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Zeichen für Solidarität setzen

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Das neu gegründete »Bündnis für Vernunft, Rücksicht und Solidarität« ruft für 24. Januar zu einer Mahnwache in Grünberg auf.

Grünberg . »Wir freuen uns zwar über alle Touristen, die unser schönes Grünberg besuchen, doch auf sogenannte Spaziergänger, die hier her kommen und ohne Masken und Abstand gegen die Corona-Maßnahmen demonstrieren, können wir verzichten«, macht Bürgermeister Frank Ide (Freie Wähler) deutlich. Er unterstützt ausdrücklich die Gründung des »Bündnisses für Vernunft, Rücksicht und Solidarität«, das sich in den vergangenen Tagen aus den in der Stadtverordnetenversammlung vertretenen Parteien und der evangelischen Kirche zusammen gefunden hat.

Hintergrund waren mehrere nicht angemeldete »Spaziergänge«, zu denen »Querdenker« in einschlägigen Foren aufgerufen hatten. Am vergangenen Montag nahmen fast 400 Personen daran teil.

»Allerdings waren da höchsten eine Handvoll Grünberger dabei«, so Ide. Er vermutet, dass sich die Impfgegner gezielt kleine Ort aussuchen, weil man dort als Teilnehmer anonym bleibe und man gleichzeitig mit weniger Demonstranten mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen könne.

Ziel des neuformierten »Bündnisses für Vernunft, Rücksicht und Solidarität« in Grünberg ist es, Position zu beziehen und den »Spaziergängern« zu zeigen, dass sie nicht die Mehrheit sind. Hierfür ruft das Bündnis für kommenden Montag, 24. Januar, ab 18.30 bis 19.30 Uhr in Grünberg auf dem Marktplatz eine erste Mahnwache aus und bittet die Bevölkerung um Teilnahme. Das Bündnis will gemeinsam auf dem Marktplatz mit Abstand und Maske stehen und somit still demonstrieren. »Jeder, der sich für Vernunft, Rücksicht und Solidarität in unserer Gesellschaft ausspricht und Interesse hat dabei zu sei, ist herzlich eingeladen mit zu stehen«, heißt es in einer Mitteilung des Bündnisses..

»Ich finde es gut, einfach auch einmal ein Zeichen der Solidarität mit den an Corona erkrankten Menschen und dem Pflegepersonal zu setzen, das sich schon seit vielen onaten bis an die Grenzen der Belastbarkeit für unsere Gesellschaft engagiert«, so Ide.

In dem Aufruf zur Veranstaltung am Montag heißt es: »Die Teilnehmer sollten Maske und einen Schal, Flatterband oder ähnliches, mit einer Länge von 1,5 Meter mitbringen, um hiermit den passenden Abstand zum jeweiligen Nachbarn sicherzustellen und den gesetzlichen Auflagen Genüge zu tun.«

Im Unterschied zu den »Spaziergängen« ist die Veranstaltung beim Ordnungsamt der Stadt Grünberg angemeldet.

»Es soll eine friedliche und stille Mahnwache sein, ohne Konfrontation«, so stellen alle Organisatoren fest. Alle Teilnehmer werden gebeten auf Trillerpfeifen oder ähnliche Instrumente zu verzichten. Kerzen können gerne mitgebracht werden.

Auch die Stadt Grünberg reagiert auf die »Spaziergänge« mit einer neuen Allgemeinverfügung für nicht angemeldete Demonstrationen und Aufzüge. Demnach sind das Tragen eines Mund-Nase-Schutzes sowie die Einhaltung der Abstandsregel vorgeschrieben. Eine mögliche Bescheinigung, dass das Tragen einer Maske aus medizinischen Gründen nicht möglich ist, muss im Original nachgewiesen werden. Die Allgemeinverfügung wird von der Ordnungsbehörde für den gesamten Gemarkungsbereich der Stadt Grünberg erlassen. Bei Zuwiderhandlungen drohen die Feststellung der Personalien sowie Bußgelder.

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