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Heuchelheimer erfolgreich trotz Krise

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Die Schunk Group, die ihren größten Standort in Heuchelheim hat, rechnet für 2022 mit einem deutlichen Umsatzzuwachs. Foto: Schunk Group © Schunk Group

Auf ein gutes Geschäftsjahr 2021 blickt die Heuchelheimer Schunk Group zurück.

Heuchelheim (red). Den zahlreichen Herausforderungen wie Corona und Chipmangel zum Trotz war das Geschäftsjahr 2021 für die Schunk Group sehr erfolgreich. Für 2022 rechnet der Technologiekonzern mit einem deutlichen Umsatzzuwachs. Dies erläuterte der Vorsitzende der Unternehmensleitung der Schunk Group, Dr. Arno Roth , bei dem diesjährigen Jahresgespräch.

»Versorgungsengpässe wie der Chipmangel und auch die Corona-Pandemie haben die Schunk Group im vergangenen Jahr stark beschäftigt und das Geschäftsjahr 2021 herausfordernd gemacht«, sagt Roth rückblickend.

Der Umsatz ist gegenüber dem - von einer Corona-Delle geprägten - Vorjahresumsatz um 9,5 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro gestiegen. »Schunk ist weiterhin profitabel und dank einer hohen Eigenkapitalquote finanziell sehr stabil«, so Roth weiter. Dank dieser bewusst breiten Aufstellung sei Schunk besonders krisenfest.

Das gute Geschäftsjahr ermöglicht auch eine Corona-Sonderzahlung an die weltweit rund 9000 Beschäftigten, die darüber hinaus in diesem Jahr eine Gewinnbeteiligung für 2021 erhalten werden, wofür das Unternehmen insgesamt 25 Millionen Euro aufwendet. »Unsere Beschäftigten haben in den vergangenen beiden Jahren Großartiges geleistet«, betont Roth.

Von einer großen Kündigungswelle, wie es sie beispielsweise in den USA und andernorts geben solle, könne keine Rede sein. »Bei Schunk ist die ohnehin schon niedrige Fluktuation weiter gesunken und wir haben die Zahl der Beschäftigten sogar wieder leicht ausgebaut.«

Die Aus- und Nachwirkungen der Corona-Pandemie hat auch die Schunk Group noch nicht hinter sich gelassen, der Umsatz 2021 lag noch etwas unterhalb des Umsatzes 2019 vor der Pandemie. Corona-Krise, Ukrainekrieg und Versorgungsengpässe werden auch das Jahr 2022 stark beeinflussen.

Investitionen in Rekordhöhe

»Das aktuelle Jahr ist jedoch bislang sehr gut und Schunk hat den bis dato höchsten Auftragsbestand seiner Geschichte«, erläutert Roth. Er erwarte daher, dass Schunk den Umsatz von 2019 in diesem Jahr deutlich übertreffe und damit bilanziell die Corona-Krise überwunden habe. Auch für die nächsten Jahre rechnet er mit weiterem Wachstum. Im kommenden Jahr wolle die Schunk Group die symbolische Schwelle von 1,5 Milliarden Euro Umsatz überschreiten.

Dazu tragen auch die beiden neuen Innovationszentren an den Standorten Heuchelheim und Reiskirchen bei, in denen neue Werkstoffe und neue Maschinen entwickelt werden.

Vielversprechend seien unter anderem Bipolarplatten aus Grafit. Diese sind das Herzstück von Brennstoffzellen und machen die direkte Gewinnung von Strom aus dem Energieträger Wasserstoff möglich. Durch intensive Forschungsarbeit sei es Schunk gelungen, eine kosteneffiziente Produktion mit herausragenden Materialeigenschaften zu verbinden. Beides werde von führenden Brennstoffzellen-Herstellern weltweit geschätzt, denn erst dadurch werde der Einsatz von Brennstoffzellen in größerem Ausmaß überhaupt wirtschaftlich möglich. Im Maschinenbau profitiert die Schunk Group aktuell vom Megatrend Elektromobilität und dem starken Wachstum auf dem Batteriemarkt. Weiss Technik, das zur Schunk Group gehört und unter anderem auf die Themen Klimatechnik und Umweltsimulation spezialisiert ist, stellt Trockenräume für die Batterieproduktion sowie Klimakammern und Klimaschränke für Batterietests her.

Zur weiteren Förderung von Innovationen hat Schunk außerdem seinen Innovationsfonds aufgestockt und stellt nun zusätzliche 20 Millionen Euro zur Förderung von sogenannten Horizont-3-Innovationen zur Verfügung, die langfristig ausgelegt sind und besondere Chancen bieten.

Parallel dazu hat der Technologiekonzern seine Investitionen hochgefahren: Im Jahr 2022 investiert Schunk die Rekordsumme von 174 Millionen Euro, unter anderem in neue Logistikzentren an den Standorten von Weiss Technik in Reiskirchen und Balingen. Außerdem werden die Produktionskapazitäten in Georgetown (USA) und in Willich ausgebaut: Beide Standorte liefern Produktionsmittel für die aktuell boomende Chipindustrie.

Zum Wachstumskurs der Schunk Group zählen außerdem Unternehmenszukäufe, mit der die strategische Positionierung des Unternehmens weiter verbessert wird. Vor Kurzem hat Schunk die Firma Ascott Analytical Equipment in England gekauft, wodurch Weiss Technik seine Marktposition in der Korrosionsprüfung deutlich ausbaut und hier zu einem der weltweiten Marktführer wird.

Digitalisierung beschleunigen

Bereits im Februar hat sich Schunk mehrheitlich an dem Marburger Software-Start-up iDA beteiligt. »Damit haben wir unsere eigenen Software-Kompetenzen ausgebaut. So können wir in Zukunft noch stärker als bisher digitale Lösungen entwickeln. Vor allem, um die steigenden Anforderungen unserer Kunden zu erfüllen«, erläutert Arno Roth.

Die Akquisition flankiert die Bestrebungen von Schunk, das Unternehmen stärker zu digitalisieren. »Wir entwerfen aktuell Digitalisierungsstrategien für jede einzelne Business Unit, um unsere Geschäftsprozesse sowie unsere Produkte zu verbessern, sowie ganz neue, digitale Geschäftsmodelle zu entwickeln«, so der Vorsitzende der Unternehmensleitung . »Damit legen wir in diesem Jahr den Grundstein für die digitale Zukunft von Schunk.«

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