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Investor für »schlummerndes Juwel« gesucht

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Hungen (kag). In Hungen will die Stadt die Kindertagesstätte in der Bahnhofstraße in Vil-lingen erweitern. Aufgrund des Verkaufes eines Nachbargrundstückes sah die Stadt eine gute Möglichkeit, über dieses Grundstück das Vorverkaufsrecht auszuüben und auf diesem Grundstück die Kita zu erweitern. Für den Grund-stückskauf sollten knapp 250 000 Euro aus dem laufenden Haushalt genommen werden.

Bürgermeister Rainer Wengorsch begründete die Kita-Erweiterung im Bau- und Planungsausschuss der Stadt Hungen (BuP) mit dem Mehrbedarf an Kinderbetreuungsplätzen.

In seiner Haushaltsrede im Dezember hatte er bereits auf diesen Mehrbedarf hingewiesen und erklärt, dass es eine lange Warteliste für die Kinder gebe, die einen Kita-Platz benötigen.

Am 21. Dezember hatte der Bürgermeister den Hessischen Städte- und Gemeindebund um eine Expertise zur Ausübung des Vorkaufsrechtes bei dem Objekt gebeten. Das Ergebnis der Prüfung sei am 22. Januar bei der Stadt eingegangen, erläuterte Wengorsch. Nach Meinung der Experten des Hessischen Städte- und Gemeindebundes, könne das Vorkaufsrecht jedoch nicht ausgeübt werden, weil es nicht ausreiche, wenn nur das Merkmal »zum Wohle der Allgemeinheit« gegeben sei. Er empfehle deshalb, dem Beschlussvorschlag nicht zuzustimmen, so dass die Stadt in diesem Fall das Vorkaufsrecht nicht ausüben werde. Notfalls müsse er von seinem Widerspruchsrecht nach Paragraf 63 der Hessischen Gemeindeordnung Gebrauch machen, der ihn dazu verpflichte, Schaden von der Stadt abzuwenden. Die Ausschussmitglieder folgten einstimmig dem Vorschlag von Bürgermeister Rainer Wengorsch.

Weiter schlug der Bürgermeister vor, die notwendigen Kitaplätze als Erweiterung am Dorfgemeinschaftshaus in Villingen, Heerstraße, zu bauen. Der Erweiterungsbau könne auf dem derzeitigen Parkplatz entstehen, den man in Rich-tung Osten verschieben könne.

Die Volkshalle in Utphe soll energetisch saniert werden. Als Beginn für die Maß-nahme ist das Jahr 2023 vorgesehen. Hagen Roth, Fachbereichsleiter im Hungener Bauamt, brachte die Ausschussmitglieder des BuP auf den derzeitigen Stand. Die Halle sei 1953 erbaut und vor 30 Jahren ertüchtigt worden, so Roth. Derzeit sei sie nicht vernünftig zu heizen. Die Ölgebläseheizung gebe nur Wärme ab, wenn sie blase, und vor den Wänden, die nicht gedämmt seien, ziehe es den Menschen in den Rücken, und mache kalt, so Roth. Das konnten die Aus-schussmitglieder hautnah erleben. Die Kosten schätze er auf etwa eine Million Euro, fuhr Roth fort und ergänzte, derzeit bemühe sich die Stadt um Fördermittel.

Als ein »schlummerndes Juwel« bezeichnete der Vorsitzende des BuP, Hartmut Gall, das Alte Rathaus in Utphe. Es sei historisch und ortsprägend, und es gehe darum es zu erhalten und zu unterhalten, stimmte Bürgermeister Rainer Wengorsch zu. Es gebe große Mängel in der Bausubstanz, weil man lange Jahre nicht saniert habe. Jetzt gehe es darum, jemanden zu finden, der das Rathaus erwirbt und saniert und es einer entsprechenden Nutzung zuführt, erklärte der Bürgermeister. Inzwischen gebe es mit 3 bis 4 Interessenten ausreichend Per-spektiven sowie Fördermöglichkeiten für die Sanierung. Er hoffe auf eine Lösung noch in diesem Jahr.

Hagen Roth sprach von einem extrem hohen Instandhaltungsrückstau. Das Fachwerk habe eine gute Substanz, aber technisch sei es ein Rohbau, und als Kulturdenkmal lasse es außen keine Veränderungen zu. Er rechne mit mehr als 750 000 Euro Sanierungskosten. Das Wertgutachten liege bei 75 000 Euro.

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