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Drei neue Windräder für Grünberg

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Mehr Windenergie für Grünberg. © Archiv/Weigel

Grünberg (klk). Seit 2017 drehen sich östlich der Kernstadt im Grünberger Stadtwald drei Windräder. Betrieben werden sie von dem Energieversorgungsunternehmen Trianel mit Sitz in Aachen.

Jetzt sollen weitere drei Windenergieanlagen (WEA) folgen: Zwei im Stadtwald südöstlich vom Wochenendgebiet »Hetzberg« und südwestlich von Weickartshain. Dazu kommt ein weiteres Windrad im benachbarten Staatsforst.

Grünes Licht für den Windpark »Grünberg II« gab das Stadtparlament vor gut einem Jahr im Februar 2021. Das Projekt ist dennoch nicht unumstritten, weil die beiden neuen Windräder im Stadtwald bis zu 250 Meter hoch werden dürfen und nur etwas mehr als einen Kilometer entfernt von der nächsten Wohnbebauung stehen werden.

Besonders pikant: Grünbergs neuer Bürgermeister Marcel Schlosser (CDU) stimmte damals gegen das Projekt, jetzt muss er es umsetzen.

»Ich kann die Ängste der Bürger sehr gut verstehen, allerdings merken wir gerade auch, wie wichtig es ist, mit der Energiewende voran zu kommen«, macht Schlosser deutlich. Und die Mehrheit der Stadtverordneten habe schließlich so entschieden.

Nicht zuletzt spült der Pachtvertrag Geld in die klamme Stadtkasse. Wie der Bürgermeister bestätigte zahlt Trianel eine Mindestpacht von 23 000 Euro pro Anlage. Hinzu komme ein ertragsabhängiger Zuschlag. So könne man jährlich mit rund 83 000 Euro rechnen. Für die neuen Windanlagen liege die jährliche Mindestpacht sogar etwas höher, so Schlosser.

Wie Ingela Marré, Pressesprecherin von Trianel auf Anzeiger-Anfrage mitteilt, seien die naturschutzfachlichen Untersuchungen bereits letztes Jahr abgeschlossen worden. Nun folge die technische Detailplanung des Windparks und die Abstimmung mit den Behörden.

Der Genehmigungsantrag soll noch Mitte dieses Jahres eingereicht werden. Der Windenergieanlagentyp stehe noch nicht fest. Die aktuelle Anlagengeneration sehe aber Gesamthöhen von circa 240 bis 250 Meter vor und erreiche eine Nennleistung von 5,5 bis 6,8 Megawattstunden je Anlage. Auch die genaue Lage der WEA wird noch im Rahmen der technischen Detailplanung ermittelt.

»Mit einer Inbetriebnahme des Windparks Grünberg II rechnen wir im Jahr 2024«, so Marré.

Mit der Kommune finde ein regelmäßiger, konstruktiver und professioneller Austausch statt.

Nach dem bereits umgesetzten Windpark »Grünberg I« gefragt, antwortet Marré: »Das Windaufkommen schwankt hier in der in Deutschland üblichen Art und Weise. Insgesamt erfüllen sich unsere Erwartungen an die Windausbeute im Windpark Grünberg aber, auch wenn 2021 ein sehr schwaches Windjahr war.«

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