1. Startseite
  2. Kreis Gießen
  3. Heuchelheim

Alternative Wege aufzeigen

Erstellt: Aktualisiert:

gikrei_140622_CritocalMa_4c
Rund 30 Radfahrer nehmen an der Aktion teil und fahren durch die Straßen Heuchelheims und Kinzenbach. Foto: Waldschmidt © Waldschmidt

Heuchelheim (whk). Der Heuchelheimer Ortsverband Bündnis 90/Die Grünen hatte am Wochenende zu einer »Critical-Mass-Radfahrt« eingeladen. Der Fraktionsvorsitzende der Bündnisgrünen, Stephan Henrich konnte rund 30 Radler am Alten Rathaus begrüßen.

»Radfahren ist auch für Heuchelheim eine gute Alternative. Wir leben hier einen Katzensprung von Gießen entfernt. Mit unserer Aktion wollen wir auf die aktuelle Radfahrsituation hier in Heuchelheim aufmerksam machen«, so Henrich. Wolfang Volk hatte die Aktion federführend organisiert. Die Radgruppe startete am Alten Rathaus. Beteiligt waren Radfahrer aus Heuchelheim und Umgebung. Eine gute Stunde führte ein Kurs von etwa zehn Kilometern auf abwechslungsreicher Strecke durch Heuchelheim und Kinzenbach. Das Tempo war moderat und richtete sich nach den langsamsten Mitfahrern. Mit dabei waren auch Kinder ab 12 Jahren in Begleitung ihrer Erziehungsberechtigten. »In einer großen Gruppe von mehr als 15 Radfahrern können wir uns die Verkehrsräume im Ort zurückholen, durch die wir uns sonst nur mit großer Vorsicht und unter hohem Risiko bewegen können: die vielbefahrenen Hauptstraßen«, erläuterte Wolfgang Volk.

Zum anderen gibt es in Heuchelheim viele kleine Wege, die oft gar nicht so bekannt sind und die sich eigentlich gut als Fuß- und Radwege eignen, auch wenn sie nicht so ausgeschrieben sind.

Bei einer »Critical Mass« - zu Deutsch: eine kritische Menge - geht es um eine Ansammlung von mehr als 15 Radfahrern oder Radfahrerinnen. Die können nach § 27 StVO einen geschlossenen Verband bilden. Ein solcher geschlossener Verband wird wie ein einzelnes Fahrzeug angesehen. Wenn also der erste Radfahrer bei Grün über eine Ampel fährt, dürfen auch alle Nachfolgenden noch fahren, auch wenn die Ampel bereits umgesprungen ist. Auch eine Radwegbenutzungspflicht gilt nicht. Die »Critical Mass« darf auf der Straße fahren, auch zum Beispiel zwei Radfahrer nebeneinander.

Zunächst erradelte sich die Heuchelheimer Gruppe die kleinen Straßen und Wege im unteren Bachstraßenbereich rund um den Feuerwehrstützpunkt. Hier wurde die Möglichkeit getestet, alternative Wege fürs Fahrrad zu nutzen. Weiter ging es dann über den Kreisel in die Gießener Straße. Vertreter des Ordnungsamtes der Gemeinde Heuchelheim begleiteten die Radlergruppe und unterstützten an verschieden Punkten die Tour. Im Bereich der Firma Schunk bot sich dann wiederum die Situation einer breiten, vielbefahrenen Straße, die es zu meistern galt. Hier fühlte sich die Radler in einer großen Gruppe nicht so stark vom Autoverkehr bedrängt und konnten Verkehrsraum für sich einnehmen.

Weiter ging es über die »Kinzenbacher Mühle« in den Kinzenbacher Bereich. Die Tour begann und endete am alten Rathaus in Heuchelheim/ Brauhausstraße. Hier war bei erfrischende Getränken Gelegenheit, sich über die Eindrücke und Erfahrungen der Tour auszutauschen und ins Gespräch zu kommen.

Einige Teilnehmer waren überrascht, neue - bisher noch nicht befahrene - verschlungene und relativ sichere Wege durch Heuchelheim kennengelernt zu haben, auch die »zwischen den Gärten«.

Moniert wurde, dass seit Jahrzehnten viel Geld für die Pkw-Wegestrecken und Autobahnen ausgegeben wurden, aber für die Fahrradwege sehr wenig. Wunsch war, dass ebenso viel Geld für die Radwege ausgegeben würde.

Dennoch waren die Teilnehmer mit der Tour zufrieden, dass sich während der Fahrt auch Alternativen zu bisher befahrenen Strecken auftaten und mit der Radler-Tour auf die Situation der Radler in Heuchelheim aufmerksam gemacht werden konnte.

gikrei_140622_CriticalMa_4c
Am Alten Rathaus in Heuchelheim begrüßen Grünen-Fraktionsvorsitzender Stephan Henrich (r.) und Organisator Wolfgang Volk die Teilnehmer. Foto: Waldschmidt © Waldschmidt

Auch interessant