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Auf das Leben vorbereiten

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Die ehemalige Leiterin Irmtraud Dippel und Gudrun Philipps, Mitarbeiterin der ersten Stunde, bei ihrem Sketch mit den Handpuppen Jenny und Jimmy. Foto: Schäfer © Schäfer

Kindertagesstätte in Hungen-Langd feiert Jubiläum nach. Aktuell werden hier 87 Kinder vom 10. Lebensmonat bis zum Schuleintritt betreut.

Hungen (rrs). Bereits zwei Jahre liegt das goldene Jubiläum der evangelischen Kindertagesstätte »Prinz Wittgenstein« in Langd zurück. Pandemie-bedingt konnte jedoch erst jetzt das 50-jährige Bestehen mit einem Festakt im Dorfgemeinschaftshaus und einem fröhlichen Sommerfest auf dem Außengelände der Kita gebührend gefeiert werden. Leiterin Silvia Mauderer begrüßte hunderte Besucher von Jung bis Alt im proppenvollen, sommerlich aufgeheizten Festsaal mit den Worten: »Vor 50+2 Jahren startete die Einweihungsfeier mit einem festlichen Ruf des Posaunenchors, heute läutet Erzieherin Laura Merz das Fest ein«, bevor sie einen Blick zurück wagte.

Am 2. September 1970 öffneten sich erstmals die Tore der Kita »Prinz Wittgenstein« für damals 67 Kinder. Im Oktober 1970 wurde dann nicht nur die Kita, sondern zeitgleich auch das Bürgerhaus und das Feuerwehrgerätehaus zusammen mit großem Tamtam einweiht, wobei der ehemalige Bürgermeister Röhrig sogar den Hessischen Ministerpräsidenten Albert Osswald willkommen heißen konnte.

Die Kita war der erste Mittelpunktkindergarten, denn die Kinder kamen nicht nur aus Langd, sondern auch aus Rodheim, Steinheim und Rabertshausen, von wo sie morgens von Pfarrer Brumhardt sowie nachmittags von Lehrer Weck in einem von Prinz Sayn-Wittgenstein-Berleburg gesponserten Bus hin und her gefahren wurden. Erzieherin der ersten Stunde waren die anwesende ehemalige Leiterin Irmtraud Dippel sowie Bärbel Gottwals und Sigrid Klingenhöfer. Wurde früher »nur« gespielt oder gebastelt, änderten sich die Anforderungen über die Jahre. »Die Kids müssen sich wohlfühlen, gut betreut und auf das Leben vorbereitet werden. aber auch die Kommunikation mit den Eltern muss klappen«, klopfte es Mauderer fest. Um den wachsenden Anforderungen gerecht zu werden, musste das Gebäude etliche Male angepasst werden. 1975 stand eine Renovierung an, 1995 gab es einen größeren Umbau, 2009 wurde durch einen Anbau eine Krippengruppe ermöglicht und 2011 sowie 2018 folgten weitere bauliche Erweiterungen. Der in diesem Jahr begonnene Anbau einer Küche, eines Bistros und eines Wickelraumes steht kurz vor der Fertigstellung. Aktuell werden in der Kita 87 Kinder vom 10. Lebensmonat bis zum Schuleintritt betreut.

Moderiert von Pfarrer Markus Kleinert zogen anschließend die Kita-Kinder in Handwerker-Kostümen mit dem Lied »Viele kleine Leute«, begleitet von einem gebastelten großen Ponywagen in den Saal ein und nahmen auf der Bühne Platz. Kleinert erzählt eine kleine Geschichte, wie man im Park Gott finden kann, bevor Bürgermeister Rainer Wengorsch sich daran erinnerte, wie er früher in dieser Kita im Kinderchor gesungen hat. »Es hat sich viel geändert, aber auch ihr werdet euch später mal wehmütig an diese Zeit erinnern.« Prinz Peter Wittgenstein Berleburg war extra angereist und zeigte sich schwer beeindruckt, wie gut sich die Kita mittlerweile weiter entwickelt hat. Auch Kreisbeigeordneter Christian Zuckermann, selbst staatlich anerkannter Erzieher, fand lobende Worte »Kinder sind keine Einzelgänger, sie brauchen andere Kinder, Spiel, Spaß und beste Freunde«. Er wünschte allen noch viele Jahre voller Neugierde und gemeinsamem Lernen. Ortsvorsteher Dieter Schultheiß erzählte von seiner Zeit in dieser Kita und Kirchenvorstand Wolfgang Fritz hatte ein wunderschönes knallrotes Laufrad im Gepäck, das gleich mal auf der Bühne ausprobiert wurde.

Dann kam die große Stunde von Irmtraud Dippel, die ab ihrem 18. Lebensjahr 45 lange Jahre die Kita geleitet hat, und Gudrun Philipps mit einem lustigen Sketch. In einem Koffer trugen sie die beiden großen Handpuppen Jenny und Jimmy auf die Bühne, mit lautem Fußstampfen als Trommelwirbel traten die Puppen dann in Aktion und sorgten mit flotten Sprüchen für so manchen Lacher. Die Feier endete mit dem Lied »Der Körperblues«, der Übergabe von großen Windlichtern an den Elternbeirat durch die Kita-Kinder und dem Segen von Pfarrerin Elvira Bodenstedt.

Beim gemütlichen Beisammensein auf dem großen Kita-Außengelände wurde anschließend ausgiebig weiter gefeiert. Die Erzieherinnen hatten diverse Spielstationen aufgebaut. Neben einer Tombola und dem Verkauf von selbst bemalten kleinen Stühlen gab es Dosenwerfen, Schubkarren fahren, Seifenblasen herstellen, Jonglieren und als große Attraktion war die Feuerwehr mit zwei Löschfahrzeugen vor Ort. Hier konnten immer zwei Kids mit dem Wasserstrahl aus echten Löschschläuchen einen Fußball hin und her rollen.

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