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»Viel gedäppelt und gebabbelt«

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Von: Klaus Kächler

Erster Frühschoppen für Marcel Schlosser als Bürgermeister. Sein vorläufiges Fazit: Super Erfahrung.

Grünberg . Das Mega-Fest des Ostkreises, der Grünberger Gallusmarkt, findet nach zweijähriger Pause endlich wieder mit großem Programm statt. Noch bis Sonntag feiern die Grimmicher den heiligen Gallus und sich selbst. Doch der diesjährige Gallmärt war auch in anderer Hinsicht besonders. Zum ersten Mal durfte Bürgermeister Marcel Schlosser das beliebte Fest und vor allem den Frühschoppen als Stadtoberhaupt erleben. Seine Bilanz vor dem Finale am Wochenende: »Rundum gelungene Tage und eine super Erfahrung.« Dazu noch ein besserer Besuch als vor Corona. Was will man mehr?

»Ich bin aber auch froh, dass heute ein Tag Pause ist«, gesteht Schlosser im Gespräch mit dem Gießener Anzeiger. »Man däppelt doch viel durch die Stadt. Zwar nicht so weit am Stück, weil man ja auch gerne hier und da mal babbelt, aber am Ende des Tages kommt doch schon einiges zusammen.« Beim Einmarsch ins Festzelt zum traditionellen Frühschoppen sei die Stimmung noch etwas verhalten gewesen, fiel dem Bürgermeister auf. Doch Bürstmeister Gerd Lippert habe es wie immer geschafft, das Zelt zum Beben zu bringen.

»Er hat mir übrigens nicht verraten, was auf mich zukommt, aber ein alter Fasse nachter wie ich macht gern jeden Spaß mit«, so Schlosser. Das musste er auch: Für ein Selfie mit der Märtfraa sollte Schlosser nicht nur auf einen Schemel steigen, sondern musste sich auch eine Mütze mit Blinklicht in den Farben Grünbergs aufsetzen lassen - »zwecks besserer Erkennbarkeit«, so Lippert. Hintergrund: Auf einem runden Geburtstag war der Bürgermeister von der Jubilarin als Gratulant vermisst worden, obwohl er schon an der Tafel saß.

Und auch Schlosser musste sich einer Mundartprüfung vor Bürstmeister Gerd Lippert unterziehen, um schließlich als »Oberbürstmeister« einen neuen Ehrentitel zu erhalten. Etwas zu klein ausgefallen war jedoch ein Musketier-Anzug für das Stadtoberhaupt. Zum Ritterschlag zum Musketier mittels »Schusterpech« konnte er sich diesen lediglich um den Hals legen.

Ein voller Erfolg war nach Schlossers Worten auch die Aktion mit den Porzellanlöffeln, in die die Märtfraa Inga Christ das hochprozentige »Schusterpech« füllen konnte. »Fast alle 800 Löffel sind schon weg. Allein bei unserem Kneipenrundgang haben wir über 100 an die Frau und den Mann gebracht.«

Überhaupt beschreibt Marcel Schlosser die Rundgänge als ein persönliches Highlight: »Wenn man in dem grauen Wams der Gallusmarktkommission durch die Marktstraßen geht, erntet man stets ein Lächeln und wird herzlich aufgenommen.« Nicht zuletzt ein Zeichen dafür, was die Kommission für eine hervorragende Arbeit leiste.

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