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Hilfe aus Grünberg für Polen

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Nach dem Hilferuf aus der Partnerstadt Mragowo wird ein ganzer Bus mit Hilfsgütern beladen. © Tobias Lux

Grünberg (fley). Am 21. März erreichte ein Hilferuf der polnischen Partnerstadt aus Mragowo das Grünberger Rathaus. »Aus unserer Partnerschaftsstadt Mragowo in Polen erreichte uns vom dortigen Bürgermeister Bulajewski ein dringender Hilferuf«, begann Bürgermeister Marcel Schlosser in seinem Schreiben in den sozialen Medien. Rund 1000 Flüchtlinge, nahezu ausschließlich Frauen und Kinder, seien bisher in Mragowo angekommen.

In ganz Polen sind es um die zwei Millionen.

Ankunft nach 14 Stunden

»Der Bürgermeister von Mragowo bittet uns dringend um Spenden in Form von Hygieneartikeln und lang haltbaren Lebensmitteln. Ein mit Hilfsgütern vollgeladener Bus wird nach Mragowo fahren. Auf dem Rückweg werden 50 ukrainische Frauen mit Kindern nach Grünberg gebracht«, so Schlosser weiter. Die vergangene Woche über gab es die Gelegenheit, Hilfsgüter im Rathausfoyer abzugeben. Dienstagmorgen um 2 Uhr machte sich dann der vollgeladene Konvoi auf dem Weg. Mit dabei war Tobias Lux, der sich neben seiner kommunalpolitischen Funktion als Magistratsmitglied auch seit mehr als 30 Jahren in der Städtepartnerschaft engagiert. Am Mittwochmorgen erreichte diese Zeitung dann ein erster Zwischenstand aus Polen. »Die Spenden wurden angenommen. Wir sind am Dienstag um 2 Uhr los und waren gegen 16 Uhr da. Wir wurden vom Bürgermeister und seinem Stellvertreter sowie dem Arbeitskreis für Städtepartnerschaften empfangen und zum Essen eingeladen«, schilderte Lux. Um 8 Uhr am Mittwoch seien die Spenden ausgeladen worden.

»Der Laderaum vom Bus war voll mit Hygieneartikeln und Lebensmitteln, auch dank der massiven Unterstützung der Bürgerinnen und Bürger sowie vom Edeka und Rewe in Grünberg, die die Waren noch aufgestockt haben. Fast alle Sitzreihen waren voll mit Windelpaketen«, erzählte der Sozialdemokrat.

Der Bürgermeister Mragowos zeigte sich nach Angaben von Lux sehr dankbar über die schnelle Reaktion und die große Menge an Spenden. Um 20 Uhr am Mittwoch ging es wieder in die mittelhessische Heimat, wo die Grünberger zusammen mit rund 50 ukrainischen Frauen und Kindern gegen 12 Uhr am Donnerstag ankommen sollen.

»Wenn wir wieder in Grünberg sind, dann geht es erstmal zum Testzentrum. Das machen wir hier auch in Mragowo, wenn wir losfahren. Wenn alle negativ sind und alles gut funktioniert hat, dann werden in Grünberg die Quartiere bezogen«.

Für die Heimfahrt ist die Versorgung der Geflüchteten und der heimischen Mitfahrer gesichert, das versicherte Lux. Derzeit sind in Grünberg rund 50 Geflüchtete aus der Ukraine in verschiedenen Wohnungen der Großgemeinde untergebracht. »Für die Aktion schicke ich bereits vorab meinen herzlichen Dank für die Hilfsbereitschaft, auch im Namen meines Bürgermeisterkollegen Bulajewski«, teilte Bürgermeister Schlosser mit.

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