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Sexy Training lässt den Saal toben

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Von: Rose-Rita Schäfer

Ein voller Erfolg war die traditionelle Fremdensitzung. Das fast vierstündige bombastische Feuerwerk aus 13 Nummern mit Tanz, Büttenreden und Stimmungsmusik sorgte für gute Laune

Hungen (rrs). Mit 422 Einwohnern ist Rodheim zwar der zweitkleinste Hungener Stadtteil, aber Fasching wird hier trotzdem ganz groß gefeiert. Am Samstagabend wurde das närrische Treiben mit der traditionellen Fremdensitzung der Faschingsfreunde Rodheim FFR eingeläutet.

Ein fast vierstündiges bombastisches Feuerwerk aus 13 Nummern mit Tanz, Büttenreden und Stimmungsmusik sorgte für gute Laune - Klatschen, Schunkeln und Mitsingen waren angesagt.

Nach dem Einzug des Siebener-Rates ins proppenvolle Dorfgemeinschaftshaus eröffnete die Ratspräsidentin Jenny Feuerbach die Sitzung und führte souverän durch das närrische Programm.

Gleich zu Beginn stürmten die »Red Diamonds« vom HCV in ihren traditionellen rot-weißen Gardekostümen herein. Die Beine schwangen hoch, die acht jungen Frauen ließen sich in den Spagat fallen und wirbelten unter lautem Applaus gekonnt über die Bühne.

Dann wagte sich als erster Höhepunkt die erst elf Jahre alte Saskia Feuerbach mit »Das Familienfest« in die Bütt. Routiniert wie ein »alter Hase« mit lauter, sicherer Stimme und irrwitzigen Situationen zog sie die Lacher auf ihre Seite. »20 Leut woarn do, Rosemondag iss nix dageche«.

»Erde, Wasser, Feuer, Luft« erweckten die passend in braun, blau, rot oder weiß gekleideten Tänzerinnen der Steinheimer »Medley Girls« mit ihrem Showtanz zum Leben, bevor das Villinger Showtanzmariechen Kimberly Rudzki mit hochkarätiger Akrobatik gespickt für ungläubiges Staunen und tosenden Beifall sorgte.

Als absoluter Brüller entpuppten sich die Rodheimer »Drei Dommschwätzer«. Jörg Droes, Oliver Klippert und Frank Sauerhoff nahmen wie immer kein Blatt vor den Mund, da bekam fast alles und jeder, angefangen von der neuen Rodheimer Flutlichtanlage nebst Gehfußball über die große Politik und Corona bis hin zu dem anwesenden Bürgermeister Rainer Wengorsch »sein Fett weg«.

Fester Bestandteil der Rodheimer Sitzung sind seit Jahren die »Traaser Töchtern«, die heuer Rio und den Samba mit schwingenden Hüften und rhythmischen Schritten nach Rodheim brachten, begeistert beklatscht vom brodelnden Saal.

Zeit erneut die Lachmuskeln auf Vordermann zu bringen. Torsten Fett, das Utpher Komiker-Urgestein, hielt als Professor Fett, Landarzt für alle - Katze, Hund, Rind, Huhn, Mensch - seine Sprechstunde auf der Bühne ab. Mammografien macht er mit bloßen Händen, sein Hauptgerät, ein großer Winkelschleifer, wird für Fußpilz, Zahnbelag aber auch Hämorrhoiden eingesetzt. Mit schlüpfrigen Witzen und nicht jugendfrei liefen die Behandlungen im Altersheim ab. »Viagra gibt’s uff Rezept, a Brill aber net, da musste berappe - klar, jetzt hunn dej Hannebambel Sex, wisse aber net mit wem«.

Die sechs Tänzerinnen der Rodheimer FFR-Tanzgruppe »Disturbances« starteten in ihren tollen schwarzen Kostümen, effektvoll aufgehübscht mit silbernen Metallplättchen, mit einem über den ganzen Saal verteilten Table-Dance. Hüftenschwingend auf den Tischen und später mit Hebefiguren auf der Bühne trieben sie das Stimmungsbarometer in ungeahnte Höhen, bevor die »Dommschwätzer« die Massenbierhaltung in engen Flaschen und Kisten sowie die Festklebe-Demos auf die Schippe nahmen und schließlich alle im Saal lauthals lachend den Gendern-Slogan »Wer sein Geschlecht regelmäßig wäscht, braucht es nicht zu wechseln« mitschrien.

Dem setzte das FFR-Männerballett »Die Patcherboys« mit seinem Fitnesstraining, wo im Schwarzlicht die sexy Shorts neongrün leuchteten, noch die absolute Krone auf. Der Saal tobte.

Bei bester Stimmung klang der unvergessliche närrische Abend in Rodheim erst in den frühen Morgenstunden aus.

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Showtanz der Steinheimer »Medley Girls«. Fotos: Schäfer © Schäfer

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