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Dialog in Hungen

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Von Kulturakteuren erfuhr der Verein des Kulturforums der Sozialdemokratie für den Landkreis Gießen bei einem Treffen aus erster Hand etwas über deren aktuelle Situation.

Hungen (red). Der Ort hätte nicht besser sein können: In das Kulturzentrum »Alte Grundschule« hatte vor einigen Wochen der Verein des Kulturforums der Sozialdemokratie für den Landkreis Gießen zu einem ersten Treffen die Kulturakteure in Hungen eingeladen, um aus erster Hand von ihrer aktuellen Situation zu erfahren.

Der sozialdemokratischen Werten verpflichtete, aber überparteiliche Verein hat es sich seit seiner Gründung 2017 zum Ziel gesetzt, sich sowohl für sozial gerechte Teilhabe an Kultur als auch für angemessene soziale Bedingungen von Kulturschaffenden einzusetzen. Dazu möchte das Kulturforum die jeweiligen kulturellen Gegebenheiten der einzelnen Kommunen im Landkreis kennenlernen.

Sabine Fellner von Feldegg vom SPD-Ortsverein in Hungen, der das Treffen der Hungener Kulturakteure mit dem Verein des Kulturforums organisatorisch unterstützt hatte, betonte die Vielfältigkeit der Kulturszene in Hungen, die sich auch in der Zusammensetzung der Runde widerspiegele.

Vertreten waren unter anderem der Magistrat der Stadt Hungen, der Freundeskreis Schloss Hungen, das Hinterhoftheater, das Stadtmarketing Hungen, der Verein Kulturzentrum, das Heimatmuseum Obbornhofen, die Arbeitsgruppe Spurensuche und die Limesfreunde Hof Grass. Absagen musste leider die Musikschule Hungen. Weitere Teilnehmende waren einige Mitglieder des Kulturforums.

Alexander Schmidt-Ries begrüßte im Namen der verhinderten Vorsitzenden Emily Härtel. Der Posaunist am Stadttheater Gießen wies darauf hin, dass die Veranstaltung eine Reihe werden soll.

Zu Beginn betonte Landrätin Anita Schneider, ebenfalls Mitglied im Kulturforum, die Bedeutung der Kultur als Standortfaktor im Landkreis. Sie schilderte die Aktivitäten des Landkreises mit dem Kulturförderpreis, dem unbürokratischen Förderprogramm »Vorhang auf« und der Vereinsförderung durch 300 Euro pro Verein aus den Corona-Bußgeldern. Schneider kündigte einen sozialräumlichen Zugang zu Voraussetzungen und Themen der Regionen in einem Kulturkonzept an, das derzeit mit den Fachleuten der Kreisvolkshochschule erstellt wird,

Ein Thema, das viele Anwesende sehr beschäftigt, war die Frage, wie die Vereine eine Zukunft haben können. Demografischer Wandel und Änderungen im Freizeitverhalten schwächten die Kraft der Vereine. Die Einbindung von Schulen, Projektarbeit und eine nicht nachlassende Werbung um Nachwuchs auch über neue Kanäle könne helfen, waren sich die überzeugten Ehrenamtler einig.

Landrätin Schneider ermutigte dazu, die Angebote des Freiwilligenzentrums von Stadt und Landkreis in Anspruch zu nehmen. Der Landkreis werde in Zusammenarbeit mit den Kommunen bald Förderlotsen einstellen, die beim Einwerben von Fördermitteln helfen.

Bei allen Sorgen um die Zukunft der Vereine dürfe der Spaß nicht in den Hintergrund geraten, betonte Fellner von Feldegg. Die Begeisterung, die die Vereine zu ihrem Tun einmal motiviert hat, solle durch gegenseitige Erzählungen zwischen den Kulturakteuren im weiteren Dialog erneuert werden - so eine abschließende Einschätzung in der Runde. Vielleicht könne auf diese Weise eine Wiederbelebung des früheren Arbeitskreises Kultur in Hungen mit neuen Ideen gelingen. Kulturdialog-Veranstaltungen des Kulturforums in anderen Kommunen des Landkreises mit den dortigen Vereinen und Initiativen sind geplant.

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