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Noch kein Fund

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Hungen (ww/twi). Nicht ganz glücklich verlief die Suche nach Leichenteilen im Bellersheimer Sachsensee im Zusammenhang mit einem Mord, bei dem die Leiche bis heute fehlt.

Zwei Angeklagte beschuldigen sich gegenseitig, einen Freund getötet und zerstückelt zu haben. Seit April des Vorjahres läuft das Verfahren wegen Mordes und erpresserischerm Menschenraub mit Todesfolge vor dem Landgericht. Es wird morgen fortgesetzt, genauso wie die Suche im See. Noch im alten Jahr hatte die Nebenklage beantragt, in der Nähe des vermeintlichen Tatorts im Hungener Ortsteil zu suchen. Auf richterliche Anordnung Ende Januar war am Montag im Rahmen der Amtshilfe die Bundeswehr vor Ort. Doch eine Tauchdrohne machte schlapp, sodass heute noch weitergeforscht werden muss.

Polizeipressesprecherin Sabine Richter sprach von rund 20 Polizeibeamten vor Ort, wobei die Technische Einsatzeinheit aus Mühlheim am Main mit der Tauchergruppe wie auch die Wasserschutzpolizei aus Wiesbaden zum Einsatz kamen. Darüber hinaus waren zwei Marinesoldaten vom Seebataillon Eckernförde mit zwei Unterwasserdrohnen vor Ort, die dem Auffinden von Minen dienen.

Eine von beiden scannte zunächst per Sonar den 1100 Meter langen und 600 Meter breiten Sachsensee, der im Volksmund auch Barbarsee genannt wird. Dazu wurden Grunddaten des Sees eingegeben. Er weist eine Tiefe von 20 Metern auf. Die Tauchfahrt drei Meter über dem Grund dauerte zwei Stunden, doch es waren aufgrund einer Fehlfunktion keine auswertbaren Aufzeichnungen erfolgt.

Zuvor hatte ein Überwacher des Tauchgangs Unregelmäßigkeiten auf dem Sonar entdeckt. Die Bundeswehr hatte für die Feinuntersuchung ein privates Unternehmen mitgebracht, dessen Drohne besser ausgestattet war. Sie wurde parallel zum Sonarroboter der Bundeswehr im Bereich der entdeckten Auffälligkeit eingesetzt.

Mit ihr können Unterwasseraufnahmen angefertigt, aber auch mit einem Greifarm Gegenstände bis zu 90 Kilo aufgenommen und transportiert werden. Dass es sich bei der Auffälligkeit um Leichenteile handeln könnte, bestätigte sich nicht, sagte Richter.

Die zweite Sonardrohne konnte erst gegen 14 Uhr losgeschickt werden.

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