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Garten der Gemeinschaft

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Im »Grassee« in Hungen wird ein Naherholungsgebiet mit einem interkulturellen Gemeinschaftsgarten und einer Hundewiese geplant.

Hungen (kag). Die Stadt Hungen will in der Kernstadt zwischen Liebigstraße und Lindenallee, im Bereich »Das Grassee«, ein Naherholungsgebiet mit Schulgarten, interkulturellem Garten und Hundewiese schaffen. Bürgermeister Rainer Wengorsch stellte das Projekt und die Details im Haupt- und Finanzausschuss (HFA) der Stadt Hungen vor.

Die Zaug gGmbH, die in Hungen die Gemeinwesenarbeit im Auftrag des Landkreises führt, hat 2021 einen Projektantrag eingereicht, der am 1. Juni 2022 genehmigt wurde.

Demnach soll in Hungen ein interkultureller Garten (Gemeinschaftsgarten) entstehen, der nachhaltig Begegnungsmöglichkeiten und soziale Beziehungen von Migranten und der einheimischen Bevölkerung ermöglicht.

Der Gemeinschaftsgarten soll sich aus einzelnen Parzellen und einer Gemeinschaftsfläche zusammensetzen. Diese werden von interessierten Einzelpersonen oder Gruppen gepachtet und können genutzt werden, um eigenständig und nach Belieben Gemüse, Obst und Kräuter anzubauen. Auf der Gemeinschaftsfläche sollen gemeinsame Aktivitäten und Veranstaltungen stattfinden.

Warum nicht ein Pachtvertrag?

Volker Frutig von den Freien Wählern sagte, er frage sich, ob das alles immer so reguliert werden müsse. Es sei doch einfacher, die Stadt schließe einen Pachtvertrag ab. Das sei günstiger und man bleibe flexibel.

Er sei grundsätzlich auch für die Vereinfachung, sagte Bürgermeister Rainer Wengorsch, aber man habe das mit dem Kreisbauamt abgestimmt, und dieses wolle einen Bebauungsplan sowie eine Änderung des Flächennutzungsplanes. Das gebe auch Rechtssicherheit. Wolfgang Macht (Grüne) schloss sich Frutigs Argumentation an. »Was treiben wir für einen Aufwand, beplanen, bebauen, und errichten Infrastruktur.«

Hundewiese in der Kritik

Offenbar locke die hohe Förderung. Generell finde er die Idee des internationalen Gartens gut, »aber ob man die Hundewiese dabei brauche?« Der Platz sei äußerst ungeeignet. Es stelle sich die Frage nach den Folgekosten. Außerdem gebe es seines Wissens Pachtverträge.

Auf den Flächen passiere nichts, so der Bürgermeister, und Planungsrecht lasse sich auch unabhängig von bestehenden Pachtverträgen errichten. Man müsse den Bedarf der Schulen und das Interesse des Landkreises klären, und die Fläche in einer Bauleitplanung behandeln, so Wengorsch.

Gudrun Rahn (SPD) will den Bebauungsplan schnellstmöglich beschließen. Es lägen ausreichend Informationen vor, und seit Corona gebe es mehr Hunde.

Frutig war der Meinung, man könne heute keinen Beschluss fassen. Es seien viele Informationen nicht bekannt gewesen, man solle weitere Informationen sammeln und die Entscheidung in die nächste Sitzungsrunde verschieben. Dem widersprach Bürgermeister Wengorsch.

Die Zaug gGmbH habe bereits jemanden bereitgestellt, um das Projekt zu betreuen. Es gebe auch bereits einen Fördermittelbescheid. Man dürfe nicht zu lange warten, und das Ganze nicht über Gebühr verzögern.

Sieben Ausschussmitglieder empfahlen das Projekt, zwei enthielten sich.

Die Fraktion Pro Hungen hat einen Antrag eingebracht mit dem Ziel, die Geschäftsordnung für die Ortsbeiräte zu ändern. Argumentiert wird damit, dass es Unstimmigkeiten gebe, in welchen Angelegenheiten die Ortsbeiräte zu hören seien. In der Hessischen Gemeindeordnung heiße es »in allen wichtigen Angelegenheiten«. Bei der Definition, was wichtige Angelegenheiten seien, gebe es jedoch Unstimmigkeiten.

Holger Frutig von den Freien Wählern war der Meinung, man solle Menschen in ihren ehrenamtlichen Tätigkeiten nicht behindern. Er stellte den Änderungsantrag, den Antrag von Pro Hungen an die Gemeinschaft der Ortsvorsteher zur Beurteilung zu geben, und anschließend in den Ausschüssen weiter zu beraten. Dem Antrag wurde einstimmig stattgegeben.

Baulücke wird geschlossen

Die Mitglieder des Finanzausschusses haben einstimmig empfohlen, einen Bebauungsplan für eine Baulücke in Hungen-Rodheim, Oberndorfer Straße 33, zugestimmt. Bürgermeister Rainer Wengorsch plädierte dafür, diese Baulücke zu schließen, und Wohnraum innerhalb der Ortslage bei maßvoller Nachverdichtung zu schaffen.

Kosten fallen für die Stadt Hungen keine an.

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