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Straßenbeleuchtung wird ab 20 Uhr reduziert

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Die Mitglieder haben über Möglichkeiten der Energieeinsparung in Hungen und die auf der Bürgermeisterdienstversammlung verabredeten Maßnahmen zur Energieeinsparung beraten.

Hungen (kag). In der Sitzung des Umwelt- und Klimaausschusses der Stadt Hungen haben die Mitglieder über Möglichkeiten der Energieeinsparung in Hungen und die auf der Bürgermeisterdienstversammlung verabredeten Maßnahmen zur Energieeinsparung beraten (Brief des Landkreises).

Bürgermeister Rainer Wengorsch erläuterte die Maßnahmen, deren Notwendigkeit unbestritten sei, und die auf der Energiesparverordnung des Bundes basieren. Nico Herzberger, Leiter der Straßenbeleuchtung bei der Ovag, erklärte, welche Möglichkeiten es gebe, und welche Einsparungen möglich seien.

Bereits heute sei der Energieverbrauch der Straßenbeleuchtung in der Stadt durch die Einführung der LED-Lampen 2012/2014 auf einem geringen Niveau und kaum noch zu reduzieren. Bei den 52 000 LED-Leuchten in der Kernstadt haben man seit 2014/2015 70 Prozent Energie eingespart, was eine Einsparung von 35 000 Tonnen CO2 bedeute, erläuterte Herzberger. Die Lampen mit einer Licht-Temperatur von 3000 oder 4000 Kelvin seien optimal und als LED-Lampen insektenfreundlich.

Eine Reduzierung der Straßenbeleuchtung in Hungen um 50 Prozent erfolge bereits heute, sagte Herzberger und ergänzte, dafür seien 54 Trafo-Stationen-Rundsteuerempfänger zuständig, auf denen das bisherige Rundsteuerpro-gramm gespeichert sei. Wolle man andere Lösungen, wie die Straßenbeleuchtung nachts ganz abschalten, dann müsse man diese Geräte durch neu programmierte Rundsteuerempfänger ersetzen, was etwa 13 500 Euro netto kosten werde. Außerdem seien laut Straßenverkehrsordnung alle Straßenlaternen, die nicht die ganze Nacht betrieben werden, mit dem Verkehrszeichen 394 (Rechteckschild mit breitem rotem waagerechten Balken, oben und unten schmale weiße Streifen) zu versehen. Diese Schilder seien durch die Stadt Hungen anzubringen, so Herzberger.

Steuerprogramme

Die Ovag weise darauf hin, dass die Kommune verkehrssicherungspflichtig sei und damit letztendlich alleine verantwortlich, in welchem Umfang beleuchtet werde. Das subjektive Sicherheitsgefühl der Bürger sinke, das Unfallrisiko auf unbeleuchteten Straßen steige, und die Verletzungsgefahr im Falle von Beschädigungen an Gehweg- und Straßenoberflächen werde größer.

Technisch erfolge die Versorgung der städtischen Straßenbeleuchtung durch ein eigenes Straßenbeleuchtungsnetz, das über in der Stadt verteilte Dämmerungsschalter (Sensoren) angesteuert werde, sagte Herzberger. Die Straßenbe-leuchtung werde über ein Signal morgens aus- und abends eingeschaltet. Die Schaltvorgänge »EIN, AUS, Leistungsreduzierung, nächtliche Abschaltung« werden über das Rundsteuersignal gesteuert. Mit verschiedenen, mehreren Rund-steuerprogrammen können unterschiedliche Zeitpunkte für eine Leistungsreduzierung etc. realisiert werden, so Herzberger.

Nachdem man bei der Ovag bereits frühzeitig Überlegungen angestellt habe, wie man trotz der hocheffizienten LED-Straßenlaternen weitere Energieeinsparungen realisieren könne, und das mit den Kommunen kommuniziert habe, könne man heute einen entsprechenden Vorschlag vorlegen, dem die betroffenen Kommunen bereits zugestimmt haben. So werden seit dem 1. November die Leistungsreduzierungen bereits um 20 Uhr vorgenommen. Die Kosten für die Umstellung übernehme die Ovag, sagte Herzberger, so dass für die Kommunen aus der Umstellung keine Kosten entstehen. Er gehe von einer Einsparung von zehn Prozent und einer Reduzierung des CO2-Verbrauchs um 230 Tonnen im Jahr aus.

Weiter wurde über die Maßnahmen entsprechend dem Schreiben des Landkreises vom 26. September, die konkret bei der Stadt getroffen werden können, beraten. Danach wird die Stadtverwaltung - bis auf einen Notbetrieb - vom 24. Dezember 2022 bis 1. Januar 2023 geschlossen sein, die Heizperiode auf die Zeit vom 15. Oktober bis 31. März 2023 verkürzt werden, die Temperatur in Turn- und Sporthallen auf 15 Grad Celsius gesenkt sowie die Außenbeleuchtung von 22 bis sechs Uhr abgeschaltet werden. Die Reduzierung der Straßenbeleuchtung um 50 Prozent ab 20 Uhr je Laterne wurde ebenfalls beschlossen. Die Weihnachtsbeleuchtung in Hungen wird von 18 bis 20 Uhr eingeschaltet sein, so dass es auch da eine Einsparung gibt.

Alle Beschlussfassungen erfolgten einstimmig.

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