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Von Frauen und Piraten

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»La Boite a jouer« bringen eine lebhafte Inszenierung auf die Bühne der Theo-Koch-Aula. Foto: Schütte © Schütte

Grünberg (hgt). Die Theatergruppe »La Boite a jouer« aus Condom im Département Gers trat mit ihrem neuen Theaterstück »Femmes pirates« (Piratenfrauen) unter der Regie von Pitto Campa in der Aula der Theo-Koch-Schule auf. Es war eine Veranstaltung des Arbeitskreises Städtepartnerschaft Grünberg e.V. anlässlich der Jubiläumsfeierlichkeiten der Städtepartnerschaften mit Condom und Mragowo.

Unterstützt wurde dies durch den deutsch-französischen Bürgerfonds sowie durch die Stiftung der Sparkasse Grünberg. Der Deutsch-Französische Bürgerfonds berät, vernetzt und finanziert Projekte, die die deutsch-französische Freundschaft und Europa in der Breite der Bevölkerung erlebbar machen. Er fördert eine Vielzahl an Formaten und Themen, ist niedrigschwellig und steht allen Akteuren der Zivilgesellschaft offen. Der Bürgerfonds geht auf den im Jahr 2019 zwischen Deutschland und Frankreich geschlossenen Vertrag von Aachen zurück und wurde im April 2020 errichtet. Er wird vom Deutsch-Französischen Jugendwerk (DFJW) umgesetzt und zu gleichen Teilen von der Bundesregierung und der französischen Regierung finanziert.

Spannend und mitreißend

Das spannende und mitreißende Stück basiert auf dem Leben zweier Seeräuberinnen aus dem 18. Jahrhundert und erzählt die Geschichte zweier Piratenfrauen, Anne Bonny und Mary Read. Anne Bonny, die Frau von Rackam dem Roten, war die einzige Frau, die auf dem Piratenschiff bleiben durfte, da nach Meinung der Matrosen Frauen an Bord der Schiffe Unglück brachten. Die mutige Mary Read schaffte es, auf das Schiff zu gelangen, indem sie sich als Mann verkleidete. Einigen Männern gelang es aber, ihr Geheimnis zu lüften. Mary Read aber war stolz, zeigte sich als Frau und kämpfte gegen die Männer. Am Ende blieben nur die Frauen und ein einziger Matrose zurück, um gegen ihre Feinde zu kämpfen.

Die Autorinnen sind Clothilde Huet und Johanne Teste, Pitto Campa hatte die Idee und führte Regie, Victor Campa übernahm die musikalische Gestaltung und Jérémy Morello besorgte die Aufnahmen und Arrangements. Das Stück wurde aufgeführt in der Besetzung Victor Campa, Stéphane Dufau, Clothilde Huet und Johanne Teste.

Pitto Campa sagt zum Stück: »Vielleicht ist es meine Kinderseele, die ich wiedergefunden habe oder die mich nie verlassen hat, dieses Stück zu inszenieren, das von Clothilde Huet und Johanne Teste von der ›la compagnie Les Reverberes‹ geschrieben wurde. Es ist so, wie ich es mir vorgestellt habe, voller Poesie, Humor und Sensibilität. Die Koproduktion dieses Stücks zwischen ›La Boîte a Jouer‹ und ›Les Reverberes‹ hat es ermöglicht, all unsere Energien zu bündeln: Die originelle musikalische Kreation von Victor Campa, die große Theatererfahrung von Stéphane Dufau, die Welt des Improvisationstheaters in dem Johanne Teste und Clothilde Huet baden. Das alles hat dafür gesorgt, dass dieses Quartett dem Stück ein unglaubliches Leben verleiht und viel Raum für Träume und Fantasie gibt, sowohl für die Großen als auch für die Kleinen.« Die Besucher in der Theo-Koch-Aula spendeten begeistert Applaus, wenn auch wohl nicht alle der französischen Sprache mächtig gewesen sein dürften.

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