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Wieder Vandalismus in Heuchelheim

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Das Klettergerüst auf dem Spielplatz am Metzengarten ist bekritzelt worden. Foto: Theis © Theis

Ein Klettergerüst am Metzengarten und Heuballen am Steinbruch in Kinzenbach wurden beschmiert.

Heuchelheim (lth). Vandalismus ist in der Gemeinde Heuchelheim seit Jahren ein leidiges und immer wiederkehrendes Thema. In den vergangenen Tagen kam es auf dem Spielplatz im Metzengarten erneut zu unschönen Kritzeleien auf Spielgeräten. Zudem wurden Heuballen in der Nähe des Kinzenbacher Steinbruchs mit Farbe besprüht.

Vandalismus hat es in der Gemeinde die vergangenen Jahre in unterschiedlichster Form gegeben. Bis Frühjahr 2018 suchte man eineinhalb Jahre nach dem sogenannten »Kotleger«, der in unregelmäßigen Abständen seine Notdurft auf den Bürgersteigen verrichtet hatte, vornehmlich vor Kindergärten. Die Vorfälle waren bundesweit Thema in den Medien.

Am Pfingstsonntag 2019 gipfelte der Vandalismus in einem Großbrand. Jugendliche setzten einen Abfalleimer in Brand. Das Feuer griff auf die Kita »Rappelkiste« über und verursachte einen Schaden in Millionenhöhe. Die damals 17-jährigen Täter wurden wegen fahrlässiger Brandstiftung verurteilt und mussten 90 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. Doch eine wirklich abschreckende Wirkung scheinen der Brand der »Rappelkiste« und die Strafe auf Nachahmer nicht gehabt zu haben, denn im September 2019 brannte auf dem Spielplatz Geiersberg direkt hinter der Wilhelm-Leuschner-Schule eine Bank. Aufgrund der feuchten Witterung und da Nachbarn das Feuer frühzeitig bemerkt hatten, gab es an den Bäumen und an der Hecke direkt hinter der Bank lediglich verkohlte Stellen. Das Feuer griff nicht, wie bei der »Rappelkiste«, auf die angrenzende Schule über.

Bürgermeister Lars Burkhard Steinz (CDU) appellierte damals an die Bürger, »ein wachsames Auge« zu haben und sich das Aussehen von Personen, die abends gerade Orte wie Spielplätze oder Schulhöfe aufsuchen, einzuprägen. Aus heutiger Sicht ist Steinz der Meinung, dass »wir kein besonders auffälliges Vandalismus-Problem haben«. Der Außendienst des Ordnungsamts habe immer ein waches Auge und zusätzlich ist der Freiwillige Polizeidienst in Heuchelheim im Einsatz. »Damit sind wir mit Ordnungskräften weitaus präsenter als so manch andere Kommune. Aber natürlich können wir keine ›Rund-um-die Uhr, 24h/7-Tage-die-Woche-Präsenz‹ gewährleisten, das würde jede Kommune überfordern.«

Die aktuellen Phänomene sind ›Dunkeltaten‹ in dem Sinne, dass sie tatsächlich zur Nachtzeit stattfinden«, erklärte Steinz. Damit meint er die neuerlichen Verschmutzungen am Metzengarten sowie am Steinbruch, der auf Lahnauer Gebiet liegt. Sie waren der Verwaltung bislang nicht bekannt. Erste Bilder der Verschmutzungen hatten Mitglieder der Heuchelheimer Facebook-Gruppe gepostet.

Während die Heuballen mittlerweile abtransportiert wurden, sind die Kritzeleien am Klettergerüst am Metzengarten noch nicht beseitigt worden. Dass beide Taten im Zusammenhang stehen, lässt sich daraus schließen, dass sowohl am Klettergerüst wie auch auf den Heuballen die Buchstaben »PAB« gekritzelt beziehungsweise gesprüht wurden. Zudem wurde im Metzengarten eine rassistische Äußerung hinterlassen. Diese wurde zwar durchgestrichen, ist aber dennoch lesbar.

Gemeinde kontaktieren

Steinz hofft, dass Bürger, die Vandalismus oder Verunreinigungen entdecken, dies nicht nur in den Sozialen Medien kundtun, sondern auch mit der Kommune Kontakt aufnehmen. »Für Hinweise aus der Bevölkerung auf mögliche Übeltäter sind wir sehr dankbar, Verschwiegenheit seitens der Gemeinde wird zugesichert«, betonte der Bürgermeister.

Dass die aktuellen sowie zurückliegende Taten im Zusammenhang mit der Ferienzeit stehen, kann Steinz nicht bestätigen. »Eine besondere Ferienproblematik ist für uns nicht wahrnehmbar«, meinte er abschließend.

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Die Buchstaben »PAB« sind an mehreren Stellen geschrieben worden, die rassistische Äußerung befindet sich unter dem »P« und wurde zwar durchgestrichen, ist aber dennoch bei genauer Betrachtung lesbar. Foto: Theis © Theis

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