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Das Klappern im Seenbachtal

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Die Lardenbacher Gemeindepfarrerin Cordula Michaelsen war mit der Kamera unterwegs und machte aus großer Distanz Fotos von den gewaltigen Vögeln.

Fotos: Cordula Michaelsen

Abends sitzen Sie auf den Flutlichtanlagen der Sportplätze in Lardenbach und Weickartshain und auf vielen Strommasten, Lampen und Laternen, auf Dächern, in Bäumen und auf Büschen dazwischen. Das blieb nicht unbemerkt. Viele Menschen aus den Dörfern schauen allabendlich nach, haben Fernrohre und Kameras dabei, zücken Handys und tauschen immer wieder die aktuellen »Übernachtungszahlen« aus. Auch die Lardenbacher Gemeindepfarrerin Cordula Michaelsen war mit der Kamera unterwegs und machte aus großer Distanz Fotos von den gewaltigen Vögeln.

Mancher, der im Freien unterwegs ist, sieht die Tiere im eleganten Gleitflug über sich hinwegdüsen. Man hört ihr Klappern, sieht sie im Dutzend zwischen Kühen auf den Weiden, und sie stolzieren behäbig über abgeerntete Äcker. Die rund 30 Tiere stärken sich für ihre große Reise - aber es ist ungewöhnlich, dass sie es im Seenbachtal tun. Seit 2010 sind hier immer höchstens ganz vereinzelt Weißstörche gesichtet worden. Bei einigen Tieren konnte man erkennen, dass sie beringt sind. Auf der Website einer Storchenstation kann man lesen: »Die Ringe geben unter anderem Aufschluss über das Zugverhalten, die Zugwege, das Ansiedlungsmuster der Jungtiere, die Lebenserwartungen, Ortstreue und Todesursachen.« Klingt spannend - und ist es auch. Der NABU schreibt: »Oft legen die Störche, die vielerorts als Glücksbringer gelten, auf dem Weg nach Süden Strecken von mehr als 10 000 Kilometern zurück.«

Das Schauspiel nähert sich im Seenbachtal mittlerweile seinem Ende. Die meisten Tiere sind »abgereist«. Hierzulande gibt es ja die Legende, dass der Weißstorch die Babys bringt, aber nur, wenn man Honig auf die Fensterbank streicht. Von einem aktuellen Babyboom ist im Seenbachtal allerdings bislang nichts bekannt. (bb)

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