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Raser werden mit grimmigem Smiley »bestraft«

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Vor dem neuen Dialog-Display auf Höhe der Volkshalle Utphe: Bürgermeister Rainer Wengorsch (l.), Ortsvorsteher Karl Ludwig Büttel und Bianca Hübschen. © Schäfer

Zwei neue Dialog-Displays in Utphe sollen künftig den Verkehr positiv beeinflussen. Das Prinzip lautet »Lob und Tadel«.

Hungen (rrs). Wer als Autofahrer zu schnell unterwegs ist, wird mit einem grimmig dreinblickenden roten Smiley »bestraft«, wer sich an die Regeln hält, wird dagegen mit einem lächelnden grünen Smiley »belohnt« - so funktionieren die sogenannten Dialog-Displays. Mit dem Prinzip »Lob und Tadel« soll zwar sozialer Druck auf rasante Autofahrer ausgeübt werden, allerdings ohne diese zur Kasse zu bitten wie es bei Blitzern üblich ist. In der Großgemeinde Hungen wurde nun eine letzte Lücke geschlossen. In der Berstädter Straße in Utphe ortseinwärts auf Höhe der Volkshalle und in der Oberndorfer Straße an der Schulbushaltestelle in Rodheim ebenfalls ortseinwärts wurden die letzten der insgesamt 15 Geräte aufgestellt. Ab sofort heißt es in allen Stadtteilen »Ein Smiley für mehr Verkehrssicherheit«.

Bei der Inbetriebnahme erklärte Bürgermeister Rainer Wengorsch: »Die Displays sind ein Baustein um die Verkehrssicherheit für Fahrradfahrer und Fußgänger in der Stadt Hungen zu erhöhen. Bisher haben wir sehr gute Erfahrungen damit gemacht. Die jährliche Ausgabe von rund 5000 Euro hat sich als eine lohnende Investition erwiesen«. Bedenkt man, dass sich fast 70 Prozent aller Verkehrsunfälle mit Verletzten innerhalb von Ortschaften ereignen und sehr oft eine zu hohe Geschwindigkeit der Auslöser ist, ist eine Autofahrer-freundliche stete Reglementierung eine gute Idee und allemal besser als nur ab und an einem der berüchtigten Blitzer in die Falle zu gehen. Zudem belegt eine von der Unfallforschung der Versicherten in Auftrag gegebene Studie an der Technischen Universität Dresden die hohe Wirksamkeit der Displays. »Gerade die Anlieger fahren meist viel zu schnell und sind nachher die ersten, die sich über Raser beschweren«, kommentierte derweilen Wengorsch ironisch schmunzelnd. Die Stadt Hungen reagiert mit der Anbringung der Displays auf Hinweise aus der Bevölkerung. In Rodheim soll in nächster Zeit noch ein Display an anderer Stelle zum Einsatz kommen. Trotzdem bleibt Wengorsch hart: »Wir verlassen uns aber nicht nur auf die Einsicht der Autofahrer, sondern werden im gesamten Stadtgebiet auch weiterhin Geschwindigkeitsmessungen durch das Ordnungsamt durchführen lassen und gegebenenfalls Bußgelder verhängen«.

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