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Alternative Standorte prüfen

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Stadtverordnete äußern Bedenken bezüglich des Bebauungsplanes »Das Grassee«. In erster Linie geht es um die Standortwahl.

Hungen (kag). Zwischen Liebigstraße und Lindenallee, im Bereich des Bebauungsplanes »Das Grassee« will die Stadt Hungen ein Naherholungsgebiet mit Schulgarten, inter-kulturellem Garten und Hundewiese errichten.

Nachdem es in den Ausschüssen für das Projekt bereits »grünes Licht« gab, wurde es jetzt in der Stadtverordnetenversammlung der Stadt Hungen beraten. Laut Bürgermeister Rainer Wengorsch gibt es einen gültigen Pachtvertrag mit dem Tennisclub Hungen. Außerdem soll es erhebliche Fördergelder durch das Land geben.

Frank Bernshausen von den Grünen bescheinigte dem Projekt viele gute Ideen, »aber warum muss man das in einem Überschwemmungsgebiet machen«, so seine Kritik.

Man habe keine Lehren aus den Überschwemmungen, bei denen die Feuerwehr, die Schäferstadthalle und die Schule betroffen gewesen seien, gezogen. Natürlich gebe es Geld aus dem Fördertopf, sagte Holger Frutig von den Freien Wählern (FW), aber letztlich sei immer etwas zu bezahlen, fuhr er fort.

Er habe Bedenken gegen die Überregulierung. Das Projekt sei sinnvoll, aber könne man das nicht in anderer Form machen.

Bauchschmerzen

Fabian Kraft (Pro Hungen) sagte, er habe Bauchschmerzen. Er plädiere für einen Prüfantrag. Dann könne man die Alternativen prüfen, so Kraft. Er könne heute nicht zustimmen.

Bürgermeister Rainer Wengorsch erläuterte, mit der Zaug gebe es ein Zeitfenster, sodass heute entschieden werden müsse. Es gebe keine andere, bessere Fläche in Hungen. Einfach »Nein« zu sagen, werde den Menschen nicht gerecht.

Fabian Kraft stellte den Änderungsantrag: »Der Magistrat wird beauftragt, alternative Standorte für den Hundeplatz und die Begegnungsstätte sowie die alternative Durchführung dieses Projektes mittels Pachtvertrag zu prüfen. Außerdem soll die Planung durch die Zaug vorgestellt und der Ortsbeirat Hungen dazu angehört werden. Diese Informationen sollen zur nächsten Sitzungsrunde vorliegen«.

Dieser Antrag wurde mit 18-Ja-Stimmen gegen 10-Nein-Stimmen angenommen.

Die SPD-Fraktion im Hungener Stadtparlament hat den Antrag gestellt, zu überprüfen, ob Hungen einen weiteren Solarpark will und welche Fördermöglichkeiten es gibt. Sie hat fünf Flächen innerhalb der Gemarkung Hungens benannt, die nach Lage und Größe geeignet erscheinen. Favorit für die SPD ist die Fläche nördlich von Rodheim, an der B 457, weil dort möglichst schonend mit den landwirtschaftlichen Nutzflächen umgegangen werden dürfte.

Trendwende

Fabian Kraft von Pro Hungen stimmt grundsätzlich zu, aber er stellt einen Erweiterungsantrag, die Gründung einer Energiegenossenschaft oder den Beitritt in eine hessische Energiegenossenschaft zu prüfen. Ziel soll sein, nicht nur Freiflächen oder öffentliche Dachflächen zur Stromerzeugung zu nutzen, sondern auch bisher ungenutzte private Flächen als mögliche Standorte für genossenschaftliche Photovoltaik-Anlagen zu gewinnen. Der Antrag soll in den Umwelt- und Klimaausschuss verwiesen werden. Die Stadtverordnetenversammlung stimmte einstimmig zu.

Der Waldwirtschaftsplan der Stadt Hungen schließt bei 283 660 Euro Einnahmen und 312 125 Euro Ausgaben mit einem Verlust von 28 465 Euro ab.

Das sei insbesondere dem Holzpreisverfall aufgrund der klimabedingten fortschreitenden Schädigungen zuzurechnen, sagte Bürgermeister Rainer Wengorsch.

Aber inzwischen sei eine Trendwende erkennbar. Die Stadtverordneten stimmten dem Ergebnis zu, das in den Haushalt 2023 der Stadt einfließen wird.

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