1. Startseite
  2. Kreis Gießen
  3. Hungen

Steuerentlastung angedacht

Erstellt:

gikrei0812InheiderSee_P1_4c
Schöne Aussichten, eventuell zukünftig mit Umlage für auswärtige Seeanwohner. Foto: Graf © Graf

Reduziert der Landkreis die Kreisumlage, beabsichtigt der Magistrat die Grundsteuer B von 470 auf 450 Punkte und die Gewerbesteuer von 440 auf 430 Punkte zu senken.

Hungen (kag). In der Sitzung des Hungener Bau- und Planungsausschusses (BuP) hatte Bürgermeister Rainer Wengorsch während der Beratungen über den Haushalt 2023 eine Veränderung der Hebesätze bei den kommunalen Steuern angekündigt. Am Ende der Sitzung teilte er mit, dass der Magistrat eine Änderungsliste zum Haushalt 2023 erarbeitet habe, die in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am heutigen Donnerstag beraten werden solle. Weiter informierte er darüber, dass der Landkreis am Montag entscheiden werde, die Kreisumlage um ein Prozent zu senken. Insgesamt ergebe sich aus der Gegenüberstellung von Ein- und Ausgaben der Änderungsliste ein Plus von 230 000 Euro für die Stadt.

Um diese 230 000 Euro wolle er die Bürger durch die Absenkung der Grund- und Gewerbesteuern entlasten. Deshalb habe man im Magistrat entschieden, die Grundsteuer B von 470 auf 450 Punkte und die Gewerbesteuer von 440 auf 430 Punkte, vorbehaltlich der Entscheidung des Landkreises, die Kreisumlage zu reduzieren, zu senken.

Markus Sadler (CDU) wollte bezogen auf die endlosen Diskussionen um das Gewerbegebiet Hungen-Süd am Inheidener See wissen: »Was hat die Stadt Hungen davon?« und ergänzte: »Die Leute leben da in ihren Ferienhäusern, zahlen keine Steuern, schlängeln sich durch, kommen aus Königstein oder Frankfurt, und genießen hier ein schönes Leben. Sie bezahlen nichts.« Frank Bernshausen (Grüne) assistierte ihm. »Was sind die Kosten, was die Einnahmen?« und »Sie wollen uns vorschreiben, dass es dort kein Gewerbe geben dürfe«, wurde Bernshausen in seinen Redebeiträgen deutlich. Er sieht die Notwendigkeit, in einer Seegebietssatzung, den Anwohnern aufzuerlegen, eine Umlage an die Stadt zu bezahlen.

Hartwig ehren

Die Stadt Hungen möchte den Forstwissenschaftler Georg Ludwig Hartwig (1764 - 1834), der 1787 bis 1798 in Hungen als Forstmeister tätig war und die moderne Forstwirtschaft begründet hat, durch Informationstafeln im Rotwäldchen ehren. Dazu sind im Haushalt 2023 Planungskosten in Höhe von 15 000 Euro vorgesehen. Auf Nachfrage von Bernshausen von den Grünen erfuhren die Mitglieder des Bau- und Planungsausschusses (BuP) von Bürgermeister Rainer Wengorsch, dass es darum gehe, Hartwig zu würdigen und einen Lehrpfad mit Informationstafeln zu errichten.

Im Einzelnen gehe es darum, die Wege zu ertüchtigen, den Pavillon als Treffpunkt zu erneuern und Informationstafeln aufzustellen, so der Bürgermeister. Es gebe Planungen durch die LoPa Hungen (Lokale Partner des Stadtumbaus, Planungsgremien aus Politik, Bürgern und Stadtplanern), die in den politischen Gremien nicht bekannt seien. Die Hungener Stadtverordneten sollten die Protokolle der LoPa bekommen, forderte Bernshausen. Es seien Bäume für Baumfällarbeiten markiert worden, und man wisse nicht, ob die Planungen verträglich seien, fuhr Bernshausen fort. Bürgermeister Wengorsch bekräftigte noch einmal, »es sollen keine Bäume gefällt werden.«

Auf telefonische Nachfrage erklärte Bernshausen, das Rotwäldchen sei kein bewirtschafteter Wald. An einem Südhang stünde ein alter Bestand von Eichen, Linden und Kastanien sowie der Pavillon in der Mitte. Das sei sehr naturnah. Wenn man hier Bäume wegnehme, erhöhe man den Stress für die verbliebenen bis hin zum Verlust der Bäume. Das wäre der Anfang vom Ende, so Bernshausen.

Er sehe keinen Sinn darin, die gewachsenen Wege in diesem Wald gegen Beton- oder Asphaltwege zu ersetzen, denn diese seien für Fußgänger gut nutzbar. Auch gebe es bereits mit roten Punkten gekennzeichnete Bäume, die offenbar gefällt werden sollen. Dieser Wald sei sehr wertvoll für die Naherholung. Es sei ein naturnaher Wald. Er sei gegen das Fällen der Bäume, gegen die Befestigung der Wege durch Beton und gegen jede Versiegelung durch Beton oder Asphalt, meinte Bernshausen im Gespräch.

Auch interessant