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Situation bleibt angespannt

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Mit einem Minus von 28 465 Euro schließt der jetzt vorgestellte Wald-Wirtschaftsplan für das Jahr 2023, ab.

Hungen (kag). Der Wald-Wirtschaftsplan der Stadt Hungen für das Jahr 2023 schließt mit einem Minus von 28 465 Euro ab. In der Beschlussvorlage des Magistrats wird explizit auf das Windwurfereignis Friederike vom 18. Januar 2018, den darauffolgenden Jahrhundertsommern mit verheerenden Trocknisschäden und Borkenkäfermassenvermehrungen sowie den damit einhergehenden und durch die Corona-Krise nochmals stark beschleunigten Holzpreisverfall bis Ende 2020 hingewiesen.

Am Montag wurde der Waldwirtschaftsplan der Stadt Hungen im Umwelt- und Klimaausschuss von Wiebke Schrell und Frank Zabel vom Forstservice Taunus den Ausschussmitgliedern vorgestellt. Der Forstservice Taunus ist seit einigen Jahren für die Beförsterung des Hungener Stadtwaldes zuständig.

Die Situation sei noch immer angespannt. Die volatile (unbeständige) Holz- und Waldschutzsituation mache eine genaue Planung schwierig. Ein Teil des beplanten Buchenholzes, das zum Einschlag anstehe, sei durch die Trockenheit der letzten Jahre entstandenes Kalamitätsholz, heißt es im Bericht der Forstleute.

Der Wirtschaftsplan 2023 sieht einen Erlös von 283 660 Euro vor, dem Aufwendungen in Höhe von 312 125 Euro gegenüberstehen, was ein negatives Ergebnis von 28 465 Euro bedeutet. Enthalten sind schon Förderbeiträge und der Verkauf von Ökopunkten mit voraussichtlichen Einnahmen von 47 200 Euro. Für Verkehrssicherungsmaßnahmen wurden 6000 Euro, für die Instandsetzung von Straßen und Waldwegen 22 300 Euro, für die Kulturbegründung (Neuanpflanzung) 2840 Euro und für Naturschutzmaßnahmen 2800 eingeplant.

Knapp 80 Prozent des Hungener Stadtwaldes sind Laubwälder, die sich zu 48 Prozent auf Buche, 21 Prozent auf Eiche und zehn Prozent auf Edellaubholz verteilen. Der Holzeinschlag für 2023 mit 2300 Festmetern verteile sich primär auf 1600 Festmeter Buche, 450 Festmeter Eiche und 250 Festmeter Nadelholz. Die Neupflanzung erfolge nach der Baumartenempfehlung der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt. Für die Kulturbegründung 2023 werden 1000 Eichen, 50 Elsbeeren, 300 Esskastanien und 1500 Winterlinden neu angepflanzt werden. Auf die Gesamt-Situation im Hungener Stadtwald angesprochen, sagten die Forstleute, er leide unter erheblichen Trockenschäden. Es seien mehr Schäden als im Taunus und Westerwald, aber weniger als im Rhein-Main-Raum. Ohne die Kalamitäten könne der Erlös pro Jahr 15 000 bis 20 000 Euro mehr betragen.

Holzmarktsituation

Die Nachfrage nach Fichtenstammholz stagniere leicht, sagte Zabel, als er auf die Holzmarktsituation einging. Die große Nachfrage nach Nadelschnittholz und Nadelhobelware sowie der Ukraine-Krieg haben die Preise in die Höhe getrieben. Waren die Preise bei Fichte nach dem Windwurfereignis Friederike um knapp 60 Prozent gefallen, so liegen sie inzwischen 20 Prozent über dem Niveau von 2017/2018. Auch bei Laubholz habe es eine gute Entwicklung gegeben, aber inzwischen erwarte man einen Nachfragerückgang, weil mit einer Rezession gerechnet werde. Ähnlich wie die Kosten für Gas und Heizöl seien auch die Brennholzkosten seit Frühjahr stark gestiegen. So kosten Pellets inzwischen fast soviel wie Heizöl und nur etwa fünfzehn Prozent weniger als Gas bezogen auf die Kilowattstunde.

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