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Baugebiet Hungen-West auf Eis gelegt

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Von: Rose-Rita Schäfer

Der Magistrat hat beschlossen, die Ausschreibungen für die Projektsteuerung und Bodenbevorratung für das beabsichtigte Baugebiet Hungen-West zurückzuziehen.

Hungen (rrs). In der der Stadtverordnetenversammlung in Hungen vorgeschalteten Bürgerfragestunde wollte Pfarrerin i.R. Beate Fritzsche im Auftrag von Stephan Kannwischer wissen: »Dieser Sommer war der Trockenste seit 500 Jahren, Nidda und Horloff waren abschnittsweise ausgetrocknet. Was tut Hungen zur Sicherung der Ressource Wasser?« Hier konnte Bürgermeister Rainer Wengorsch beruhigen: »Wir beobachten zeitnah die Wasserstandsampel, die gerade gelb anzeigt, und eine Wassersparverordnung ist in Vorbereitung«.

Die weitere Frage nach Erhaltung von Bodenresourcen sowie bodenpolitischen Zugewinnmöglichkeiten wollte Wengorsch aufgrund der Komplexität und in Anbetracht der kurzen zur Verfügung stehenden Zeit nicht beantworten.

Über die neuesten Entwicklungen in der Großgemeinde Hungen dagegen hatte Wengorsch einiges zu berichten. Der Magistrat hat am 20. September auf Anraten der Anwaltskanzlei Heussen beschlossen, die Ausschreibungen für die Projektsteuerung und Bodenbevorratung für das beabsichtigte Baugebiet Hungen-West zurückzuziehen.

Grund seien die stark veränderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Wegen steigender Zinsen, Lieferengpässen und explodierenden Materialkosten vertagen viele Hauskäufer und Bauherren ihr Vorhaben und warten erst mal ab. Hungen wolle das Risiko steigender Baupreise und damit hoher Erschließungskosten sowie teurer kaum vermarktbarer Grundstücke nicht eingehen.

Platz für alle

Dagegen konnte das neue Kita-Gesetz umgesetzt werden. 682 Kinder haben zurzeit Anspruch auf einen Kita-Platz, dem stehen 673 verfügbare Plätze gegenüber und die restlichen neun Plätze konnten problemlos aufgefangen werden. Somit haben alle Kinder einen Platz bekommen. Das eigentliche Problem aber ist, geeignete Fachkräfte zu finden, weshalb Hungen auch Quereinsteigern eine Chance geben würde.

Zum Hochwasserschutz sei für Villingen ein neues Rückhaltebecken vorgesehen. Allerdings rechnet Wengorsch mit der Fertigstellung des Förderantrags erst nächstes Jahr. Ende 2023 sollen die Planungen abgeschlossen sein, die rechtliche Zulassung wird für 2024 erwartet und Bau sowie Fertigstellung sind für 1025/26 eingeplant. Für die derzeitige Gasmangellage sind gemeinsame Sitzungen aller Bürgermeister des Landkreises anberaumt, um die Lage zwischen den Gemeinden abzugleichen. Hier sind besonders die Klimaschutzbeauftragten gefordert. Die Ergebnisse will Wengorsch bei der nächsten Stadtverordnetenversammlung vorlegen. Gas wird allerdings auch in Hungen teurer werden. Einige Verträge laufen zum Jahresende aus, es müssen also neue Verträge mit wahrscheinlich schlechteren Konditionen abgeschlossen werden. »Aber bitte nicht in Schockstarre verfallen. Wir sind hier mit unserer Biogasanlage noch relativ gut aufgestellt«, tröstete Wengorsch.

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