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»Mammuthallen vermeiden«

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Stadtverwaltung hat »Richtlinien zur Vergabe der Grundstücke« aufgestellt. »Langsdorfer Höhe« in Lich dient als Negativbeispiel.

Hungen (kag). Die Stadtverwaltung hat für das neue Gewerbegebiet Hungen-Süd »Richtlinien zur Vergabe der Grundstücke« erarbeitet.

Der Punktekatalog sowie ein Bewerbungsformular wurden durch Hagen Roth den Mitgliedern des Bauausschusses der Stadt Hungen erläutert.

Durch die Richtlinien soll erreicht werden, dass im Gewerbegebiet eine ausgewogene Verteilung der anzusiedelnden Branchen erfolgt.

Der Fragebogen beinhaltet folgende Themen: Vermögens- und Ertragslage, Gewerbesteuern und Gewinn, sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze, Tarifvertrag, Ausbildungsplätze und Qualität der Arbeitsplätze. Ein nachhaltiger, ressourcenschonender und klimaangepasster Umgang mit den Flächen sowie die Zukunftsperspektive des Unternehmens werden ebenfalls in die Betrachtung einbezogen. In einer Bewertung und Gewichtung sollen die einzelnen Kriterien in einer Matrix miteinander ins Verhältnis gesetzt und in der Summe bewertet werden.

Bürgermeister Rainer Wengorsch erläuterte, es habe eine Bürgerinformationsveranstaltung gegeben, und es sei das gemeinsame Ziel gewesen, Mammuthallen wie in den Nachbargemeinden Lich oder Berstadt zu vermeiden.

Der Bauausschuss solle beschließen, dass die Vergabe der Baugrundstücke im Gewerbegebiet Süd nach den vorgelegten Richtlinien erfolgen soll.

Im Verlauf der Beratung gab es heftigen Widerstand und die Absicht, nicht über die Beschlussvorlage abzustimmen. Man müsse ordentlich beraten können und nicht auf die Schnelle entscheiden, sagte Birgit Kraft (Pro Hungen). Man müsse eventuell auch noch einmal über die Gewichtung nachdenken, erklärte sie spä-ter.

Ihre Kollegin Elke Kleinert vertrat die Meinung, man müsse noch mal darüber nachdenken, und was, wenn die Bewerber einzeln kommen. Bürgermeister Wengorsch wollte das Vergabekonzept entscheiden. Es solle doch nur ein Hilfsinstrument sein, waren seine Worte. Und es sei schwierig alle Eventualitäten zu erfassen. »Wir vertun Chancen, wenn wir das alles zu eng fassen«, so der Bürgermeister. Wolfgang Macht (Grüne) sprach sich für eine weitere Beratung in den Fraktionen aus und schlug eine Entscheidung in der letzten Sitzung vor der Sommerpause vor.

Es zeichnete sich eine Meinungsbildung ab, die für mehr ins einzelne gehende Details beim Fragenkatalog plädierte und eine, die eher ein gröberes Raster wollte.

Hartmut Gall (Freie Wähler) warnte davor, sich zu sehr mit dem Klein-Klein zu beschäftigen. Man solle das pragmatisch angehen, und wir haben schon viel zu lange gebraucht, waren seine Worte. Es seien ein Orientierungsrahmen und Einzelfallentscheidungen. Auch könne man keine Anforderungen aufstellen, für die es letztlich keine Interessenten gäbe, so Gall.

Am Ende setzte sich der Vorschlag durch, den Beschluss zurückzustellen, in den Fraktionen zu beraten und die Ergebnisse in der nächsten Bauausschusssitzung zusammenzutragen, um dann eine Entscheidung herbeizuführen.

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