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Erfolgreich selbstständig arbeiten

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Stolze Präsentation der bestückten Arbeitskisten mit: Patrick Mittelsdorf, Celine Gondolf, Ella Lange und Schulsozialarbeiter und Schreiner Volker Mehmet (v. l.). Foto: Diegel © Diegel

Ein bereits erprobtes Konzept, »Strukturierte Arbeitskisten«, wurde an der Gallus-Schule aufgegriffen und nun an einer Abgangsklasse als Pilotprojekt durchgeführt.

Grünberg (hkd). »Was macht man eigentlich in so einer Werkstatt?«, fragen die Eltern sowie Schülerinnen und Schüler der Gallus-Schule Grünberg, sobald der Schulabschluss näher rückt.

In der Gallus-Schule werden Schüler neben dem Lernen schwerpunktmäßig im Förderschwerpunkt geistige Entwicklung unterrichtet. Nach oft elf bis zwölf Jahren Schule geht der Weg für viele in eine Werkstatt, beispielsweise der Lebenshilfe oder der Schottener Soziale Dienste.

Aber was genau erwartet sie da? Neben den jährlichen Betriebspraktika ab der 8. Klasse wurde ein bereits erprobtes Konzept, »Strukturierte Arbeitskisten«, an der Gallus-Schule aufgegriffen und nun an einer Abgangsklasse als Pilotprojekt durchgeführt.

Ein Schwerpunkt bildet dabei die individuelle Vorbereitung von Jugendlichen mit Behinderung auf ein späteres Berufsleben.

Dieser Zielsetzung folgend stehen Förderschullehrkräfte immer wieder vor dem Problem, eine bedarfsgerechte Unterrichtsgestaltung besonders für schwerstbehinderte, autistische und in ähnlicher Weise in ihrer Entwicklung beeinträchtigte Jugendliche anzubieten.

Auf Grundlage des TEACCH-Konzeptes (Treatment and Education of Autistic and Related Communication Handicapped Children) entstanden im Laufe der Zeit an der Gallus-Schule, unter Anleitung des Schulsozialarbeiters und Schreiners Volker Mehmet, 24 Holzkisten, die mit verschiedenen Dingen befüllt wurden.

Dabei wurden vor allem die Schülerinnen und Schüler Celina Gondolf, Ella Lange sowie Patrick Mittelsdorf aus dem Förderschwerpunkt Lernen bei bestimmten Arbeiten wie beispielsweise dem Schleifen der Deckel oder Löcher bohren miteinbezogen.

Die Befüllung der Kisten reicht von einfachen Sortieraufgaben bis hin zu mehrschrittigen Montageaufträgen, so das Konzept. Schüler sollen dabei beispielsweise lernen, wie sie Muttern auf Schrauben mit Unterlegscheiben drehen können. Winkel müssen verschraubt werden und Kleinstteile aus der Werkstatt in Tüten nach Anweisung verpackt werden.

Ziel des Projekts ist vor allem die Heranführung an eine selbstständige Arbeitsweise und die Stück für Stück gewonnene Selbstbestimmung.

Bilder und die ständige Übung machen es möglich, die Arbeitsschritte nach kurzer Zeit zu verstehen und durchzuführen und schließlich Sicherheit zu erlangen, damit die Jugendlichen selbstbewusst und gestärkt ihrem Berufsleben entgegensehen können.

Das Arbeitskisten-Projekt wurde an der Gallus-Schule mit Schülerinnen und Schülern durchgeführt, die nach der Schule eine Werkstatt für Menschen mit Behinderung besuchen werden.

Nach einem ersten Experimentieren erkannten sie durch eine getroffene Vorauswahl schnell die Arbeitsabläufe und hantierten intensiv und eigenständig mit den verschiedenen Materialien. Somit wurde das Ziel, die Jugendlichen zum selbstständigen Arbeiten zu motivieren, erfolgreich erreicht.

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