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Auch in 100 Jahren noch Theater

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Die Kindergruppe des Tanzclubs Blau-Gelb Hungen bei ihrem Auftritt zum zehnten Geburtstag des Hinterhof-Theaters, der mit einer PrimeTime-Show gefeiert wurde. © Czernek

Auch in 100 Jahren will das Hungener Hinterhoftheater noch bestehen, aber jetzt wurde erst einmal das zehnjährige Bestehen mit einer großen Show gefeiert.

Hungen (bcz). Mit einer großen Samstagabend-Show feierte das Hinterhoftheater sein zehnjähriges Bestehen im Bürgerhaus Villingens. Ganz im Sinne von »Wetten dass« - nur ohne Wetten - zelebrierte das H²T-HinterHofTheater ein Programm, das für jeden Geschmack etwas bot. So durfte neben der Bühne eine gemütliche Sitzecke nicht fehlen, von der aus Moderator Florian Röhrich souverän durch den Abend führte und zu kleinen Talkrunden einlud.

Vorausschauende Wochenschau

Das Theater ist erst ein Jahrzehnt alt. »Das ist ja eigentlich noch kein richtiges Jubiläum«, gab Röhrich zu Beginn unumwunden zu und deshalb dichtete man sich einfach augenzwinkernd noch hundert Jahre dazu, um eine fingierte Wochenschau per Video ablaufen zu lassen.

Diese und andere Beiträge zeigten, dass die Truppe um Röhrich viel Spaß versteht. Die Bandbreite der Darbietungen war enorm, denn es war allen ein großes Anliegen wieder einmal in Präsenz aufzutreten.

Rock und Pop mit »Motte« Julie Schneider und dem Duo Jessica Parish/ Tobi »Ace« Bartel, Klassik mit dem Trio »Quer und Strich«, sanften Harfenklängen mit Cordula Poos oder gar fetzige Schlagermelodien von Anja Weiner, der Schlagerbombe aus Bellersheim, und der Auftritt der Kindertanzgruppe des Tanzclubs Blau-Gelb Hungen boten für jeden Geschmack etwas.

Für einige Darbietungen war sogar die Bühne im Bürgerhaus zu klein. Für das Akrobatikprogramm der Kängurus aus Dauernheim verwandelte sich die Freifläche im Zuschauerraum zur Bühne. Schnell wurde ein Luftpolster aufgeblasen und schon wirbelten die Kids durch die Luft. Die Dudelsackbläser aus den Highlands der Rhön, die »Burghaun Castle Pipers and Drums«, ließen an den Tischen das publikum an ihrer Musik teilhaben.

Zwischen den einzelnen Darbietungen lud Moderator Röhrich zu kleinen Talkrunden ein, bei der es auch um das Thema Kunst im ländlichen Raum und deren besonderen Schwierigkeiten in Zeiten von Corona ging. Der Frontmann des Theaters startete den Talk mit Landrätin Anita Schneider und Laubachs Bürgermeister Matthias Mayer. Schneider lobte ausdrücklich das Engagement des Theaters: »Kultur ist so wichtig wie das tägliche Brot«, bescheinigte sie. Sie gab aber auch zu, dass dafür leider zu wenig Geld vorhanden sei und wünschte sich dahingehend mehr Unterstützung durch das Land und den Bund.

Hartes Brot für Künstler

Covid und dessen Auswirkungen auf die Künstler wurde seitens der Künstler von Cordula Poos und Anja Weiner aufgerollt. Weiner berichtete, dass sie normalerweise von ihren Engagements als Schlagerduo leben würden. Mit Covid brachen diesweg und sie hätten andere Jobs finden müssen, um ihre laufenden Kosten zahlen zu können.

Im Namen aller bedankte sich der Moderator bei allen Sponsoren und Helfern des Theaters, ohne die der Abend nicht so reibungslos über die Bühne gegangen wäre.

Für die Zukunft bot er an, dass der Verein »H²T-HinterHofTheater« sich zu einer Künstlerplattform weiterentwickeln könnte, bei der jeder, der etwas in der Richtung machen wolle, eine Heimstatt finden könne.

Nach rund drei Stunden ging das Prime-Time Programm in eine After-show-Party über, die bis in die Morgenstunden andauerte.

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