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Neustart in Zeiten des kirchlichen Umbruchs

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Probst Matthias Schmidt überreicht die Ordinationsurkunde an Pfarrer Alexander Röhr (r.). © Schütte

In seiner Ansprache zur Ordination von Grünbergs neuem Pfarrer Alexander Löhr betonte Propst Matthias Schmidt, dass momentan viel im Umbruch sei und man von Zweifeln an der Institution höre.

Grünberg (hgt). Mit Alexander Röhr wurde in der Evangelischen Stadtkirche Grünberg der neue Pfarrer für den Paulusbezirk in einem feierlichen Gottesdienst ordiniert. Zu Beginn des liturgischen Ablaufs begrüßte Pfarrer Eberhard Hampel vom Lutherbezirk die Anwesenden und las mit Dekan Norbert Heide und der Gemeinde den Eingangspsalm 119 und das Gloria Patri.

In seiner Ansprache zur Ordination betonte Propst Matthias Schmidt, dass momentan unendlich viel im Umbruch sei und man von Zweifeln an der Institution höre. Petra Bahr, Propstkollegin aus Hannover, habe in ihrem Twitteraccount an ihren Sohn geschrieben, der sie fragte, ob sie noch in der Kirche wäre, wenn sie nicht diesen Job hätte: »Die Wahrheit aber ist: Weil ich keinen anderen Ort weiß. Bei allem Leiden an der Institution, für die ich mitverantwortlich bin, bei aller Ohnmacht über so viel Abgründiges, bei soviel Leid, Mittelmaß, Langweile und falschen Motiven, bei so viel Moral für die anderen und Ausreden für uns selbst, ich wüsste keinen anderen Ort und schloss: Mein Glaube ist zu schwach, um ohne Kirche auszukommen!« Diese Worte seien ein leidenschaftliches Plädoyer für das Pfarramt, und er wünsche dem neuen Pfarrer diese Leidenschaft für die Kirche.

Es schloss sich das Glaubensbekenntnis an und Präses Elke Sézanne verlas den Grundsatzartikel der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Die Ordinationsverpflichtung wurde von Probst Matthias Schmidt mit der Urkundenüberreichung vorgenommen. Bei der Segnung des neuen Pfarrers wurde Schmidt von den Vorgenannten und den Segnungsassistenten Pfarrerin Miriam Fleischhacker, Pfarrer Christoph Kahlert und Edda Devynck vom Kirchenvorstand unterstützt.

Mahnende Worte

In seiner Predigt nach Hebräer Kapitel 4, Verse 12 bis 13, ging Pfarrer Röhr auf die Situation einer drohenden Kriegsgefahr in Europa ein. Worte seien eine gefährliche Waffe, könnten aber auch verständnisvoll und heilsam sein. Gerade in der gegenwärtigen Krise sei es ratsam, die Worte der Diplomatie sorgfältig zu wählen. Gottes Wort verbreite die Botschaft, was alles anders und besser laufen könne in unserem Leben.

Der Gottesdienst wurde musikalisch begleitet von Gabriele Hierdeis (Gesang) und Kantorin Ulrike Sgodda-Theiß (Orgel). Der Grünberger Kirchenvorstand überreichtee einen blumigen Willkommensgruß. Grünbergs Bürgermeister Marcel Schlosser drückte seine Freude darüber aus, Pfarrer Alexander Röhr in Grünberg begrüßen zu können. Schlosser betonte, dass in diesem Anforderungsprofil zum Ausdruck komme, dass Kirchengemeinden heute nicht mehr für sich selbst leben, sondern mitten in der Gesellschaft. Weitere Grußworte wurden von Pfarradministrator Ciprian Tiba von der katholischen Pfarrei Hl. Kreuz Grünberg, der Kirchenvorstandsvorsitzenden Carola Aff von den Gemeinden Lehnheim und Stangenrod sowie von Rendantin Claudia Wolf von der Selbständig Evangelisch-Lutherischen Kirche - Bethlehemsgemeinde Grünberg überbracht.

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