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Opfer starb durch Kopfschuss

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In diesem Wohnhaus in Harbach ereignete sich die Tat. Archivfoto: Zylla © Emanuel Zylla

Grünberg (lth). Ein Kopfschuss war die Ursache für den Tod der 48-Jährigen, die am vergangenen Donnerstag in einem Haus in Harbach aufgefunden worden ist. Dies gab Oberstaatsanwalt Thomas Hauburger auf Anfrage des Anzeigers als Ergebnis der Obduktion wieder. Als dringend tatverdächtig gilt der 64-jährige Ehemann, doch dieser schweigt weiterhin.

Erst vor zwei Jahren zog das russlanddeutsche Ehepaar nach ihrer Hochzeit in den neu gebauten Bungalow in Harbach. Doch das Glück bröckelte schon seit mehreren Monaten. Im Oktober des vergangenen Jahres habe die 48-Jährige bei der Polizei Anzeige gegen ihren Mann wegen Beleidigung und einfacher Körperverletzung erstattet, erklärte Hauburger. Der 64-Jährige war bereits Mitte des vergangenen Jahres ausgezogen, kehrte allerdings am Weihnachtsabend zurück, wie ein Nachbar berichtete. Am vergangenen Mittwochabend soll er das Haus wieder verlassen haben und weggefahren sein. Wenige Stunden später stellte er sich der Polizei.

Tatmotiv unbekannt

Knapp eine Woche nach dem Tötungsdelikt gibt es noch keine genauen Erkenntnisse zum Tathergang, da der Beschuldigte noch von seinem Schweigerecht Gebrauch mache und bislang nicht ausgesagt habe, wie Oberstaatsanwalt Hauburger erklärte.

Wie viele Schüsse wurden auf die Frau abgegeben? »Zur genauen Anzahl der Schüsse können aus ermittlungstaktischen Gründen keine Angaben gemacht werden«, sagte er. Laut einer ersten Mitteilung der Polizei hatte die Frau mehrere Schussverletzungen erlitten.

Das Tatmotiv ist daher weiterhin unklar. Durch Befragungen von Nachbarn und im unmittelbaren familiären sowie im freundschaftlichen Umfeld des Ehepaares und durch Spurenuntersuchungen im Wohnhaus hoffen die Staatsanwaltschaft und die Kriminalpolizei Gießen, zu weiteren Erkenntnissen zu gelangen.

Der 64-jährige Tatverdächtigte, gegen den wegen Totschlags ermittelt wird, sitzt aktuell in Untersuchungshaft. In der Nacht zum Donnerstag rief sein Anwalt bei der Polizei an und meldete, dass es zu einem Tötungsdelikt in Grünberg »zum Nachteil der von seinem Mandanten getrennt lebenden Ehefrau« gekommen sei. Sein Mandant wolle sich der Polizei stellen. Die Beamten fanden dann im Haus die Leiche der 48-Jährigen und stellten zudem eine Kurz- und Langwaffe sicher. Eine waffenrechtliche Erlaubnis für beide Schusswaffen besitzen nach Angaben von Hauburger weder der 64-Jährige, noch die getötete Ehefrau.

Das Haus des Ehepaares sei im Hinblick auf eine Trennung bereits vor einiger Zeit geschätzt worden, hatte ein Nachbar gegenüber dem Anzeiger erklärt. Der Beschuldigte soll außerdem vor nicht allzu langer Zeit sein Bauunternehmen verkauft haben.

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