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Kinderaugen werden strahlen

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Noch lässt sich von außen schwer erahnen, wie die neue Kita »Rappelkiste« in Heuchelheim aussehen wird. Zum Start des neuen Kindergartenjahres soll sie wieder eröffnet werden. Foto: Theis © Theis

Heuchelheim . Vor genau drei Jahren war am Pfingstsonntag eine große Rauchwolke über Heuchelheim zu sehen. Die Kita »Rappelkiste« stand meterhoch in Flammen und wurde zum Großteil zerstört. Seitdem hat sich in der Kindergartenstraße viel verändert und die »Rappelkiste« soll zum Start des neuen Kita-Jahres in zehn Wochen große Wiedereröffnung feiern.

150 Einsatzkräfte

Es war der 9. Juni 2019, als rund 150 Einsatzkräfte aus Heuchelheim, Wettenberg, Gießen, Langgöns, Staufenberg, Grünberg, Linden, Lahnau und Allendorf/Lda. versuchten, das L-förmige Gebäude, in der die Kita »Rappelkiste« untergebracht war, vor den Flammen zu retten. Doch bereits bei Eintreffen der Wehren galt es lediglich, größeren Schaden und das Übergreifen auf weitere Gebäude zu verhindern. So konnte die zweite angrenzende Kita »Sonnenhaus« gesichert werden. Bereits einen Tag nach dem Brand formierte sich in Heuchelheim ein Krisenstab, der umgehend erste Maßnahmen organisierte. So wurden Hilfsangebote sowie geeignete Orte für eine kurzfristige Unterbringung der Kinder koordiniert. Rund 70 000 Euro kamen damals an Spendengelder zusammen. Die Versicherung sagte die Summe von 2,6 Millionen Euro zu. Im ehemaligen Dormiente-Gebäude im Gewerbegebiet fanden die Kita und ihre 120 Kinder ein vorübergehendes, neues Zuhause. 900 000 Euro musste die Gemeinde für den Umbau und Miete für das Gebäude am Zimmerplatz investieren.

Auch die damaligen Brandverursacher konnten dank Zeugenaussagen vier Monate danach ausfindig gemacht werden. Die beiden Jugendlichen, die zum Tatzeitpunkt 17 Jahre alt waren, legten umgehend ein Geständnis ab. Vor dem Gießener Amtsgericht wurden die beiden verurteilt. Sie mussten wegen gemeinschaftlich, begangener, fahrlässiger Brandstiftung jeweils 90 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. Ihnen kam zugute, dass sie den Brand nicht absichtlich gelegt hatten, sondern, dass eine Verkettung unglücklicher Umstände dazu führte, dass die größte Kindertagesstätte in Heuchelheim am 9. Juni 2019 in Flammen stand.

Eröffnung im September

Nachdem rund sieben Wochen nach dem Brand mit den Abrissarbeiten begonnen wurde, konnte Architekt Thorsten Fellmann, Inhaber des Planungs- und Architektenbüro »Architekturbüro Fellmann« zusammen mit seinem Team umgehend mit dem Wiederaufbau beginnen. Bei einer kürzlichen Baustellenbesichtigung zusammen mit Nicole Kandora aus der Bauabteilung der Gemeinde Heuchelheim zeigten sich beide über den Baufortschritt zufrieden. »Die Eröffnung zu Beginn des neuen Kindergartenjahres Anfang September ist fest geplant«, erklärte Kandora.

Drei Millionen Euro Kosten eingehalten

Trotz Steigerung der Baukosten und auch kurzfristigen Umplanungen konnten die Kosten für den Neubau von rund drei Millionen Euro eingehalten werden, versicherte die Bauamtsmitarbeiterin. Insgesamt wurde die Grundfläche der »Rappelkiste« von ehemals 1276 auf 1507 Quadratmetern erweitert. Die Gruppenräume, die Platz für sechs Gruppen bieten, wurden nach Vorgabe auf rund 50 bis 60 Quadratmeter vergrößert, wobei jeder Raum über eine Sanitäranlage verfügt. Besonders hell gestaltet wurde mit einer jeweils großen Fensterglasfront der neue Essensraum sowie der gemeinsame Turn- und Spielbereich. Der vom Brand verschonte Bereich wurde, statt komplett umgebaut, lediglich etwas aufgehübscht und an die neuen Räumlichkeiten angepasst. Auf dem Außengelände blieb das Klettergerüst mit Rutsche erhalten. Zudem werden neue Spielgeräte angeschafft. Die Geräte, die auf einem Grundstück am Zimmerplatz aufgestellt wurden, sollen am dortigen Standort vorerst erhalten bleiben. .

Ebenfalls besticht die neue »Rappelkiste« durch seine hohen Decken und die großzügig gestalteten Flure. Nach Vorgaben der Versicherung wurde die Kita in ihrer alten Bauart wiederaufgebaut. So wurde das Gebäude einstöckig belassen und mit einem Flachdach versehen.

Noch sieht es von außen betrachtet ziemlich wüst auf dem Kita-Gelände in der Kindergartenstraße aus. Doch schon bald wird das Areal wieder mit Leben gefüllt sein und die Kinderaugen werden beim Anblick ihrer neuen »Rappelkiste« mit Sicherheit ganz hell strahlen.

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Bewusst wurden die neuen Räume mit hohen Decken und mit einer Fensterglasfront gestaltet. Foto: Theis © Theis

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