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Regelmäßige Sprechstunde

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Marcel Schlosser vor seinem neuem Arbeitsplatz im historischen Rathaus am Marktplatz, der »Gut Stubb« Grünbergs. © Kächler

Der 31-jährige Marcel Schlosser (CDU) wird als neuer Bürgermeister in Grünberg vereidigt

Grünberg . »Die besten Ideen kommen mir nachts, wenn die Kleine ihr Fläschchen bekommt - dann tippe ich meine Gedanken schnell ins Handy«, schildert der junge Familienvater. Und diese »Ideen« betreffen seinen neuen Job. Denn der 31-Jährige ist Marcel Schlosser. Und der wird am heutigen Donnerstag offiziell in sein neues Amt als Bürgermeister der Stadt Grünberg eingeführt.

»Ich möchte für alle Grünberger da sein«, sagt der CDU-Mann. »Deshalb wird es auch eine regelmäßige Bürgermeistersprechstunde geben«, verrät er eine seiner Ideen. Komunikation sei »enorm wichtig«, denn Politik müsse wieder »greifbar und nachvollziehbar« werden.

Und natürlich wird Familie ein Thema sein. Denn Schlosser sieht Grünberg als familienfreundliche, weltoffene Stadt mit viel Potential. »Unser Kinder- und Jugendbüro leistet hervorragende Arbeit, doch wir müssen auch sicherstellen, dass es in den kommenden Jahren genug Kita-Plätze gibt«, sagt er mit Blick auf die Erweiterung des Kindergartens Lumda.

»Tempo rein« müsse ebenfalls in die Erschließung des Gewerbegebiets Lumda. Hier seien immer noch nicht alle infrage kommenden Flächen in der Hand der Stadt.

Auch das vom Stadtparlament - übrigens gegen die Stimmen von Schlossers CDU - beschlossene Ärztezentrum steht auf seiner Agenda. »Ich werde mich natürlich der Sache annehmen, denn wenn wir jetzt nicht Gas geben, springen vielleicht einige potentielle Partner ab«. schildert der Beltershainer. Deshalb müssten jetzt dringend viele Gespräche geführt werden.

Handlungsbedarf sieht der Kommunalpolitiker mit Leib und Seele auch beim Thema Klimaschutz. »Als Gemeinde können wir zwar nur einen kleinen Beitrag leisten, der ist aber nicht minder wichtig.« Er sei froh, dass die Stadt nun einen Klimaschutzmanager bekomme, um die Maßnahmen koordiniert anzugehen.

»Mittelfristig« möchte er »eine Grundsatzdiskussion« zum Neubau eines Hallenbades anregen. »Dabei ist mir klar, dass es ohne einen solventen Investor heutzutage nicht möglich sein dürfte. Und dann ist da natürlich noch die 800-Jahr-Feier. »Wir wollen alles so planen, als würde es stattfinden können«. erläutert Schlosser, »absagen oder der Pandemie-Lage anpassen können wird die Veranstaltungen dann immer noch.«

Die »Spaziergänge« der Corona-Gegner nerven den designierten Bürgermeister. Ich gestehe jedem zu, für seine Meinung zu demonstrieren, aber sobald man merkt, da laufen Nazis mit, muss man Abstand nehmen. Die Gründung des »Bündnisses für Vernunft, Respekt und Solidarität« unterstützt Schlosser ausdrücklich. »Grünberg war einst freie Handelsstadt und steht auch heute für Weltoffenheit und Integration.« Bestes Beispiel sei die traditionsreiche Wurzelbürsterei als Höhepunkt des Gallusmarktes, bei der verdiente Zugezogene zu Grimmichern »gebürstet« würden.

Dass das »oberhessische Oktoberfest« mit einem der ältesten Jahrmärkte in Hessen in diesem Jahr wieder stattfinden kann, hofft Schlosser inständig. Denn Geselligkeit ist ihm wichtig.

Als »Fassenachter von ganzem Herzen« fehle ihm natürlich die Kampagne sehr. Gerade jetzt, in der dunklen Jahreszeit mit all den Corona-Beschränkungen könne das schon mal auf's Gemüt schlagen. »In solchen Momenten bin ich froh, wenn ich mit meiner Frau und den drei Kindern wenigstens einen Spaziergang machen kann. Das gibt mir Kraft.«

Besonders freut ihn der reibungslose Übergang in sein neues Amt: Bürgermeister Frank Ide verhält sich wirklich super kooperativ und lässt mich schon seit Wochen an Besprechungen und Personalentscheidungen teilhaben. Das ist wirklich eine Vorzeigeübergabe.«

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