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»Ideologische Rhetorik«

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Hungen (red). »Die Vorwürfe der Grünen an die Verwaltung sollen offenbar über eigenes Handlungs- und Entscheidungsversagen hinwegtäuschen«, erklärte Hungens Bürgermeister Rainer Wengorsch jetzt in einer Pressemitteilung.

Dies sei schlechter Stil der Grünenfraktion und führe zur weiteren Spaltung und zu keiner konstruktiven Zusammenarbeit mit vernünftigen Kompromissen, die die Gesamtbevölkerung von Hungen erwarten dürfe.

Stattdessen versuche man, den »Schwarzen Peter« des vermeidbaren Millionengrabes an Magistrat und Verwaltung weiterzureichen, so Wengorsch. Der Verwaltung nun öffentlich Vorwürfe für eine Bauleitplaung zu machen, die in wesentlichen Zügen von der Grünenfraktion so mit geändert und beschlossen worden ist, sei geradezu unseriös und suspekt.

Der Unterschied zwischen einem Bauleitverfahren mit verfahrenskonformer Offenlage und Beteiligung Träger öffentlicher Belange sowie der Bevölkerung und einem sogenannten »Runden Tisch«, bei dem über ein kleinteiligeres Flächenkonzept und dessen Vermarktungs- und Verkaufsgrundsätze beraten werde sollte, werde bewusst negiert. Die von allen Fraktionen seit langem mitgetragene langwierige Planung und Arbeit von Ingenieurbüros und Verwaltung für ein bedarfsgerechtes Gewerbegebiet solle einer ideologischen Rhetorik offensichtlich zum Opfer fallen.

Entgegen der Auffassung der Grünenfraktion und wider besseren Wissens gingen die mittlerweile interkommunalen Nachfragen von Interessenten aus innovativem Mittelstand und Handwerk weit über den nicht gewollten Sektor Logistik und Großhandel hinaus.

Wengorsch erinnert daran, dass bereits eine frühzeitige Beteiligung durchgeführt worden sei, bei der unter anderem von allen Fraktionen Einwendungen vorgebracht und beschlossen worden seien, die zu umfangreichen Zusatzgutgutachten und erheblichen Anpassungen und Umplanungen geführt hätten.

Die erneute Offenlage sei in der Verfahrensfolge der nächste reguläre Schritt für das Bauleitplanungsverfahren gewesen, bei dem die Möglichkeit bestanden hätte, zusätzliche Aspekte wie zum Beispiel verbesserter Lärmschutz durch Erdverwallungen und Sichtschutz durch Begrünungen sowie besondere Betroffenheiten vorzubringen und in das Bauleitplanungsverfahren mit einzubringen. Der Hinweis auf die Studie des Umweltbundesamtes sei im Vergleich zum geplanten Gewerbegebiet irreführend. Hungen zähle mit der guten Infrastruktur und den prosperierenden Faktoren zu den 66 Prozent der Kommunen, die wirtschaftliche Vorteile für die Gesamtbevölkerung und deren Einrichtungen generieren könnten.

Es sei zu hoffen, dass man unter den Fraktionen zu einem konstruktiven und fairen Dialog zurückfinde, um einen vernünftigen Interessenausgleich finden zu können. Diese Erwartung sei das Recht aller Bürgerinnen und Bürger, so Rainer Wengorsch abschließend.

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