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Erweiterung Herrenäcker entfällt

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Hungen (kag). Frank Bernshausen von den Grünen beanstandete in der Sitzung des Bau- und Planungsausschusses (BuP) der Stadt Hungen am Dienstag das Verfahren und verlangte, dass seine »ausdrückliche Kritik an dieser Vorgehensweise« im Protokoll vermerkt wird. Das Verfahren der »Stellungnahme der Stadt Hungen zum Entwurf des Regionalplanes Mittelhessen« wollte Bernshausen anders beraten wissen.

Es sollten zunächst grundsätzliche Dinge geklärt werden.

Kritik am Gewerbegebiet

Bevor die Ausschussmitglieder mit der Beratung des Regionalplanes Mittelhessen (RPM 2022) begannen, wurden punktuell Themen angestoßen, zu dem das ein oder andere Ausschussmitglied Gesprächsbedarf hatte. So auch zum Gewerbegebiet Hungen-Süd, das seit 2001 im Regionalplan eingetragen ist und jetzt verwirklicht werden soll. Frank Bernshausen äußerte Unmut darüber, dass hier wieder ein Gewerbegebiet nach altem Stil entstehe, während es weit bessere Möglichkeiten auch für Hungen gebe, von zukunftsorientierten IT-Firmen oder IT-Startups zu profitieren. Es gehe darum, Flächen für »modernes Arbeiten« anzubieten, in denen die Menschen arbeiten und wohnen. Außerdem wollte er vom Magistrat wissen, ob es richtig sei, dass die Anfrage eines Logistikers über 14 Hektar Fläche in Hungen-Süd vorliege, und warum es bisher keine Information an die Stadtverordneten gegeben habe. Bürgermeister Rainer Wengorsch bestätigte, dass sich ein Unternehmen (kein Logistikunternehmen) interessiert habe, aber nach Kenntnisnahme der Bedingungen zurückgezogen habe.

Zur Beratung des RPM 2022 stellten die Grünen zusammen mit Pro Hungen zwei Anträge, die Bestandteile der Stellungnahmen zum Regionalplan werden sollen. So soll ihrer Meinung nach das Gewerbegebiet Hungen-Süd als »Mischgebiet«, in dem Wohnen und Ge-werbe stattfindet, ausgewiesen werden. Die Antragsteller argumentierten mit den sich verändernden Arbeits- und Lebensverhältnissen und der Schaffung von modernen und innovativen Formen hochwertiger Arbeitsplätze. Verknüpfen von »Arbeit und Wohnen« lautete die Losung. Der Antrag wurde mit Mehrheit abgelehnt.

Der zweite Ergänzungsantrag bedeutete, dass die Erweiterung des Gewerbegebietes Herrenäcker (G 419, Königsbergerstraße) entfallen soll, weil man den Bedarf nicht mehr sieht und Flächen nicht vermehrbar sind. Lediglich nördlich an das ehemalige Baumschulgelände Teichert angrenzende Flächen sollen für die gewerbliche Nutzung (Fural) erhalten bleiben. Dem Antrag wurde einstimmig mit einer Enthaltung zugestimmt. In diesem Zusammenhang ist eine Aussage von Manfred Paul (CDU), dem Vorsitzenden des regionalen Bauernverbandes interessant, der sagte, 50 Hektar Ackerland ergeben 400 Tonnen Weizen, und in vier Wochen müssen wir für ein Brötchen vielleicht einen Euro bezahlen.

Zwei Anträge abgelehnt

Zur Anhörung und Offenlegung des Entwurfs des Regionalplans Mittelhessen hatte die Verwaltung 13 Änderungsanträge vorgelegt, die beraten wurden, um eine Empfehlung für die Stadtverordnetenversammlung vorzubereiten. Davon wurden zwei Anträge abgelehnt. Die Ausweisung eines »Vorbehaltsgebietes Landwirtschaft« (3,49 HA) im Stadtteil Utphe, am südlichen Ortsrand, südlich der B 489, wurde abgelehnt, also nicht beantragt, weil man hier eine Siedlungserweiterung aufgrund hoher Nachfrage sieht. Auch dem Änderungsantrag im Stadtteil Inheiden, eine Fläche (0,62 HA) an der Ovag-Straße, vom Vorranggebiet Landwirtschaft in die Vorbehaltsgebietsfläche Landwirtschaft umzuwidmen, wurde nicht stattgegeben. Den Änderungsanträgen wurde mit sechs Ja-Stimmen und drei Enthaltungen zugestimmt.

Zuvor hatte Stefan Battenfeld, stellvertretender Fachbereichsleiter 3, detailliert in einer Präsentation die Regionalplanung erläutert, deren Aufgabe es ist, die vielfältigen und oft widerstreitenden Nutzungsansprüche und Raumfunktionen gegeneinander abzuwägen und planerisch auszugleichen. Der Regionalplan bildet die zusammenfassende, übergeordnete und überörtliche Schnittstelle zwischen der Landesentwicklungsplanung und der kommunalen Bauleitplanung sowie den raumbedeutsamen Fachplanungen.

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