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Auf Zeitreise durch Grünberg

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Von: Heinz-Gerhard Schütte

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Zusammen mit den Kinder der Gallusschule wurde das »Gallusslied« gesungen. Foto: Schütte © Schütte

Das Musical »Der Turm« zum Stadtjubiläum in Grünberg feierte am Wochenende Premiere.

Grünberg (hgt). Mit einer erneuten Aufführung sollte man nicht bis zur 850-Jahr-Feier warten. Darüber waren sich die Besucher des Grünberg-Musicals »Der Turm« einig, die bei den zwei Terminen am Wochenende in der voll besetzten Gallushalle allen Beteiligten mit viel Beifall dankten.

Es war der Wunsch und die Idee einiger Bürger, die 800-jährige Geschichte der Stadt Grünberg lebendig werden zu lassen. Dank des Produzenten Peter Herrmann aus Lollar konnte dieses Vorhaben realisiert werden.

In dem Musical geht es um die Jugendlichen Naami (Lina Marie Krause) und Noah (Marian Moldenhauer), die einen Ausweg aus ihrer unfreiwilligen Zeitreise suchen. Außergewöhnliche Umstände versetzen beide in die Lage, durch die Fenster des Diebsturms, in dem sie eingesperrt wurden - hier dienten einige Stehleitern als Kulisse - immer wieder in die Vergangenheit der Gallusstadt zu schauen. Dabei gibt ihnen jeder Fensterausblick einen Einblick in bekannte historische Ereignisse aus der Stadtgeschichte. Obwohl sie in großer Gefahr sind, haben sie eine Idee, wie sie der Situation entkommen können.

Flotte Musik

Unterhaltsam, amüsant und kurzweilig wurden die Besucher auf eine Zeitreise mitgenommen. Dabei spielten die von Noah eingebrachten historischen Jahreszahlen keine große Rolle, die hatte man wohl bald vergessen. Doch was in Erinnerung bleiben wird, waren unter Beteiligung einiger Bürger Grünbergs die mit flotter Musik gelungen ausgestatteten Szenen.

Präsentiert wurden zwölf Ereignisse aus der Stadtgeschichte, beginnend mit der Errichtung der Burg auf dem grünen Berg durch Landgraf Ludwig III. von Thüringen, die 1195 mit der Ansiedlung durch Truppen des Mainzer Erzbischofs erobert und verbrannt wurde. Hier wurde gezeigt, wie die Steine zum Burgbau mühevoll auf den Berg gebracht wurden. Weiterhin ging es die Übergabe des Freiheitsbriefs von Heinrich I. von Hessen für die Stadt Grünberg und den Bau einer Wasserleitung aus dem Brunnental zur Stadt, die 1453 fertiggestellt wurde. Erforderlich war dies besonders im Hinblick auf die Brände, die mehrfach die Altstadt heimsuchten und bei denen es nicht möglich war, schnell ausreichend Wasser zur Löschung herbei zu schaffen.

»Galluslied«

Ein weiteres wichtiges Eregnis: Kaiser Friedrich III. stiftete 1481 der Stadt einen alljährlichen Markt, der acht Tage lang dauern sollte. Er wurde auf den 16. Oktober, den Gallus-Tag gelegt, um an den Tag zu erinnern, an dem die Stadt 1272 den Freiheitsbrief erhielt. Das »Galluslied« dazu wurde von Schüler der Gallusschule vorgetragen.

Besungen wurden auch der alte Handelsweg »Kurze Hessen«, Martin Luther und dessen Übernachtung in Grünberg am 29. April 1521, der berühmteste Sohn der Stadt, der Forscher Theo Koch, und der Bombenangriff am 13. März 1945 und dessen Opfer.

Die Regie hatte Johannes Bauer inne, der sich auch um Tanz und Artistik kümmerte. Auf der Bühne standen außerdem Anna Daum (Magd, schwangere Frau, Mutter im Bombenkeller), Mischa Jung (Bischof, Luther), Stefan Brief (Landgraf, Fremdarbeiter), Tim Weidemann (Maurer, Zwangsarbeiter, Mann im Bombenkeller), Pia Weidemann (Maurerin, Frau im Bombenkeller), Elisa Friedrich (Maurerin, Geigerin), Martin Philippi (Labbeduddler, Grünberger Bürger), Martina Philippi (Grünberger Bürgerin), Andrea Strauch (Feuerwehrfrau), Monika und Florian Hotte (Fanfarenspieler), Theo und Freunde (Frieda Konz, Lara Heidecke, Ida Lang, Benno Keil und Romy Sophie Keil) sowie die Gallusmarktkinder Isabella Kwiek, Alina Weber, Kelly Wiese, Leonie Becker, Dustin Goldmann,Tyler Seelmann, Paul Kögler, Lenny Wedel, Andre Kaimer und Nils Schönbach unter der Leitung von Monika Hotte von der Gallusschule.

Die Band setzte sich zusammen aus Lisa Marie Krause (Gesang, Flöte), Anna Daum, Mischa Jung und Stefan Briel (Gesang), Moritz Weissinger (Drums), Peter Herrmann (Bass, Gitarre), Ralf Gräbe (Gitarre, Gesang), Daniel Schulz (Keyboard), Elsa Friedrich (Violine) und Martin Philippi (Gesang und Gitarre).

Weitere Mitwirkende waren Jaqueline Herrmann (Bühnenmanagement und Kostüme), Harald Frimmel (Tontechnik), Jannik Schäfer und Peter Schomber (Licht) und Henrik Eckl (Technische Leitung).

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