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Lumda nun am »Erzweg Nord«

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Scheckübergabe mit Renate Krauß-Pötz, Karl Heinz Hartmann, Bürgermeister Schlosser, Andreas Klunz und Markus Hohmann (v.l.). © privat

Grünberg (red). Auch der Grünberger Ortsteil Lumda ist nun an den neu eröffneten Wanderweg »Erzweg Nord« (auf dem Terrain von Atzenhain, Bernsfeld, Nieder-Ohmen) angeschlossen. Von 1908 bis 1933 war Lumda Standort der Erzverladestation für die Grube Atzenhain von Buderus.

Eine Seilbahn mit Loren führte von der Grube nach Lumda, die Bahn transportierte das in Atzenhain gewonnene und gewaschene Erz in oben offenen Güterwaggons zur Verhüttung nach Lollar und Wetzlar. Entscheidend dafür waren die 1906 entdeckten weiteren umfangreichen Eisenerzvorkommen in Atzenhain und die seit 1902 vorhandene Lumdatalbahn. In den 1920er Jahren wurde auch Eisenerz aus Gruben in Bernsfeld von Lumda abtransportiert. Der Bahnanschluss machte Lumda attraktiv für Buderus und trug zur Entwicklung Lumdas bei. In Bahnhofsnähe errichtete Buderus eine »Beamtenvilla« für den Grubenleiter, in der Bahnhofstraße ein Haus mit Zimmern für Arbeiter. Familien von Obersteigern und Steiger bauten privat stattliche Häuser in der Bahnhofstraße. 1933 waren die Eisenerzvorkommen in Atzenhain erschöpft, die Grube wurde stillgelegt.

Der etwa drei Kilometer lange neue Wanderweg führt unter der ehemaligen Seilbahn von Atzenhain nach Lumda. In Bahnhofsnähe in Lumda, am Lumdatal-Radweg gelegen, wird auf zwei Informationstafeln mit Texten, Fotos, Karten, technischen Zeichnungen das Geschehen erläutert. Die Ausschilderung des Weges konnte dank einer Spende der Stiftung der Sparkasse Grünberg in Höhe von 2000 Euro realisiert werden.

Ortsvorsteher Steffen Peter, der Grünberger Bürgermeister Marcel Schlosser und Andreas Klunz, Vertreter der Sparkassen-Stiftung, eröffneten den Weg mit Aktiven der Projektgruppe Erzweg. Renate Krauß-Pötz, Ortshistorikerin, unternahm mit ihnen eine kurze historische Führung. Karl Heinz Hartmann erläuterte das Gesamtvorhaben Erzwege. Buderus war durch den Beauftragten des Zentralheizungsmuseums Lollar, Markus Hohmann, vertreten.

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