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Narren lassen es so richtig krachen

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Von: Rose-Rita Schäfer

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Die »Red Diamonds« des HCV zeigen ihr Können. Foto: Schäfer © Schäfer

Hungener Karnevalsvereine feiern gemeinsam in Villingen mit buntem Programm.

Hungen (rrs). Endlich ist es wieder soweit. Nach langer Abstinenz startet sie wieder, die »fünfte Jahreszeit« und in Hungen ertönt der fast vergessene Narrenruf »Helau«. Schon seit 2007 feiern alle Hungener Karnevalsvereine im zweijährigen Rhythmus gemeinsam die Eröffnung der neuen Kampagne, ausgerichtet von den Jokos-Freunden des HCV und dieses Jahr organisiert von den »Villinger Zwiwweln«. Im rappelvollen Villinger Bürgerhaus ließen es die Narren so richtig krachen: 14 Nummern aus Showtänzen, fetzigen Songs und lustigen Sketchen brachten den Saal zum Toben. Fast 3 Stunden wurde losgelöst vom Alltag geschunkelt, geklatscht, gelacht und mitgesungen.

Pünktlich um 19.33 Uhr fiel der Startschuss mit dem Einzug des neuen Moderatoren-Quintetts Jennifer Feuerbach (Faschingsfreunde Rodheim ), Andreas Ader (HCV), Dennys Hofmann (Zwiwwel), Katja Kahl (Zwiwwel) und Sebastian Schäfer (CCB Bellersheim) begleitet von der Minigarde aus Inheiden. Unter tosendem Beifall wirbelten dann die Kleinsten der Kleinen von der Minigarde über die Bühne und schwangen gekonnt wie die Großen die Beine hoch in die Luft, bevor sich die erst elf Jahre alte Saskia Feuerbach als erster Höhepunkt mutig mit »Mein Opa« in die Bütt wagte. Routiniert wie ein »alter Hase«, mit lauter Stimme und alles auswendig, meisterte sie ihren Auftritt. Einhellige Bewunderung, aber auch lautes amüsiertes Gelächter waren ihr Lohn.

Die Tanzgruppe »Freaky Flames« ausstaffiert mit sexy Jeansshorts, ergänzt durch schwarze Shirts mit silbernem Glitzermotiv und große, schwarze, ebenfalls mit Glitzermotiv verzierte Fahnen schwenkend, boten einen wahren Augenschmaus. Mit Hebefiguren und einer »Flugnummer« wurde es richtig akrobatisch, während die Narren begeistert im Takt klatschten und laut mitsangen.

Die absoluten Überflieger des Abends aber waren die »Flippers aus Utphe« mit ihrer Playback-Show und bekannten Hits wie »In Venedig ist Maskenball«, »Ein Herz aus Schokolade« oder »Mona Lisa«, mit dabei als Sänger mit blonder Perücke der Stadtverordnetenvorsteher Karl Ludwig Büttel. Die Narren hielt es nicht mehr auf den Stühlen, der Saal geriet völlig aus dem Häuschen und forderte zwei Zugaben. Dann wurde Bürgermeister Rainer Wengorsch auf die Bühne gezwungen und sang beschwingt zusammen mit den Utphern das Flipper-40-Jahre-Lied während die Stimmung weiter hochkochte.

Ruhiger ging es bei Showtanzmariechen Kimberly Rudzki aus Villingen zu, die mit Akrobatik vom Feinsten gespickt mit Überschlag, Spagat, hohen Sprüngen und Schlangenmensch-Posen für ungläubiges Staunen und eine gezündete Rakete sorgte. Die »Red Diamonds« vom HCV zeigten einen Prinzentanz, während die »Traaser Töchtern« Rio und den Samba mit schwingenden Hüften und rhythmischen Schritten nach Villingen brachten.

Zeit die Lachmuskeln auf Vordermann zu bringen. Torsten Fett, das Utpher Komiker-Urgestein war auf Brautschau - schee muss se net seij, aber Sparbuch vo Vorteil. Die ersten Versuche über Facebook und Parship gingen daneben, sich alle elf Minuten zu verlieben war echt zu anstrengend. Dann war »Bauer sucht Frau« dran. Nicht enden wollende Lachsalven erntete Fett mit seinen nicht ganz jugendfreien Witzen und seiner unbeholfenen Freundin aus Ober-Seibertenrod mit dem unerhört tiefen Ausschnitt, der fast an Haare auf der Brust denken ließ.

Aufbauend auf dem närrischen Hexenkessel katapultierte Janina Brock-Rieger vom CCB mit altbekannten Hits, darunter auch Helene Fischers »Die Hölle morgen früh«, das Stimmungsbarometer in ungeahnte Höhen. Dem setzte das Männerballett »Villinger Batschboa« mit seiner Indianer-Persiflage »Schuh des Manitu« aber noch die Krone auf. Hier blieb kein Auge trocken. Beim Indianertanz, dem Einritt der wilden Cowboys und der Fesselung am Marterpfahl, wirkungsvoll untermalt mit »Wo sind alle die Indianer hin« oder »Da sprach der alte Häuptling der Indianer«, flippten die Narren vollends aus und standen Kopf. Zur Freude aller wurde die Nummer noch mal vollständig wiederholt.

Nach dem Finale war der Abend aber noch lange nicht zu Ende, es wurde bis in die frühen Morgenstunden ausgelassen weitergefeiert.

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Das Männerballett »Villinger batschboa« und die Indianer-Persiflage »Schuh des Manitu«. Foto: Schäfer © Schäfer

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