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Haltepunkt Inheiden wird zum Leben erweckt

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Planungen zur Reaktivierung der Horlofftalbahn wurden im Bauausschuss der Stadt Hungen vorgestellt. 2024 beginnen die Vorarbeiten.

Hungen (kag). Die Reaktivierung der Horlofftalbahn war Thema im Bauausschuss der Stadt Hungen. Daniel Siegl und Johannes Raub von der DB Netz AG stellten die Planungen und den zeitlichen Ablauf vor. Dabei unterscheidet die Bahn drei Phasen. In der Planungsphase bis 2024 erfolgen die Vor-, Entwurfs-, Genehmigungs- und Ausführungsplanungen sowie die Ausschreibungen. 2024 beginnen die Vorarbeiten mit dem Herrichten von Baustelleneinrichtungen und Bereitstellungsflächen. In der dritten Phase 2025 wird gebaut, die Gleisbauarbeiten, der Bahnsteigneubau, die Zuwegungen und Bahnsteigausstattungen folgen.

Was im einzelnen auf der Strecke 3740 zwischen Bahnhof Hungen und Bahnhof Wölfersheim-Södel zu tun ist, haben Siegl und Raub in einer 31seitigen Präsentation im Detail vorgestellt. Am Bahnhof Hungen wird der Bahnsteig 1 von 90 auf 140 Meter verlängert. Der stillgelegte Haltepunkt Inheiden wird wieder zum Leben erweckt. Der Bahnsteig mit einer Länge von 140 Metern, ein Wetterschutzhäuschen mit Sitzbänken und Fahrplanvitrinen werden errichtet. Die ehemalige Station Bellersheim wird zurückgebaut.

Sechs Bahnübergänge werden erneuert, mit Halbschranken und Lichtzeichen versehen sowie an die Straße angeglichen und auf die erforderliche Breite gebracht. Auf der ganzen Strecke soll der Oberbau erneuert werden, mehrere Durchlässe und Eisenbahnüberführungen müssen saniert werden. Außerdem ist geplant, die Strecke 3740 von Beienheim bis Hungen mit Bahnfunk (GSM-R) auszurüsten. Die Standorte der Masten sind bei Kilometer 13,924 in der Gemeinde Wölfersheim und bei Kilometer 18,355 am Bahnübergang an der Landesstraße 3131.

Lärm reduzieren

Die Bahn-Mitarbeiter erklärten, dass die Bauarbeiten vorzugsweise tagsüber durchgeführt werden und unmittelbar vor Baubeginn weitere Informationen zu den zu erwartbaren Belästigungen durch Baustellenverkehr und Baulärm erfolgen werden. Diese Belästigungen werden auf ein Mindestmaß reduziert werden.

Auf derselben Sitzung wurden von Jens Fiedler und Alexander Krebs von der DB-Netz AG weitere Maßnahmen zur Ertüchtigung des Schienennetzes auf der Lahn-Kinzig-Bahn im Bereich Hungen vorgestellt, die teilweise auch als Vorbereitung für die Reaktivierung der Horlofftalbahn zu sehen sind. Die ungenutzten und bereits stillgelegten Gleise 6 bis 11 des Hungener Bahnhofs werden zurückgebaut und die Lagerflächen für Baumaschinen und Baustoffe genutzt. Zwischen den Bahnübergängen Hungen III und Hungen IV wird eine Weiche für die Wiederinbetriebnahme der Horlofftalbahn installiert werden. An der Kreuzung Kaiserstraße, Friedberger Straße und Obertorstraße erfolgt eine Aufweitung der Fahrbahn mit abknickender Vorfahrtsstraße und der Errichtung eines Querungsweges für Fußgänger und Radfahrer sowie die Er-neuerung der technischen Sicherungseinrichtungen am Bahnübergang. Außerdem wird der Bahnübergang mit einer Gefahrenraumfreimeldeanlage ausgerüstet werden. Da die Bahn an diesem Bahnübergang von einem größeren Unfallrisiko ausgeht (Zug gegen Auto), wird den Maßnahmen an diesem Bahnübergang besondere Beachtung geschenkt. Weil die technischen Sicherungen der fünf Bahnübergänge um Hungen aus den 1960er und 1970er Jahren stammen, veraltet sind und es keine Ersatzteile mehr gibt, sollen diese erneuert, mit Halbschranken versehen und die Fahrbahnen aufgeweitet werden. Nach den Planungsarbeiten sollen die Baumaßnahmen im Jahr 2025 erfolgen.

Elke Kleinert von »Pro Hungen« verlieh ihrer Sorge Ausdruck, dass es am Bahnübergang Königsberger Straße eine gefährliche Situation für die Kinder der Kita Dreikäsehoch gebe, weil nur wenige Meter hinter dem Bahnübergang die Kreuzung mit der Rotfeldstraße komme, und die Kinder diese queren müssten.

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