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Elchinventur und sonst »erstmal nix«

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Erinnerungen an die Kindheit: Frank Ide blickt heute als Bürgermeister a.D. auf »sein« Brunnental. © Kächler

Seit gut einer Woche ist Frank Ide nicht mehr Rathauschef in Grünberg. Im Gespräch verrät er, wie er seine Zeit jetzt nutzen wird..

Grünberg . Es war ein triumphaler Sieg, den Frank Ide für die Freien Wähler bei der Bürgermeister-Direktwahl am 28. September 2003 errang: Mit mehr als 75 Prozent der Stimmen setzte sich der damalige Stadtbrandinspektor gegen seinen CDU-Mitbewerber Ingo Kreuder durch.

18 Jahre später scheidet der bis dahin dienstälteste Bürgermeister im Landkreis Gießen aus seinem Amt. Seit gut einer Woche ist er nun nicht mehr Rathauschef.

Der erste Frust nach der knapp verlorenen Wahl sei verflogen, Ein dickes Lob von seinem Nachfolger Marcel Schlosser (CDU) für die »vorbildliche« Übergabe gab es außerdem. »Für mich war es eine Selbstverständlichkeit Marcel schon frühzeitig in alle Entscheidungen einzubinden, die in seine Amtszeit hineinreichen«, sagt dazu Ide lapidar.

Doch was fängt er nun mit seiner neu gewonnenen »Freiheit« an und welchen beruflichen Weg möchte er zukünftig einschlagen?

Zuhause »reusen«

»Erstmal mache ich nix«, betont der 59-Jährige. Zuhause gäbe es genug zu »reusen«. Da seien etwa die rund 50 SD-Karten randvoll mit Fotos, die alle gesichtet und gesichert werden müssten, so Ide. »In den letzten Jahren sind die einfach auf einen großen Haufen geflogen, weil dafür keine Zeit war«, berichtet der begeisterte Hobbyfotograf,

Und dann stehe da noch die Inventur der gut 1000 Elchfiguren an. Seit 1988 sammelt der erklärte Elchfan alles, was mit der größten Hirschart Europas zusammenhängt. »Den ersten aus Holz schenkte mir meine Mutter«, erinnet sich Ide. Mittlerweile brächten ihm Freunde und Bekannte regelmäßig Elche mit oder gäben Tipps, wo es originelle Exemplare zu kaufen gibt.

Als Frühaufsteher müsse er sich an das Längerschlafen erst angewöhnen, scherzt Ide. Und ja, vielleicht gehe er auch mal auf Reisen, »schließlich war ich in den letzten 20 Jahren nie länger als neun Tage am Stück im Urlaub«. Traumziele? »Als Elchfan zieht es mich natürlich nach Skandinavien.« Einen wilden Elch habe er erst einmal bei einem Besuch in Finnland zu Gesicht bekommen, »und das nur von weitem«.

Auch die Polarlichter im hohen Norden reizen ihn: »Davon träumt jeder Fotograf.«

Im Übrigen freue er sich darauf, bei den regelmäßigen Treffen der Ehemaligen, zu denen er jetzt gehöre, die Kollegen von früher wieder zu treffen, die er zum Teil seit Jahren nicht mehr gesehen habe.

»Als junger Mann und neu im Amt habe ich vor allem Gerhard Schmidt bewundert«, erinnert sich Ide. Die Hilfsbereitschaft und das souveräne Auftreten des SPD-Kollegen aus Wettenberg hätten ihn sehr inspiriert.

Dass das Amt des Bürgermeisters auch schwierige Momente mit sich bringt, erfuhr Ide am eigenen Leib. Als es in Grünberg um Themen wie »Windräder« oder »Flüchtlingskrise« ging, sei ihm für seine Überzeugung auch blanker Hass entgegengeschlagen.

Mika hat geholfen

»Das hatte ich so nicht erwartet und es hat mich auch getroffen«, blickt Ide zurück. Erst lange Spaziergänge mit Mischlingshündin Mika hätten ihn dann wieder zur Ruhe kommen lassen.

Das Gassigehen mit Mika nutzte der Bürgermeister auch, um jeden Samstag und Sonntag das Rathaus aufzuschließen und die Prospekte für die Touristen nachzulegen.

Schließlich gehörte der Tourismus ebenso wie die Kinderbetreuung zu den wichtigen Themen seiner Amtszeit. Anders als in manch Nachbargemeinde sieht etwa die Versorgung mit Kindergartenplätzen in Grünberg sehr gut aus.

Auch sein Brunnental liegt ihm sehr am Herzen, denn im angrenzenden »Indianerviertel« ist Ide aufgewachsen. »Als Kinder waren wir jede freie Minute im Tal«, erinnert er sich. Deshalb möchte er auch weiterhin in der Arbeitsgemeinschaft Brunnental aktiv sein. »Ich freue mich schon auf das Frühjahr, wenn wir hier den neuen Wasserspielplatz einweihen.« Und es werde noch mehr passieren verspricht Ide.

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