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Jeder Tag ein »Sauberhafter«

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Bürgermeister Wengorsch stattete der Kita zum »Sauberhaften Kindertag« einen Besuch ab. © Schäfer

Die Kita-Kinder »Die Grabenfüchse« aus Hungen sammeln bei jedem ihrer Ausflüge in der Umgebung Müll und Unrat ein.

Hungen (rrs). Wenn sich im Mai die Natur mit sattem Grün und bunten Blüten herausputzt, ist nicht nur die Zeit für den Frühlingshausputz gekommen, sondern auch die Natur kann ein Großreinemachen gut vertragen. Deshalb findet seit genau 20 Jahren immer am 10. Mai die Aktion »Sauberhafter Kindertag« statt. Die Umweltkampagne des Landes Hessen lädt Kita-Kinder ein, mit gutem Beispiel voran- zugehen und achtlos weggeworfene Abfälle, die aller Orts Wege, Wiesen und Wälder verdrecken, einzusammeln und zu entsorgen. Zusammen rund um die Kita Abfall zu bergen ist zudem eine wertvolle Gemeinschaftserfahrung für die Kids. Das sieht auch Anke Leyer, Leiterin der Hungener Kita »Die Grabenfüchse«, so. »Bei uns ist jeder Tag ein »Sauberhafter Kindertag«, denn wir sammeln den Unrat nicht nur einmal im Jahr im Mai, sondern bei jedem unserer Ausflüge«. Ausgerüstet mit Greifzange und Plastikbeuteln wird aller Abfall auf den angrenzenden Feld- und Waldwegen, der nahen Baustelle oder den umgebenden Wiesen zusammen- getragen und zum Schluss in der Mülltonne entsorgt. Einen vergammelten Federball, eine alte Plastikflasche oder einen Kaffeebecher zu entdecken, mutieren dann zum Erfolgserlebnis des Tages. Die Kinder haben schon einen richtigen Blick für die Sachen und ermahnen sogar zu Hause ihre Eltern, wenn die leichtsinnig einen Zigarettenstummel einfach an den Wegesrand werfen. »Der verseucht doch unser Wasser«, bekommen die dann zu hören.

Stolz zeigt Leyer ein altes verrostetes Hufeisen. »Das haben wir beim Magnetangeln aus dem nahen Fluss gefischt«. Beim Magnetangeln unterscheidet sich die Beute bei der »Schatzsuche« deutlich von der beim herkömmlichen Angelsport. Hier geht es nicht um Fische, denn statt mit normaler Angelschnur und Haken ziehen Magnetfischer mit Leinen los, an denen leistungsstarke Magnete mit hoher Haftkraft befestigt sind.

»Für die Kinder ist es jedes Mal ein ganz besonderer Spaß auf einer der beiden unweit gelegenen Brücken die Magnet-angel in den Fluss auszuwerfen und gespannt zu warten, welche metallischen »Kostbarkeiten« oder einfach nur Unrat da ans Tageslicht kommen.

Große Schatzkiste

Außer dem Hufeisen haben wir schon mal einen Bolzenschneider oder eine Brille hochgeholt, nur die ganz große Schatzkiste haben wir noch nicht gefunden«, erzählt Leyer lachend und beschwert sich gleich anschließend über die vielen Hundehaufen entlang der Feldwege. Darüber ärgern sich schon die Allerkleinsten und keiner hat eine Idee für eine wirkungsvolle Abhilfe. Klimawandel, Energiewende oder Biodiversität - für Drei- bis Sechsjährige ist das viel zu abstrakt und schwer verständlich. Aber dass Unrat der Natur nicht gut tut, das verstehen schon die Jüngsten. So erfahren die Kinder auf spielerische Art, was sie selbst für eine saubere Umwelt tun können, dass ihr eigenes Handeln etwas bewegt und auch sie die Natur schützen können.

Getreu dem Spruch »Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr«, hoffen die Erzieherinnen die Kinder so für den Umweltschutz zu sensibilisieren. »In unserer Kita trennen wir den Müll, auch die Kinder. Da wird zwar manchmal gerätselt und nachgefragt, in welche Tonne die Verpackung der Bifi muss, aber die Trennung klappt erstaunlicherweise sogar bei den Dreijährigen mittlerweile sehr gut«, lobt Leyer. Selbst Bürgermeister Rainer Wengorsch stellt stolz fest: »Die erst vor zwei Jahren fertiggestellte Kita ›Die Grabenfüchse‹ mitten in der Natur nahe am Wald gelegen, trägt ja schon den Natur- und Tierschutz im Namen. Da ist die frühkindliche Erziehung zu Umweltschutz und Nachhaltigkeit ein Muss. Die Kleinsten der 50 Kinder können noch nicht mittun, aber die 41 Größeren ab drei Jahre machen begeistert mit und sind wohl die jüngsten Umweltschützer Hungens«.

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