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170 000 Euro für die Wehr

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Bürgermeister Wengorsch, Stadtbrandinspektor Träger und Landrätin Schneider (v.l.) ehrten verdiente Feuerwehrleute aus Hungen. Foto: Wagner © Wagner

Neben der Beschaffung neuer Fahrzeuge hat die Stadt Hungen im vergangenen Jahr 170 000 Euro in die Feuerwehr investiert.

Hungen (sil). Kaum hatte die Jahreshauptversammlung aller Hungener Feuerwehren begonnen, da war sie für einige Einsatzkräfte der Kernstadt auch schon zu Ende: Die Funkmeldeempfänger riefen zum Einsatz. Die Gewitterfront, die kurze Zeit vorher durch das Stadtgebiet gezogen war, hatte einen Baum auf die Landstraße nach Nonnenroth geworfen und einen anderen in eine gefährliche Schieflage gebracht. Zur Übergabe der Ehrungen und Anerkennungsprämien wurden später drei Personen aus dem Einsatz zurückgerufen.

306 Einsatzkräfte (49 Frauen und 257 Männer) sind in den zwölf Einsatzabteilungen aktiv. 86 Einsätze, darunter 19 Brandeinsätze und 52 Hilfeleistungen, verzeichnete der Jahresbericht von Stadtbrandinspektor Udo Träger. Dazu zählten neben einem schweren Verkehrsunfall bei Rodheim auch mehrere Türöffnungen. Da zeigte sich, wie wichtig es sein kann, bei Nachbarn einen Schlüssel zu hinterlegen. Ansonsten muss die Feuerwehr für den Rettungsdienst Haus- und Wohnungstüren öffnen, wenn eine verletzte Person dazu nicht mehr in der Lage ist. 15 Fehlalarme resultierten zumeist aus ausgelösten Brandmeldeanlagen. Der Hochwassereinsatz an der Horloff war personal- und zeitintensiv. Der Hochwasserschutz im Seegebiet sei verbesserungswürdig gewesen, gleichzeitig jedoch auch die Erwartungshaltung der Seeanwohner hoch. »Nach den Überflutungen war das Geschrei groß, und zwar erstaunlicherweise häufig von denen, die nicht betroffen sind«, erklärte Träger. Dies habe man bei einer Spendenübergabe der Seeanlieger zugunsten der Jugendfeuerwehren lautstark miterleben dürfen.

Der Stadtbrandinspektor lobte die Feuerwehr Trais-Horloff, die über ein Viertel der 93 Lehrgangs- und Seminarbesuche geleistet habe. Die Nonnenröther Einsatzabteilung kann sich auf ein Tragspritzenfahrzeug freuen, das in den nächsten Wochen ausgeliefert werden soll. Neben der Beschaffung neuer Fahrzeuge habe die Stadt im vergangenen Jahr 170 000 Euro in die Feuerwehr investiert.

Aktionstag

Nach über zwei Jahren Pandemie-Zeit seien die Lockerungen für den Übungsbetrieb sehnlichst erwartet worden. »Es müsse jedoch klar sein«, sagte Träger: »Covid-19 ist noch immer da. Wen es bis jetzt noch nicht erwischt hat, hatte einfach Glück. Die Impfungen schwächen den Verlauf, aber sie schützen nicht hundertprozentig vor einer Ansteckung.«

Kurz war der Bericht aus den Jugendfeuerwehren. Zwei Jahre lang war praktisch nichts möglich, schilderte Stadtjugendfeuerwehrwartin Rebecca Seibert. Derzeit laufen die Planungen für einen Spiel- und Aktionstag am 10. September. der als Ersatz für das Zeltlager dienen soll. Die Statistik umfasst 107 Jugendfeuerwehrleute und 70 Kinder in den Minifeuerwehren. Auch für die beiden Musikzüge im Stadtgebiet gab es lange Zwangspausen.

Landrätin Anita Schneider, Bürgermeister Rainer Wengorsch und Stadtbrandinspektor Udo Träger dankten den Ehrenamtlichen für ihre Einsatzbereitschaft und überreichten anlässlich der Jahreshauptversammlung zahlreiche Brandschutzehrenzeichen und Anerkennungsprämien für langjährige Dienste.

Die Auszeichnungen mit dem Brandschutzehrenzeichen in Silber (25 Jahre) für das Jahr 2019 wurden nachgeholt für Daniel Butzin, Martin Glockengießer, Andreas Kröll, Claus Leithäuser und Michael Tröber. Ebenfalls für 25 Jahre, nun für das Jahr 2021, wurden Dennis Schulz-Rochna, Christian Thomas Weber und Peter Weber geehrt. Das silberne Brandschutzehrenzeichen in diesem Jahr errangen Christian Keil, Thomas Seipp und Oliver Tag. Das Brandschutzehrenzeichen in Gold für 40 Jahre wurde 2019 für Roland Fischer, Jörg Kieswetter, Burkhard Paul, Jörg Ritter, Klaus Rühl und Peter Schindler beantragt.

Für die Genannten wurde die Verleihung ebenso nachgeholt, wie für die mit Gold Geehrten aus dem Jahr 2021. Dies waren Stefan Büttel, Udo Eiser, Klaus Kramer, Andreas Möll und Christian Seibert. Eine besondere nicht alltägliche Ehrung galt Ottmar Kammer (Obbornhofen), der bereits seit 50 Jahren aktiv ist. Noch zu übergeben waren Anerkennungsprämien aus dem Jahr 2020 an Michael Crispens und Paul Müller (beide zehn Jahre aktiv) und Thomas Seipp (20 Jahre). Anerkennungsprämien, die im Vorjahr erworben wurden, erhielten Lukas Momberger, Klaus Jürgen Garbotz und Daniel Moll (alle zehn Jahre aktiv), Dennis Schulz-Rochna, Jan Alexander Scherer und Markus Wolfgang Brühl (20 Jahre), Karsten Paul Kulbe, Burkhard Hoppe, Christian Eichenauer, Ingo Seibel, Marc Alexander Kammer, Marianne Reichhart und Jens Albach (30 Jahre), Werner Hofmann, Bernd Eiser, Klaus Kramer und Jockel Höhle (40 Jahre).

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