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»Meilenstein für Brandschutz«

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Von: Rose-Rita Schäfer

In Grünberg wurde der Förderbescheid für das neue gemeinsame Gebäude der Feuerwehren Lehnheim und Stangenrod überreicht.

Grünberg (rrs). Stefan Sauer, Staatssekretär im Hessischen Ministerium des Innern und für Sport sprach von einem »Meilenstein für den Brandschutz vor Ort«, als er Grünbergs Bürgermeister Marcel Schlosser jetzt den Zuwendungsbescheid in Höhe von 288 050 Euro für den Neubau eines Feuerwehrhauses für die Stadtteile Lehnheim und Stangenrod überreichte. Beim denkwürdigen Augenblick mit dabei waren in Vertretung für Katrin Schleenbecker, Landtagsmitglied der Grünen, Stadtrat Wilhelm Zoll, Stadtbrandinspektor Jörg Sprankel sowie Florian Schäfer, Wehrführer von Stangenrod, und Sebastian Traum, Wehrführer Lehnheim.

Schlosser hob die Wichtigkeit der finanziellen Unterstützung durch das Land insbesondere für kleine Kommunen hervor, während Sauer den Einsatzkräften für ihren freiwilligen Dienst für die Allgemeinheit dankte und die Bedeutung moderner Feuerwehrhäuser für die Sicherheit der Bürger unterstrich. Sprankel erklärte, dass Lehnheim und Stangenrod bisher zwar eigene Feuerwehrhäuser hätten, die nur rund 700 Meter auseinanderlägen. Beide seien jedoch alte Häuser aus den 70ern mit zu kleinen Stellplätzen für die modernen Feuerwehrfahrzeuge. Da eine Sanierung mit über einer Million Euro veranschlagt wurde, entschied man sich für einen gemeinsamen Standort und ein neues Gebäude. »Übungstechnisch sind wir schon zusammengegangen und wir werden auch zusammen alarmiert«, sagte er.

Das neue Einsatzgebäude wird mit Gesamtkosten von rund vier Millionen Euro das Stadtsäckel von Grünberg extrem belasten. Die förderfähigen Gesamtkosten belaufen sich auf 823 000 Euro, wovon das Land 35 Prozent, will heißen die 288 050 vom Förderbescheid, übernimmt. Der Neubau wird am Ortsausgang von Lehnheim Richtung Stangenrod liegen und ist eingeschossig vorgesehen. Mit einer Fahrzeughalle mit drei Fahrzeugstellplätzen, einem Lagerbereich, einer Werkstatt sowie einem Sozialtrakt inklusive Schulungsraum, Jugendfeuerwehrraum, Umkleide- und Sanitärbereich, Teeküche und einem Büro für die Wehrführung wird die Feuerwehr gut für die Zukunft aufgestellt sein. Die Ausschreibungen werden Anfang nächsten Jahres anlaufen, der Baubeginn ist für Anfang 2024 geplant und mit der Fertigstellung wird im Laufe des Jahres 2025 gerechnet.

Bisher waren die Feuerwehren Lehnheim und Stangenrod nur mit der Sonderaufgabe Stromversorgung betraut. Nach Fertigstellung des neuen Gebäudes soll hier ein Katastrophenschutzfahrzeug, ein LF20, mit neuen Zusatzaufgaben stationiert werden, berichtete Andreas Heinecke von der Arbeitsgruppe Öffentlichkeitsarbeit Grünberg. Auf ein mit nur zehn Einsätzen sehr ruhiges Jahr blicken in Lehnheim 50 und in Stangenrod zehn aktive Feuerwehrleute zurück. Die Jugendfeuerwehren beider Orte sind beliebt und zählen zusammen 20 Mitglieder.

Sauer betonte, dass Hessen Rekordmittel für den Brandschutz aufwendet und damit bundesweit an der Spitze steht, denn »das Gefühl von Sicherheit ist unbezahlbar«. Durch die Erhöhung der Garantiesumme im Brandschutz wurden allein im Landkreis Gießen in den vergangenen zwei Jahren insgesamt 19 Fahrzeuge und fünf bauliche Maßnahmen mit einer Gesamthöhe von mehr als zwei Millionen Euro gefördert. Insgesamt habe das Land 2021 rund 24 Millionen Euro in die Feuerwehren investiert und in diesem Jahr wegen der Garantiesumme-Erhöhung sogar 43 Millionen. »Trotz allem ist das nur ein Tropfen auf den heißen Stein, das neue Feuerwehrhaus mit seinen vier Millionen Euro ist eine harte Nummer für Grünberg. Schließlich müssen wir vieles finanzieren, die Kitas, öffentliche Einrichtungen und dauernd kommen neue Auflagen auf uns zu«, merkte Stadtrat Zoll zur Grünberger Fördersumme an. Wohingegen Bürgermeister Schlosser eher positiv in die Zukunft schaute: »Der Haushalt für nächstes Jahr sieht viel besser aus als dieses Jahr, wir schaffen das schon.«

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