1. Startseite
  2. Kreis Gießen
  3. Hungen

»An normalen Dienst war kaum zu denken«

Erstellt:

gikrei_FFWObbornhofen_05_4c
Jens Albach (r.) und Klaus Garbotz (l.) ehrten Manfred Neugebauer und Rainer Hahn (v. r.). © Schäfer

Auf ein äußerst schwieriges Jahr blickt die Einsatzabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Obbornhofen zurück. Auf der Jahreshauptversammlung wurden langjährige Mitglieder geehrt.

Hungen (rrs). Wehrführer Thomas Willa eröffnete die Jahreshauptversammlung der Einsatzabteilung der Freiwilligen Feuerwehr (FFW) Obbornhofen mit der Feststellung: »Das Jahr 2021 war das ruhigste Jahr in meiner Zeit als Wehrführer. Corona-bedingt war in diesem äußerst schwierigen Jahr an einen normalen Feuerwehrdienst kaum zu denken«.

Insgesamt fanden 17 meist online abgehaltene Ausbildungsveranstaltungen auf Standortebene statt und 13 weitere Veranstaltungen wurden online auf Kreisebene besucht, was rund 400 Personen-Stunden entspricht. Zu vermerken sei, dass die Online-Ausbildung keinesfalls den praktischen Übungsbetrieb ersetzen kann und sich einige damit recht schwertaten. Auch der Lehrgangsbetrieb ruhte, nur ein TH-VU-Lehrgang (Technische Hilfeleistung Verkehrsunfall) sowie ein Leistungsnachweis Truppmann 2 wurden absolviert.

»Aktuell hat die Einsatzabteilung wie schon im Jahr 2020 26 aktive Mitglieder, davon sieben Frauen, Da drei Kameraden bereits über 60 Jahre alt sind und bald aus dem aktiven Dienst ausscheiden, ist die Einsatzabteilung auf der Suche nach neuen Leuten«, zog Willa Bilanz.

Mit nur fünf Alarmierungen war das Jahr 2021 extrem ruhig. Ein vermeintlicher Küchenbrand, der sich als angebranntes Essen auf dem Herd herausstellte, zwei Hochwasser-Einsätze im Seegebiet Inheiden und zwei Amtshilfen stellten die Feuerwehrleute vor keine großen Herausforderungen.

»Die Jugendfeuerwehr startete mit 13 Jugendlichen in das Jahr 2021. Mit zwei Übertritten in die Einsatzabteilung, vier Austritten und sechs Übertritten aus der Kinderfeuerwehr lag die Mitgliederzahl Ende des Jahres wieder bei 13, davon fast geschlechter-ausgeglichen sieben Jungs und sechs Mädchen«, berichtete Jugendwart Patrick Steinke. Alle Veranstaltungen wurden Corona-geschuldet abgesagt, der Übungsbetrieb lag weitgehend auf Eis. Treffen erfolgten nur per Videochat und für Online-Schulungsabende mit etwas Praxis wurde den Kids das Material nach Hause gebracht.

»Nach unendlich langen zehn Monaten trafen sich die Firekids Mitte Juli zum ersten Mal wieder und starteten gleich zu einem Ausflug auf den Erlebnis-Bauernhof Vogler in Altenstadt«, beschrieb Betreuerin Marianne Reichhart die Lage. Aktuell haben die Firekids 16 Mitglieder. Wenigstens im Sommer und während der Herbstferien, da aber innen, waren mit dem Kennenlernen des Feuerwehrhauses, seinen »coolen« Autos und Gerätschaften, einer Hydranten-Rallye, Kegeln in Inheiden und einer Übungen zum richtigem Verhalten im Notfall einige Termine möglich.

»Der Verein Freiwillige Feuerwehr Obbornhofen zählte zum Jahresende 2021 stolze 227 Mitglieder. Die sonst üblichen Veranstaltungen wie Grillabend und Schlachtfest mussten leider abgesagt werden«, resümierte der erste Vorsitzende Jens Albach. Zusammen mit dem zweiten Vorsitzenden Klaus Garbotz ehrte er anschließend Rainer Hahn und Manfred Neugebauer für 40-jährige Mitgliedschaft. Nicht anwesend waren die Geehrten Matthias Schneider für 25 Jahre sowie Rüdiger Kammer und Ottfried Rösner für 50 Jahre Mitgliedschaft.

Zum Abschluss fand Bürgermeister Rainer Wengorsch lobende Worte für die soziale Kompetenz der Einsatzkräfte und die exzellente Führung, die alle bei der Stange gehalten hat.

Stadtbrandinspektor Udo Träger dagegen bedauerte den Lehrgangsstau, der durch die mehrere Monate geschlossene Feuerwehrschule entstanden sei und Ortsvorsteher Steffen Wolf betonte den hohen Stellenwert der Feuerwehr.

Auch interessant