zusammen mit Kevin Uhlschmid, stellvertretender Geschäftsführer und Innendienstler einen symbolischen Scheck in Höhe von 1250 Euro an die ehrenamtliche Mitarbeiterin Elke Pot vom ambulanten Kinder- und Jugend Hospizdienst Gießen/Marburg. Für diese Spende gab die Firma 500 Euro und die restlichen 750 Euro wurden von den 27 Mitarbeitern eingesammelt. Die Idee zu dieser Aktion hatte IT-Mitarbeiter Manfred Vallen, der früher in Hamburg lebte und sich dort im bekannten Kinder-Hospiz Sternenbrücke engagierte. Heute ist er Mitglied im Kinderhospizverein und versucht wie auch der große Sponsor, Bundestagsabgeordneter Dr. Edgar Franke, mit seinen oft sechsstelligen Summen, Gelder für die Hospizarbeit locker zu machen.

AFB (all for business) eSolution vertreibt C-Teile im großen Stil mit einem Angebot von rund zehn Millionen Artikeln, wobei dies alles Artikel sind, die nicht unmittelbar für die Produktion gebraucht werden. Angefangen vom Mäher für die Wiese vor dem Firmengebäude, den Zucker für den Kaffee über Weihnachtsbäume zur Deko bis hin zu Softdrinks fürs Büro. »Wir beschaffen alles, was gewünscht wird, egal was es auch ist«, klopft Fritsch das Geschäftsprinzip fest und verspricht ab jetzt eine jährliche Spende für die Hospizarbeit.

In der heutigen Gesellschaft gehört der Tod zu den großen Tabuthemen. Noch viel mehr aber wird gerade das Sterben und der Tod von Kindern und jungen Menschen verdrängt und ins hinterste Kämmerchen des Bewusstseins geschoben. Ohne große Lobby leben dennoch etwa 50 000 Kinder und Jugendliche mit lebensverkürzenden Krankheiten in Deutschland. Wer mit Kinderhospizarbeit zu tun hat, ist es gewohnt, harte Schicksalsschläge und große Herausforderungen mitzutragen. Dabei müssen die Mitarbeiter die eigenen Belange außen vor lassen, möglichst nichts mit nach Hause nehmen und immer neutral bleiben. »Bei uns wird nicht so viel gestorben, wie man vermuten könnte. Hospiz wird immer mit Sterben verbunden, bedeutet aber Begleitung. Viele der jungen Menschen mit einer prognostizierten kurzen Überlebensspanne, leben dennoch viel länger und werden von uns oft jahrelang begleitet«, schildert Pot die Hospizarbeit und erklärt: »Unsere Mitarbeiter werden ein halbes bis ein Jahr geschult, bevor sie ihre Arbeit in den Familien aufnehmen. Wir verstehen uns nicht als Therapeuten. Wir wollen in der verkürzten Lebenszeit Augenblicke der Freude schaffen, Kinderwünsche erfüllen, Selbstbestimmung für die betroffenen Familien ermöglichen und mit Rat und Tat zur Seite stehen.«

Gerade Geschwisterkinder kämen oft zu kurz und bräuchten besondere Unterstützung, auch müssten der Familie Freiräume ermöglicht werden, da sich sonst Kraft und Gesundheit schnell erschöpfen. Zurzeit betreut der Hospizdienst Gießen/Marburg rund 20 Familien. Das sind deutlich weniger als in den Jahren vor der Corona-Pandemie, da gerade für die kranken jungen Menschen eine Ansteckung mit dem Virus besonders gefährlich wäre. In Folge verzichten viele Familien lieber freiwillig auf eine Begleitung.

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