1. Startseite
  2. Kreis Gießen
  3. Grünberg

Dreifacher Glückwunsch

Erstellt:

In diesem Jahr werden nicht nur 800 Jahre Stadtrechte in Grünberg gefeiert. Landesvater Volker Bouffier wusste Bescheid.

Grünberg (twi). 800 Jahre Stadt Grünberg wurden mit einem Festakt in der Gallushalle gefeiert - und Ministerpräsident Volker Bouffier hatte gar ein dreifaches Jubiläum ausgemacht und bekräftigte, dass auch in Zeiten wie diesen mit einem Krieg in der Ukraine gefeiert werden kann.

»Wir dürfen dankbar sein für über 75 Jahre Frieden, Freiheit und Wohlstand und wenn wir 800 Jahre feiern, dann sind die letzten 75 Jahre die besten, die diese Stadt erlebt hat. Herzlichen Glückwunsch zu diesem ganz herausragenden Jubiläum - und eigentlich müsste es ein dreifaches Jubiläum sein: 800 Jahre Ersterwähnung, 750 Jahre Stadtrechte und 1972, vor 50 Jahren, war die Gebietsreform, und da entstand das heutige Grünberg. Die Stadt mit ihren 13 Stadtteilen. Deshalb dreifachen Glückwunsch«.

Die Frage, ob ein solches Jubiläum angesichts des Ukrainekriegs gefeiert werden kann, beantwortet der Landesvater mit einem »Ja, man kann feiern - aber nicht unbeschwert. Der Kern einer solchen Feier ist Tradition und Fortschritt zusammenzubekommen. Wie sind wir das geworden? Wo stehen wir heute, und wo wollen wir hin? Das ist der eigentliche Grund für Jubiläen.«

Grünbergs Bürgermeister Marcel Schlosser hob zur Eröffnung des Festakts unter den 200 geladenen Gästen ganz besonders Bouffier, Regierungsvizepräsident Martin Rößler, Landrätin Anita Schneider, den Ersten Kreisbeigeordneten Christopher Lipp, Ehren-Stadtverordnetenvorsteher Wolfgang Hausmann und Ehren-Bürgermeister Siegbert Damaschke sowie die Märtfraa Andrea Strauch als Moderatorin hervor. Sein Dank für die Organisation galt den Mitarbeitern der Stadtverwaltung. »Wir haben sehr viele Veranstaltungen geplant und ich hoffe, dass diese auch stattfinden«, so das Stadtoberhaupt.

Danach wurde erst einmal die Bühne vernebelt. Daraus schälte sich dann die Kontur des 800-Jahr-Logos hervor. Es wurde von der Gallusmarktkommission präsentiert. »Ist das Kunst, oder kann das weg?« brachte es »Bürstmeister« Gerd Lippert humorvoll auf den Punkt, als er das aus 36 laufenden Metern 42er Stahlrohr, ein Gewicht von 140 Kilogramm aufweisende und in über 100 Kreativstunden in einer Grünberger Bauschlosserei angefertigte Logo vorstellte.

»Es handelt sich um eine Plastik, die auf die Ersterwähnung der Stadt Grünberg hinweist. 50 individuell angefertigte Unikate wurden zusammengeschweißt. So hat auch die Geschichte Grünberg ihre Bürger zusammengeschweißt. Es wäre ein leichtes gewesen, die Zahl 8 und zwei Herzen in einem Guss zu gießen. Aber so geht Geschichte nicht. Die Geschichte Grünbergs verlief nicht in einem Guss. Es gab wie vielerorts Höhen und Tiefen, gute Zeiten und nicht so gute Zeiten, Gares und Halbgares. Deshalb gestalten genau 50 individuell angefertigte Unikate das Werk, welches im Verbund verschiedener Epochen eine Einheit darstellt. Und genau so wie diese 50 Teile zusammengeschweißt wurden, hat die Geschichte Grünbergs ihre Bürger zusammengeschweißt. Und genau das ist es, was wir mit diesem Werk vermitteln wollen«.

Landrätin Anita Schneider gratulierte den »Grimmichern« zu 800 Jahren regionale Geschichte. »Der älteste Verein Grünbergs ist die Kirche«, war sich Pfarrer Alexander Röhr sicher, der gemeinsam mit Pfarrer Ciprian Tiba und Gemeinschaftspastor Björn Zymna eine passende Andacht zu »Suchet der Stadt Bestes« (Jeremia 29, 7) hielt.

Musikalisch umrahmten Schüler der Musik-und Kunstschule Grünberg sowie Martin Philippi den Festakt, stellten Prof. Dr. Holger Gräf und Dr. Andrea Pühringer gemeinsam mit Alt-Bürgermeister Frank Ide das Stadtlexikon und seine Entstehung vor. Martin Philippi zog das Publikum mit seinem Mitmach-«Grünberg«-Song in Bann - und noch bis zum 8. Mai können dazu Strophen noch eingereicht werden. Die Chorgemeinschaft Grünbergs hatte ein Video mit Gesang vorbereitet.

Einen Scheck überreichte Landrätin Anita Schneider gemeinsam mit dem Ersten Kreisbeigeordneten Christopher Lipp Bürgermeister Marcel Schlosser. Weiterer Bericht folgt

Auch interessant