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»Denken alle in gleiche Richtung«

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Andreas Willig, Lars Burkhard Steinz und Carsten Sann (v.l.) empfangen Klaus-Peter Schäfer (2.v.l.) auf dem Rinn & Cloos-Gelände. Schäfer will hier seine Zentrale für den deutschlandweiten BKL-Vertrieb einrichten. © Scholz

Bürgermeister Steinz hat erläutert, wie die weitere Planung für das Filetstück im Heuchelheimer Ortskern ablaufen soll.

Heuchelheim. (olz). Vollständig angekommen ist Klaus-Peter Schäfer von der Firma Zwopro auf dem Rinn & Cloos-Gelände noch nicht. E-Trikes, e-Bikes oder e-Cargo-Bikes gibt es allerdings schon jetzt in Verleih und Verkauf. »Ich mache das derzeit über Andreas Willig und seine Firma ›AW-Roller und Räder‹. Wir suchen eine Möglichkeit, uns hier zu etablieren, und möchten das gern auf dem Gelände. So schnell wie möglich«, sagt Schäfer. Bürgermeister Lars Burkhard Steinz (CDU) begrüßt die geplante Ansiedlung im Ortskern, weil »wir natürlich alle langsam in die gleiche Richtung denken«.

Zentrale für den Deutschlandvertrieb

Trikes für unterschiedliche Aufgaben, Roller, Bikes - vor Haus C auf dem Rinn & Cloos-Gelände steht ein kleiner Fuhrpark. Schäfer, der den Deutschland-Vertrieb von Gefährten der spanischen Marke BKL übernommen hat, möchte auf dem Gelände seine Zentrale einrichten. Verkauf und Verleih sind allerdings jetzt schon in den Räumen der bereits länger ansässigen Firma »AW-Roller und Räder« möglich. Von der eigenen Bleibe aus will Schäfer dann das deutschlandweite Vertriebsnetz aufbauen. »Für uns als Eigentümer und Standortbetreiber ist wichtig, solche Firmen in unser Konzept einzubinden - als Angebot auf dem Gelände, als Erweiterung und als Synergie«, erklärt Carsten Sann von »Faber & Schnepp«.

Steinz hebt die günstige Lage hervor: »Über das Gelände wird künftig ein Radweg führen. Durch die Reste der Lahnaue soll er ins Industriegebiet Gießen-West gehen und dann an der Adenauer-Brücke anschließen.« Wer die Gießener Stadtpolitik verfolge, wisse jedoch um die Schwierigkeiten mit der Brücke. Wahrscheinlich werde man in Heuchelheim starten und bis zur Brücke bauen. »Alles Weitere ist dann von Entscheidungen der Stadt Gießen abhängig.«

Mit Blick auf die Gesamtentwicklung des Geländes in der Ortsmitte berichtet Steinz, dass der städtebauliche Wettbewerb von Professor Maik Neumann von der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) derzeit vorbereitet werde. »Es wird wahrscheinlich im April losgehen. Wir loben ein hohes Preisgeld aus, damit wir auch Qualität bekommen. Im Sommer werden die Entwürfe gesichtet. An ihnen werden wir uns ausrichten.« Eckpfosten seien E-Mobilität, Fahrradwege und Wohnraum im hinteren Bereich.

Marktplatzcharakter im vorderen Bereich

»Von den Daten her steht alles fest, nur die Umsetzung noch nicht. Welche architektonische Form das Ganze kriegt, wird der Wettbewerb zeigen«, verdeutlicht der Christdemokrat. Vorgesehen seien aber ein Marktplatzcharakter im vorderen Geländebereich. Gastronomie und natürlich insgesamt Aufenthaltsqualität.

In diesem Jahr werde die Entscheidung getroffen, wie sich Wohnen, Marktplatz und Gewerbe künftig auf dem Gelände zusammensetzen. Auch die Ausrichtung der Architektur und des Gesamtkonzeptes erwartet Sann noch in diesem Jahr, so dass »wir im nächsten Jahr den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan angehen«. Energetisch versuche man, mit dem Energiekonzept vieles einzubinden. »Auf allen Dachflächen, die jetzt saniert oder geschaffen werden, soll Fotovoltaik eingerichtet werden. Daran arbeiten wir mit den Stadtwerken Gießen«, so der Projektentwickler. Derzeit werde man über die Nahwärme der Stadtwerke über eine Heuchelheimer Biogasanlage versorgt. »Wir werden uns bemühen, mit den SWG ein Energiekonzept aufzustellen, dass in Richtung CO2-Neutralität geht«, betont Sann. »Heuchelheim soll eingebunden werden in das Rinn & Cloos-Konzept. Wir wollen nicht einen Ort im Ort schaffen. Hier soll wieder einmal das Zentrum von Heuchelheim sein. Der Ortskern wird dadurch aufgewertet«, resümiert der Mitarbeiter von »Faber & Schnepp«, der von einem Quartierskonzept spricht.

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