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»Wenn nix passiert, müssen wir aufgeben«

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Hinter der Hecke: Hans-Walter Hofmeister(l.) und Rolf Nicolai sehen sich von der Stadt im Stich gelassen. © Kächler

Ein verschlossenes Gartentor versperrt den Kunden den direkten Weg zum Container des Schilderdienstes Kroschke. Die Betreiber fühlen sich von der Stadt Grünberg im Stich gelassen.

Grünberg . Vor gut einem Jahr ist die Außenstelle der Zulassungsstelle des Landkreises Gießen von Laubach nach Grünberg umgezogen. Mit ihr wechselte auch der Schilderdienst Kroschke, der seit 20 Jahren Autokennzeichen und Zubehör anbietet, seinen Standort. Und zwar auf ein privates Gelände gegenüber der Zulassungsstelle. Dieses ist zwar durch eine große Hecke vom städtischen Areal getrennt, allerdings ermöglichte ein kleines Gartentor den direkten Zugang für Kunden, die ihr neues Kennzeichen drucken lassen wollten.

»Bereits nach zwei Monaten forderte die Stadt aber den Grundstückseigentümer auf, das kleine Tor zu verschließen«, klagt Rolf Nicolai, der Filialleiter des Schilderdienstes in Grünberg. Damit sei den Kunden der direkte Weg zu seinem Container verwehrt worden. Diese müssten jetzt nicht nur den erheblichen Umweg um die Hecke nehmen, auch ein Mitbewerber auf halber Strecke halte viele Kunden ab. »Doch es kam noch dicker«, schildert Gebietsleiter Hans-Walter Hofmeister. Direkt vor der Hecke, auf städtischem Gelände, öffnete ein weiterer Schilderdienst wenig später seinen Container.

»Wir haben rund 18 000 Euro für den Bau des Verkaufsraums hier investiert«, erläutert Hofmeister und ergänzt: Der direkte Zugang zum Grundstück sei damals entscheidend für die Wahl des Standorts gewesen.

Der Gebietsleiter bemängelt außerdem, dass es - damals noch unter der Ägide von Bürgermeister Frank Ide (FW) - keine ordentliche Ausschreibung für den Platz vor der Hecke gegeben habe.

»Kein offizieller Zugang«

Für den Hauptamtsleiter der Stadt Grünberg, Edgar Arnold, stellt sich der Fall allerdings ganz anders dar. Bei dem Gartentürchen handele es sich um keinen offiziellen Zugang zu dem privaten Grundstück, auf dem sich der Schilderdienst eingemietet hat. Es bestehe kein Gestattungsvertrag zur Überwandlung. Der Pfad zu dem kleinen Tor führe über eine städtische Grünfläche. Da es sich aber um eine Konkurrenzsituation unter den drei Schilder-Anbietern handele, die untereinander auch sehr genau »beäugt« werde, könne die Stadt nicht durch das nachträgliche Anlegen eines Weges durch die Grünanlage hin zum kleinen Tor in den Wettbewerb eingreifen und damit einen Anbieter bevorteilen, so Arnold. Zum Vorwurf der »nicht ordentlichen Ausschreibung« sagte Arnold: »Wir hatten ein Mindestgebot von 1500 Euro Monatsmiete für die Fläche ausgeschrieben, das die Firma Kroschke allerdings deutlich unterbot.« Da dies rechtlich nicht haltbar sei, habe sich der Bieter quasi automatisch selber aus dem Verfahren genommen. Zu einer eventuellen gütlichen Einigung wollte der Hauptamtsleiter keine Stellung nehmen: »Leider hat die Schilderfirma schon einen anwaltlichen Weg eingeschlagen, der das erheblich erschweren dürfte«.

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Um dieses Vorhängeschloss geht es. © Kächler

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