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Naturschutz und Naherholung wichtig

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Auch der NABU hatte in den vergangenen Wochen zu mehreren Informations-Spaziergängen zum Wald-Wildnisprojekt in den Stadtwald bei Langd eingeladen. Archivfoto: Wißner © Thomas Wißner

822 Bürgerinnen und Bürger der Großgemeinde Hungen haben an einer Online-Befragung zur Beteiligung am Projekt Wildnisfionds teilgenommen. Die Auswertung liegt jetzt vor.

Hungen (klk/red). Die Online-Bürgerbefragung zur Beteiligung an dem bundesweiten Projekt Wildnisfonds in Hungen ist abgeschlossen. Jetzt liegt die Auswertung vor.

Die Ergebnisse sind allerdings nicht repräsentativ, da die Teilnehmer nicht ausgewählt wurden, sondern sich jeder freiwillig an der Umfrage beteiligen konnte. Dennoch ist zu erkennen, welche Schwerpunkte die Bürgerinnen und Bürger setzen, wenn es um »ihren« Wald geht. So werden etwa Klima- und Naturschutz sowie Naherholung und Tourismus mit großem Abstand als wichtigste Bereiche genannt, in denen dem heimischen Wald eine besondere Rolle zukommt.

Das Projekt Wildnisfonds hat sich zum Ziel gesetzt, auf zwei Prozent der Fläche Deutschlands Wildnis entstehen zu lassen. Dort wird die Natur sich selbst überlassen. Es findet also keine klassische Bewirtschaftung statt.

Insgesamt beteiligten sich zwischen dem 1. und 19. April 822 Bürgerinnen und Bürger der Großgemeinde an der Umfrage.

42,6 Prozent der Teilnehmer wollen die besagten 176 Hektar städtischer Waldfläche in den Gemarkungen Hungen, Langd und Villingen an den Wildnisfonds übertragen. 11,3 Prozent wollen die Eigentums- und Nutzungsrechte hingegen behalten und darüber beispielsweise »Ökopunkte« generieren, die zur Kompensation von Auswirkungen von Bauprojekten auf Natur und Umwelt eingesetzt werden können.

41,3 Prozent der Abstimmenden möchten den Wald weiter bewirtschaften und zur Holzgewinnung nutzen. Der Wald würde dabei im Eigentum der Stadt Hungen verbleiben.

Diese Position wird in Langd und Villingen mit 60,5 Prozent beziehungsweise 52 Prozent deutlich stärker vertreten als etwa in der Kernstadt. Bei der Frage, welche Bedeutung der Stadtwald für den Befragten persönlich hat, antworteten 68 Prozent Klimaschutz, 65,3 Prozent Naherholung/Tourismus und 61,7 Prozent Biodiversität/Naturschutz.

Allerdings traten auch 45,9 Prozent für die energetische und 36,9 Prozent für die baustoffliche Nutzung des Holzes ein (Mehrfachnennungen waren hierbei möglich).

Für den Fall, dass die Stadt Hungen die Nutzungsrechte tatsächlich abtritt, sind sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer weitgehend einig: 65,7 Prozent wollen die möglichen Einnahmen von bis zu 4,5 Millionen Euro für besondere Projekte und Maßnahmen verausgaben. Nur 20,6 Prozent würden die Mittel dem Gesamthaushalt der Stadt zuschlagen.

Grundsätzlich gab es Villingen und Langd eine höhere Bereitschaft zur Beteiligung an der Umfrage als in anderen Stadtteilen.

»Wir haben mit der Bürgerinformationsveranstaltung und im Rahmen der anschließenden Online-Befragung mit vielen Präsentationen die Öffentlichkeit umfassend zu dem Projekt Wildnisfonds informiert«, erläuterte Bürgermeister Rainer Wengorsch. Die Bürger hätten sich auf dieser Grundlage eine differenzierte Meinung bilden können. Sein Resümee: »Die Bürgerbefragung zeigt, dass bei einer solchen Entscheidung verschiedene Interessen gegeneinander abgewogen und berücksichtigt werden müssen. Und diese Abwägung ist nun auch Aufgabe der Stadtverordnetenversammlung.«

Die vollständigen Ergebnisse der Online-Befragung können unter www.hungen.de abgerufen werden.

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