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Ja zum Kooperationsvertrag

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Auch die Atemschutzgeräte sollen künftig im neuen Zentrum gewartet werden. © Wißner

Der Hungener Haupt- und Finanzausschuss hat dem Kooperationsvertrag mit dem Feuerwehrtechnischen Zentrum Gießen nach einer Präsentation durch Kreisbrandinspektor Mario Binsch zugestimmt.

Hungen (kag). Es gehe um die Konzentration auf die Kernaufgaben »Retten, Löschen, Schützen, Bergen«, sagte Kreisbrandinspektor Mario Binsch anlässlich der Präsentation der Leistungen des Feuerwehrtechnischen Zentrums Gießen (FTZ) in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses (HFA) der Stadt Hungen.

Zuvor hatte Bürgermeister Rainer Wengorsch die historische und rechtliche Entwicklung des FTZ dargestellt. Bereits 2015 habe Hungen dem Bau eines Feuerwehrtechnischen Zentrums des Landkreises zugestimmt und festgelegt, nach Prüfung der wirtschaftlichen Kriterien die Leistungen des FTZ in Anspruch zu nehmen. Die Ehrenamtlichen in der Feuerwehr sollen entlastet werden.

Nach dem Hessischen Brand- und Katastrophenschutzgesetz (HBKG) haben die Gemeinden eine leistungsfähige Feuerwehr aufzustellen, diese mit den notwendigen baulichen Anlagen und Einrichtungen sowie technischen Ausrüstungen auszustatten und zu unterhalten. Zudem haben die Gemeinden für die Aus- und Fortbildung der Feuerwehrangehörigen zu sorgen.

Das FTZ und die Berufsfeuerwehr Gießen sollen einen Teil der Leistungen, die nicht Kernleistungen sind, übernehmen. Zwischen 2010 und 2022 habe sich die Anzahl der Feuerwehren im Landkreis Gießen durch Fusion und Auflösung von 106 auf 89 verringert.

2015 hat der Landkreis beschlossen, ein gemeinsames Gefahrenabwehrzentrum in Gießen und ein Feuerwehrtechnisches Zentrum (FTZ) zu errichten. In diesem Jahr soll alles fertig werden.

Das FTZ wird ein Dienstleistungszentrum sein, in dem Leistungen für die Feuerwehren des Landkreises erbracht werden. Es wird Räumlichkeiten für die Aus- und Weiterbildung, Werkstätten sowie ein Ausbildungsgelände und einen Übungsturm beinhalten.

In seiner Präsentation unterstrich Binsch, diese Dienstleistungen für die Kreisfeuerwehren vorzuhalten. So seien bei einer Prüfung im Mai 2018 durch den Technischen Prüfdienst 20 Prozent der Fahrzeuge, 33 Prozent der Tragkraft-spritzen, 71 Prozent der Atemschutzgerätepflegeeinrichtung und 29 Prozent der Schlauch-türme beanstandet worden.

Im FTZ soll zukünftig die Wartung, Pflege und Prüfung der Atemschutzgeräte, der Schläuche, der Pumpen und der hydraulischen Rettungsgeräte durchgeführt werden. Eine vollautomatische Schlauchpflegemaschine wird dort die Schläuche waschen und trocknen. Ein Hol- und Bringservice wird Geräte und Materialien bei den örtlichen Feuerwehren abholen und gereinigt und geprüft wieder zurückbringen. Durch die Standardisierung in der Beschaffung und die Bildung eines Pools werden alle örtlichen Wehren dieselben Typen an Atemschutzgeräten haben, so dass die Geräte nur noch getauscht werden, was die Fahrten des Hol- und Bring-Services reduziert.

Schläuche werden standartisiert

Zurzeit wird eine Ausschreibung für die Schläuche vorbereitet, um auch dort zu einer Standardisierung zu kommen, die den Tausch untereinander ermöglicht. Binsch rechnet damit, dass in fünf Jahren der Schlauch-Pool komplett sein wird.

Preise und Leistungen sind in einer Preisliste zusammengefasst. Vertraglich verpflichten sich alle 18 Kreisfeuerwehren, bestimmte Leistungen abzunehmen, was für die Kalkulation der Preise wichtig ist. Die Stunde kostet 56,50 Euro und beinhaltet die Leistungserbringung durch qualifiziertes Personal, die Einarbeitung neuester technischer Erkenntnisse, Aus- und Weiterbildung, die Abstimmung der Wartungsintervalle, Schutzkleidung, Arbeitsschutz, Hygieneplan und Gesundheitsuntersuchungen.

Besonders im Bereich Atemschutz ist es wichtig, dass auch die Abdeckung von Spitzenlasten zur schnellen Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft nach Großbränden auch nachts und an Wochenenden gewährleistet ist. Wichtige Geräte der Werkstätten sind zweifach vorhanden, so dass beim Ausfall eines Gerätes Ersatz zur Verfügung steht.

Die Mitglieder des HFA stimmten dem Vertrag einstimmig zu, so dass davon auszugehen ist, dass auch die Hungener Stadtverordnetenversammlung zustimmen wird und die Hungener Feuerwehren ab 1. April 2023 die Leistungen des FTZ in Anspruch nehmen werden.

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